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Artikel in der Kategorie Rezensionen

2000, 2009, Elektronik, Folk, Funk, Musik, Rezensionen, Soul, Zeitleiste »

[8 Aug 2009 | 4 Kommentare | ]
Bibio – Ambivalence Avenue

Seit einigen Jahren schon ist das Label Warp nicht mehr nur für Elektronisches eine Institution sondern auch für retrospektive Überraschungen wie Neopsychedelic-Pop (Broadcast) oder Neofolk (Gravenhurst) geschätzt. Bisher blieben diese stilistischen Eskapaden weitgehend in sich konsistent. Bei Stephen Wilkinson alias Bibio ist das anders.

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[4 Aug 2009 | Kein Kommentar | ]
Krikor & The Dead Hillbillies – Land Of Truth

Franzosen sind schon eigenartig. Krikor ist auch so ein verrückter Vogel. Seit zehn Jahren taucht er an verschiedenen Orten auf, um dann schnell eine neue Baustelle zu eröffnen. Labels werden gegründet, Tracks veröffentlicht und lustige Nebenprojekte aus dem Boden gestampft. “Land Of Truth” ist sein erstes richtiges Album. Die Synthies kratzen und stolpern über Bodennebel. Die Gitarren zerren und düstere Wavestimmen singen kühl. No Wave für Franzosen! So als hätten sich Suicide niemals umgebracht.

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[3 Aug 2009 | Kein Kommentar | ]
Bloody Mary – Black Pearl

Ostinat treibt ein stolzes Drum-Pattern seinen Weg durch die Wüste der Stille. Es ist einsam und der Weg wird lang. Mit der Zeit macht sich Ungeduld breit. Werden wir verdursten? Moment, es gibt Hoffnung; aus der Ferne wehen streicherähnliche Synthesizer weiche Akkordflächen herüber. Welch Labsal! Doch, so weich und unverhofft sie kamen, so schnell hat sie der Wind wieder fortgetragen.

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[1 Aug 2009 | 2 Kommentare | ]
Mount Kimbie – Sketch on Glass

Das Leben ist schön, auch in der Zeit nach Dubstep. Von dieser sommerlichen Erkenntnis wissen uns Mount Kimbie auf ihrer neuen EP zu berichten. Und sie tun gut daran. Dubstep war vor 2 bis 3 Jahren eine feine Sache, gern erinnern wir uns an die befreiende Wirkung die davon ausging und an wunderbare DJ-Abende, aber an seinem Grundkonzept heute noch uneingeschränkt festzuhalten wäre ziemlich fad.

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[30 Jul 2009 | Kein Kommentar | ]
Magnolia Electric Co. – Josephine

Jason Molina versteckt sich hinter Will Oldham. Doch seine noch höhere Stimme verrät ihn. Auch die Neil Young-Badges an seinem dunklen Sakko leuchten im Dunkeln. Ein Tag vor Weihnachten 2007 stirbt Bassist Evan Farrell bei einem Feuer. Ein Konzeptalbum war nun angedacht, doch “Josephine” ist kein Trauerkloß geworden. Das Saxophon in “O! Grace” hält die Messlatte von Beginn an unglaublich hoch. Eine unbekümmerte Leichtigkeit schwingt in allen Songs mit. Dass natürlich keine überbordene Fröhlichkeit durch diese Lieder schunkelt ist aber auch klar wie Suppe. Molina zelebriert sein Americana bis in …

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[28 Jul 2009 | Ein Kommentar | ]
Luke Vibert – Rhythm

Die Zusammenarbeit Luke Viberts mit Jean-Jacques-Perrey, die 2006 als “Moog Acid” betiteltes Album veröffentlicht wurde, hat Spuren hinterlassen. Im Adagio reiten wir auf einem abgehangenen HipHop-Beat als kleiner Gartenbahn durch die Gefilde der Seligen. Harfen hängen wie reife Früchte in den schwül klimatisierten Gewächshäusern. Die Orchideen stehen in voller Blüte.

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[27 Jul 2009 | Ein Kommentar | ]
Esser – Braveface

Blur proben für ihre Festivalgigs die alten Lieder. Gähn! Wir brauchen neue Helden! Ben Esser könnte einer sein. Sein Quiff steht wie ‘ne Eins. An den Instrumenten kann er viel und sein Musikgeschmack ist nicht von schlechten Eltern. Auf “Braveface” macht er fast alles selbst. Er haut uns groovige Drums um die Ohren. Geht fantastisch rein.

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[24 Jul 2009 | Kein Kommentar | ]
Jim Ford – Big Mouth USA

Geheimtipp! Wer kennt Jim Ford? Finger hoch! Oh, da hinten in der Countryecke heben zaghaft zwei Vollbärte ihre Fingerchen. Respekt! Zehn Bier für die Männer vom Sägewerk! Zugegeben, mir war Ford auch bislang gänzlich unbekannt. Ein kürzlich erschienener Zeitungsbericht weckte mein Interesse. Eigentlich hätte dieses Album auch in Daniel Deckers “Not Available”-Kolumne gepasst. Doch wer zuerst kommt, ma(h)lt zuerst. Und meine Farben sind immer angerührt und der Pinsel griffbereit.

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[23 Jul 2009 | Kein Kommentar | ]
Bowerbirds – Upper Air

Streichel deine Instrumente! Sie begleiten dich ein Leben lang. Hol das Akkordeon aus dem Keller! Seefahrt war gestern. Handgemachte Musik übersteht jeden Puls der Zeit. Kuschel dich ein und sing ein kleines Lied für deine Kinder und all die lieben Menschen in deinem Dunstkreis. “You are already free.” Zweistimmig trällern macht einfach tierischen Spaß. Pärchen legen ihre Hände auf die Knie und blicken in den Himmel. Träumen kann so schön sein. Akkustische Instrumente untermalen deinen Lebensstil, der für andere sinnloses Hippiegeplänkel bedeutet.

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[21 Jul 2009 | Ein Kommentar | ]
Joakim – Milky Ways

Seitenwege, vermutlich Seitenwege. Abschüssige Seitenwege führen zurück ins Tal. Unten ein Schützenfest. Von irgendwo her weht infernalisches Getrommel. Wer hat den betrunkenen Mann mit der Pauke bestellt? Syntiegefiepe fliegt von hinten ein. Ohne Mühe wird dieses von dem Mann mit der Pauke niedergemäht.
Der Erfolg von Ed Banger hat einige Franzosen ja mächtig enthemmt. Und Joakim offensichtlich ein wenig genervt. Denn jetzt hält er dagegen, mit einer Zitatensammlung unter dem Arm.

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[18 Jul 2009 | Ein Kommentar | ]
Lord Cut-Glass – Lord Cut-Glass

Labelbetreiber sind schon ein komisches Völkchen. Musik ist ihr Leben. Chemikal Underground hat einige Leben gerettet. Alun Woodward sogar mit seiner Band “The Delgados” mehrere Male meins. Doch das ist lange her. Nun schmeißt der Labelboss seine eigene schottische Party. Schrulligkeiten reihen sich mit opulenten Märchen in die Historie ein. Aluns Akzent macht alles noch authentischer. Die Dartpfeile fliegen tief. Lang lebe Schottland!

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[17 Jul 2009 | Kein Kommentar | ]
Ben Klock – One

Ben Klock verpresst zwar nicht den reduziertesten Minimal Techno, aber er ist ziemlich nah dran. Er weiß sehr gut zu unterscheiden, was an einem Clubtrack essenziell ist und was nur Plüsch. Supermayer werden ihm auf die Dauer zustimmen, zustimmen müssen.
Ben Klocks stärkstes Charakteristikum ist das vehemente Eindampfen tonaler Elemente. Alles um die Kernidee des 4/4tel-Drum-Patterns herum wird in die Zentrifuge gesteckt und hinausgeschleudert, wenn es zu prahlerisch ist. Was dann noch übrig bleibt, sind hintergründige Ambiencen, leichte Andeutungen eines weichen Basses, hier und da ein synkopisches Arpeggio-Synth-Motiv – immer sehr …

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[16 Jul 2009 | 2 Kommentare | ]
Ebony Bones – Bone Of My Bones

Lang lebe die Schnelllebigkeit! In London sowieso. Hält alles einen Sommer? Ebony Thomas trägt das Josephine-Baker-Gedächtniskleid voller Stolz. Es zwickt auch nicht. Ihre Outfits sind eh für die Galerie. Von Rat Scabies entdeckt vollführt Ebony als weiblicher Krusty The Clown eine durchgeknallte Flugreise durch ihr Kinderzimmer.

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[14 Jul 2009 | Kein Kommentar | ]
Patrick Wolf – The Bachelor

“Der kleine Patrick hat sich auf dem Mittelaltermarkt verlaufen. Er möchte bitte von seinen Eltern, in der Nähe der Zugbrücke abgeholt werden.” Doch seine Eltern sind schon mit der Kutsche weiter gezogen. Mach doch einen Song draus! Der Blondschopf hat nur seine Geige im Rucksack. Uncooler geht es nicht. Er selbst nennt sich Prinz. Pop-Prinz mit bisexueller Neigung. Wenn’s schön macht?

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[11 Jul 2009 | Kein Kommentar | ]
Foreign Born – Person To Person

Einige Bands machen was vor und Zigtausende ziehen dann nach. Das aber die Bands, die einst schon was vormachten auch immer irgendwas anderes nachgemacht haatten, macht die Geschichte unübersichtlich. Gut, alles ist schon mal dagewesen und erfunden haben es meistens nicht die Schweizer. Foreign Born duzen David Bowie, der aber auch schon bei Arcade Fire auf der Gästeliste steht. Ihr Lieblingskontinent ist Afrika. Da wird getrommelt was das Zeug hält.