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	<title>Jahrgangsgeräusche &#187; Worldmusic</title>
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	<description>Popkultur und unbedingte Zonen</description>
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		<title>Group Doueh – Zayna Jumma</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jul 2011 08:25:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Sonne brennt. Die Stimmen überschlagen sich, sie versuchen sich, in Rage und Trance zu singen. Group Doueh aus West-Sahara feuern wieder aus allen Lagen. Die Beats sind noch klarer und somit auch heftiger. Alles scheppert. Ein Orgel frisst Staub.
Sie darf sogar klassisches Rockgefühl vermitteln. Immer wieder taucht Jimi Hendrix auf. Das muss wohl am Hang zum Gitarrensolo liegen. Jede Kurve wird genutzt, um irgendetwas zu versuchen. Ein kleines Lick hier, ein WahWah da. Einiges brät sich so in Verzückung, dass sogar die Familienmitglieder drumherum hörbar staunen und den Rhythmus ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sonne brennt. Die Stimmen überschlagen sich, sie versuchen sich, in Rage und Trance zu singen. Group Doueh aus West-Sahara feuern wieder aus allen Lagen. Die Beats sind noch klarer und somit auch heftiger. Alles scheppert. Ein Orgel frisst Staub.<span id="more-19726"></span></p>
<p>Sie darf sogar klassisches Rockgefühl vermitteln. Immer wieder taucht Jimi Hendrix auf. Das muss wohl am Hang zum Gitarrensolo liegen. Jede Kurve wird genutzt, um irgendetwas zu versuchen. Ein kleines Lick hier, ein WahWah da. Einiges brät sich so in Verzückung, dass sogar die Familienmitglieder drumherum hörbar staunen und den Rhythmus verlieren. Natürlich bleibt die Tradition der Sahrawi/Hassania Musik stets im Fokus, doch moderne Einflüsse gewinnen immer mehr die Überhand. Manchmal scheppert die Gitarre, so wie zu Rave-Zeiten.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/07/group-doueh-zayna-jumma-sahara-2011-192k_2_738362.png"><img class="size-full wp-image-19727 aligncenter" title="Group Doueh" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/07/group-doueh-zayna-jumma-sahara-2011-192k_2_738362.png" alt="" width="400" height="299" /></a></p>
<p>Salmou Bamaar hat wieder seine Familie um sich geschart, auch seine Frau ist wieder mit von der Partie. Refrains werden gesucht, um auch dem Pop zu huldigen. Drei neue Vokalisten wurden noch herangeführt. Fertig ist die neue Band. Ein richtiges Schlagzeug darf den Takt angeben und die Becken knallen lassen. Teegläser werden gespielt. Das klingt jetzt alles witzig, ist aber wirklich in sich stimmig. Jeder hat seine Aufgabe für den Gesamtsound. Die Rhythmik treibt die Stücke an. Manchmal liegen die Stimmen neben den Spuren und suchen ihren eigenen Groove. Der Rock n Roll hat sich in die neuen Stücke geschlichen. Mit Handclaps verfeinert, gibt es scheppernde Riffs zu entdecken. Nicht jeder Ton sitzt. Alles klingt improvisiert, wie eine lange Session. Bamaar findet eine Melodie. Seine Familie fängt sie auf, wenn sie sie dann sicher hat, verlässt Bamaar sie wieder und wendet sich seinem Instrument zu. Der Rest muss nun erstmal auf der Stelle treten, bis Bamaar wieder etwas neues frei setzt. Die Teile der Suche sind die wohl gelungensten. Freiheit in der Musik wird spürbar. Die traditionelle Basis liegt nun hinter ihnen. Auch die Aufnahmen werden immer professioneller und amtlicher. Natürlich ist das immer noch Fieldrecording, doch alles wächst so langsam zusammen. Group Doueh fordern: &#8220;Flanger für die Weltmusik!&#8221; &#8220;Crossover für Roots und Rock&#8221;. Nicht immer einfach zu konsumieren.</p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F15416350"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F15416350" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  <span><a href="http://soundcloud.com/beuys/group-doueh-wazan-doueh">Group Doueh: Wazan Doueh</a> by <a href="http://soundcloud.com/beuys">beuys</a></span> </p>
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		<title>Group Doueh &#8211; Beatte Harab</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Dec 2010 09:08:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der billige Drumcomputer ist im Sand vergraben worden. Doch auch der neue Percussion-Sound klingt nicht nach Trevor Horn. Group Doueh haben sich auf ihrem dritten Album weiter entwickelt. Von der mit angezerrten Gitarren, die aus einem Kofferradio plärrten, zugeklatschten Hochzeitsband sind sie zu einer Meditationsband geworden.
Natürlich waren die alten Group Doueh-Songs, auch nicht ganz leicht zu konsumieren. Hier wurde für uns Europäer das Tanzen nicht einfach gemacht. Gerade das war das Zauberhafte. Man wusste nicht, wohin mit den Beinen, den Armen und dem Gesichtsausdruck. Doch nun sind die Gitarren so ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der billige Drumcomputer ist im Sand vergraben worden. Doch auch der neue Percussion-Sound klingt nicht nach Trevor Horn. Group Doueh haben sich auf ihrem dritten Album weiter entwickelt. Von der mit angezerrten Gitarren, die aus einem Kofferradio plärrten, zugeklatschten Hochzeitsband sind sie zu einer Meditationsband geworden.<span id="more-13642"></span></p>
<p>Natürlich waren die alten Group Doueh-Songs, auch nicht ganz leicht zu konsumieren. Hier wurde für uns Europäer das Tanzen nicht einfach gemacht. Gerade das war das Zauberhafte. Man wusste nicht, wohin mit den Beinen, den Armen und dem Gesichtsausdruck. Doch nun sind die Gitarren so klar und sauber, dass man eher schwebt als schwoft. Eher sitzt als tanzt. Oder vielleicht sogar liegt. Der Rock, der für uns als solcher wahrnehmbar war, ist einer Transzendenz gewichen.</p>
<p>Kleine angekratzte Gitarren-Licks kreisen um sich selbst. Der Beat scheppert irgendwie im Takt, manchmal kaum zu hören. Irgendwas wird angeschlagen. Ein dumpfes Klatschen gibt dir den Kopfnicker vor. Eine Stimme, die nicht männlich oder weiblich klingt, schickt Salven in die Wüste. Oder sind es zwei verschiedene Stimmen? Man fühlt sich wie in Trance. Manchmal glaubt man einen Loop zu hören, so wie es die steifen deutschen Elektroniker machen würden. Die Gitarren ziehen durch die schwitzige Nacht. Ist das ein Delay? Der Beat raschelt und klöppelt. Die Gitarre wird hart angepickt, so dass sie fast kratzig wirkt. Die Ausrufe der Stimme schweben über Klangteppichen. Geht es um Liebe, um Wasser, um Politik? Ob immer noch Brautpaare mit erhoben Armen dazu tanzen?</p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/12/groupdoueh3.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-13643" title="Group Doueh" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/12/groupdoueh3-1024x659.jpg" alt="" width="553" height="356" /></a></p>
<p>Saharoui Music. Traditionen und Weltbilder. Kulturgut und Religion. Eine Tinidit wird angeschlagen. Eine dreisaitige Laute. Teegläser kommen zum Einsatz. Mit dem Löffel wird ein Klirren erzeugt. Der Klang ist klarer geworden, doch nicht eindeutiger. Auf den alten Platten hörte sich jeder Song nach Kassettenrekorder an. Nun ist es fast eine Pop-Produktion. Na ja, nur fast. Group Doueh schaffen es immer wieder zu faszinieren. Immer dann, wenn das Repertoire ins Wiederholende abzurutschen scheint, taucht ein neues Instrument, eine neue Klangfarbe oder eine klagende Stimme auf. Alles zusammen ergibt einen Teppich, der zu fliegen beginnt. Setz Dich drauf, trink ein Gläschen Tee und schwebe über sandige Landschaften. Mauretanische Mode lässt dein Herz höher schlagen. Group Doueh hinterlassen Spuren im Sand.</p>
<p>Erschienen bei Sublime Frequencies</p>
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		<title>El Guincho &#8211; Pop Negro</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Sep 2010 07:41:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zuerst musst du den Schulp entfernen! Das Tintensäckchen vorsichtig abtrennen. So jetzt kann es fast schon losgehen. Dein Pulpo grinst noch ganz süß. Mit dem Holzhämmerchen machst du ihn mürbe! El Guincho liebt das sommerliche Gefühl, die olivenölgeschwängerte Luft und den Knoblauchgeschmack im Rachenraum. Seine Steeldrums spielen locker den Beat des Sommers. Hola und Hallo!
Seine Stimme ist nur Beiwerk und gibt den Tracks noch mehr Sonne. Auf Spanisch singt es sich so schön. Die Polyrhythmik lässt dich an der weißen Papiertischdecke zupfen. Um dich herum ist es laut. Die Großfamilien ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zuerst musst du den Schulp entfernen! Das Tintensäckchen vorsichtig abtrennen. So jetzt kann es fast schon losgehen. Dein Pulpo grinst noch ganz süß. Mit dem Holzhämmerchen machst du ihn mürbe! <a href="http://www.elguincho.com/" target="_blank">El Guincho</a> liebt das sommerliche Gefühl, die olivenölgeschwängerte Luft und den Knoblauchgeschmack im Rachenraum. Seine Steeldrums spielen locker den Beat des Sommers. Hola und Hallo!<span id="more-11340"></span></p>
<p>Seine Stimme ist nur Beiwerk und gibt den Tracks noch mehr Sonne. Auf Spanisch singt es sich so schön. Die Polyrhythmik lässt dich an der weißen Papiertischdecke zupfen. Um dich herum ist es laut. Die Großfamilien sitzen in gemütlicher Runde. Die Omis rauchen Ducados, die Kinder riechen nach Nenuco, die Väter reden über Rauls Wechsel und die Muttis sind schon wieder schwanger. Du feuerst den Grill noch einmal nach. Gleich kannst du ihn belegen.</p>
<p><a href="http://www.myspace.com/elguincho" target="_blank">El Guincho</a> aus Barcelona gibt den Unterhalter. Seine Tracks schieben sich luftig mit Santana-Gitarren zwischen deine Tapasvariationen. Die Kinder tanzen. Doch nicht der Flamenco ist sein Augapfel, sondern eine Mischung aus Dub, Samba und Afrobeat. Ein knackiges Handclap begleitet dich zum Strand. Hier sitzt man mit Calimocho bewaffnet im Sand und turtelt mit den Dorfschönheiten. Die Jungs tragen ihre Hemden offen und zeigen ihre Muschelkettchen. Die Mädels haben immer noch feuchtes Haar und diese dunkle Bräune, die du wohl erst nach Jahren erreichen wirst. Jemand schreit &#8220;Tropical&#8221; in den Wind.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/09/wp_get.php.jpeg"><img class="size-full wp-image-11341 aligncenter" title="El Guincho" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/09/wp_get.php.jpeg" alt="El Guincho" width="575" height="431" /></a></p>
<p>Pablo Díaz-Reixa ist  ein Dienstleister mit Anspruch. Natürlich möchte er unterhalten, doch seine Tracks haben nicht immer nur die Fiesta im Sinn. Viele kleine Details luschern durch das Sommerparadies. Avantgarde sagen die einen, Weirdness die anderen. Einige Samples zerschellen, Saxophonsoli fliegen auf der Vespa vorbei. Die Beats kumpeln kurz und geben trotzdem konsequent die Richtung vor. Bleib nicht zu Hause im Sommer. Pablo Díaz-Reixa aka El Guincho hat &#8220;Pop Negro&#8221; drei Monate lang in Berlin produziert. Dann ging es zurück. Auf Gran Canaria verdingte er sich als Surflehrer, um genug Geld zusammenzubekommen. So konnte er nach 18 Monaten sein &#8220;schwarzes&#8221; Popalbum fertigstellen.</p>
<p>Hier treffen sich nun ein Musikliebhaber, der dem Sommerbeat frönt, der Melodien abgöttisch verehrt, der einen neuen Mix bevorzugt, als wieder nur ein &#8220;spanisches&#8221; Album zu machen und ein Reisender, der mit offenen Augen und Mund durch flip-flopresistente Sandburgen eiert. Die Party des Jahres kann beginnen, auch wenn der Herbst schon vor der Tür steht.</p>
<p>Erschienen bei XL/Beggars Group</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/0Kxm9arNHuk?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/0Kxm9arNHuk?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
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		<title>Donso &#8211; Donso</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 08:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein neuer Morgen ist angebrochen. Die großen Herden geraten in Bewegung und die Jäger ziehen ihnen mit gemessenem Abstand nach. Wenn sie erfahren sind, besitzen sie größte Geduld und folgen den Antilopen, wenn es nötig sein sollte, bis in den trockenen Norden. Das kann Tage oder Wochen dauern. Irgendwann am nächsten Brunnen ist es fast windstill. Ein leises Tropfen. Innehalten. Doch dann erklingt ein brüchiger Ton. Es ist die Harfe der Jäger.
Bambara ist eine Mande-Sprache, die in Mali in Westafrika gesprochen wird. Donso heißt auf Bambara Jäger und ist gleichzeitig ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein neuer Morgen ist angebrochen. Die großen Herden geraten in Bewegung und die Jäger ziehen ihnen mit gemessenem Abstand nach. Wenn sie erfahren sind, besitzen sie größte Geduld und folgen den Antilopen, wenn es nötig sein sollte, bis in den trockenen Norden. Das kann Tage oder Wochen dauern. Irgendwann am nächsten Brunnen ist es fast windstill. Ein leises Tropfen. Innehalten. Doch dann erklingt ein brüchiger Ton. Es ist die Harfe der Jäger.</p>
<p><span id="more-10760"></span>Bambara ist eine Mande-Sprache, die in Mali in Westafrika gesprochen wird. Donso heißt auf Bambara Jäger und ist gleichzeitig auch der Name eines in Paris arbeitenden musikalischen Quartetts, das sich nichts weniger auf die Fahnen geschrieben hat, als die Erneuerung afrikanischer Popmusik voran zu treiben. Dabei ist der Name durchaus programmatisch gewählt. Denn die Gruppe bezieht sich auf die mehrere Jahrhunderte alte musikalische Tradition der Mande-Jäger mit ihrem charakteristischen Instrument, der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Vwg11QrIpGk" target="_blank">Donso N&#8217;Goni</a>, der Harfe der Jäger. Ein Instrument, das kaum mehr als ein einfacher Holzbogen ist, auf den mehrere Schnüre als Saiten gespannt sind.</p>
<p>Mit dabei als Keyboarder und Produzent ist  <a href="http://www.discogs.com/artist/Pierre-Antoine+Grison" target="_blank">Pierre-Antoine Grison</a> (aka Krazy Baldhead), der schon für die Produktion mehrerer Ed-Banger-Veröffentlichungen verantwortlich zeigte und Thomas Guillaume (Percussion und Donso N&#8217;Goni). Außerdem wirken der Bambara-Sänger Gedeon Diarra und der ebenfalls aus Mali stammende Guimba Kouyaté (Gitarre) mit.</p>
<p>Das Ergebnis ist eine äußerst behutsame musikalische Begegnung der Kulturen. Traditionelle Gesänge und Instrumente Westafrikas treffen auf gebrochene elektronische Rhythmuspatterns. Dabei entsteht keine aggressive Konfrontation beider Horizonte, sondern ein zu jeder Zeit sehr einfühlsam arrangiertes harmonisches Ganzes, das von subtilen Betonungen und feinem rhythmischem Versatz lebt. Eine hervorzuhebende Seltenheit unter den vielen Veröffentlichungen im Bereich afrikanisch geprägter Popmusik, die sich dem westlichen Dancefloor annähert, ohne je in die Untiefen des Mainstreams abzugleiten. Ein Meilenstein. Meine Platte des Monats August.</p>
<p>Donsos gleichnamiges Debütalbum erscheint in Kürze bei dem durch <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2009-09-21/tony-allen-secret-agent/" target="_self">Tony Allen</a> bekannten Label <a href="http://www.myspace.com/cometrecords" target="_blank">Comet Records</a>.</p>
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		<title>Konono No. 1 – Assume Crash Position</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 11:29:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Likembe ist ein Zupfdiophon. Metallzungen sind auf einem Brett befestigt. Sie werden mit den Fingerspitzen gezupft. Die Kongolesen Konono No.1 haben das Spiel der sogenannten Daumenklaviere revolutioniert. Das Tempo ist unbeschreiblich hoch, die Töne fliegen rauschartig durch die Tracks. Selbstgebaute Verstärker aus Abwrackautos geben den Likemben nun eine ungeheure Kraft und Lautstärke. Das Chaos regiert, die Beats klöppeln sich in Ekstase und Call-and Reponsegesänge schlagen sich durch Trillerpfeifen.
Alles verzerrt und ist krawallig. Weltmusik für den tranceaffinen Solotänzer. Augen zu und treiben lassen! Alles wackelt und wabert vor sich hin ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Likembe ist ein Zupfdiophon. Metallzungen sind auf einem Brett befestigt. Sie werden mit den Fingerspitzen gezupft. Die Kongolesen <a href="http://www.myspace.com/konononr1" target="_blank">Konono No.1</a> haben das Spiel der sogenannten Daumenklaviere revolutioniert. Das Tempo ist unbeschreiblich hoch, die Töne fliegen rauschartig durch die Tracks. Selbstgebaute Verstärker aus Abwrackautos geben den Likemben nun eine ungeheure Kraft und Lautstärke. Das Chaos regiert, die Beats klöppeln sich in Ekstase und Call-and Reponsegesänge schlagen sich durch Trillerpfeifen.<span id="more-9986"></span></p>
<p>Alles verzerrt und ist krawallig. Weltmusik für den tranceaffinen Solotänzer. Augen zu und treiben lassen! Alles wackelt und wabert vor sich hin und Folklore bekommt ein neues Gesicht. Die Kongolesen wirbeln über staubiges Terrain und hauen Sprachfetzen und Aufforderungen ins Gemisch. Der 76-jährige Papa Mingiedi ist der Vorreiter und Tänzer. Er ist der Anführer des Bastelclubs Konono No.1. Seine Verstärker zerren, rauschen und knacken. Doch Mingiedi wollte mehr. Die Industrie rief und so kam auch das nötige Kleingeld ins Spiel. Mingiedi konnte nun endlich neue, richtige Mikrofone kaufen. Auch die Verstärker trugen nun Markennamen.</p>
<p>Das neue Album ist also entschlackt und amtlich. Kein Fiepen oder Zerren mehr. Manchmal tritt man noch auf gekaufte Pedale, doch der alte Reiz des Wilden und Ausgefransten ist leider verschwunden. Auch gibt es nun westliche Instrumente wie eine E-Gitarre oder einen E-Bass. Die Rhythmen sind immer noch wild, doch der fiese Rausch ist dem des fast normalen Afropops gewichen. Björk tauchte auf und lud die Gruppe ein. Auch Herbie Hancock nahm mit ihnen auf. Mingiedi ist nun in den Hintergrund getreten und die Jugend hat das Ruder übernommen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/06/konono-no1.jpg"><img class="size-full wp-image-9987 aligncenter" title="Konono No.1" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/06/konono-no1.jpg" alt="Konono No.1" width="460" height="380" /></a></p>
<p>&#8220;Assume Crash Position&#8221; hat trotz der vielen Veränderungen immer noch diesen heftigen Flow der alten Tage, doch man wünscht sich des öfteren die alten Drecksverstärker zurück. Die verzerrten Likemben waren schon eindrucksvoller. Trotzdem bleibt Konono No.1 ein wildes Ungetüm, nur die Mittel haben sich geändert. Für die Gruppe ist es bestimmt angenehmer auf amtlichem Niveau zu arbeiten, doch dem Hörer fehlt der unbedarfte Ansatz. Globalisierung.</p>
<p>Erschienen bei <a href="http://www.crammed.be/index.php?id=4" target="_blank">Crammed.</a> Hörbeispiele gibt es bei <a href="http://www.myspace.com/konononr1">Myspace</a>.</p>
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		<title>Omar Souleyman &#8211; Jazeera Nights</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 06:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Wedding-Planner hat Omar Souleyman gebucht. Der Braut fällt fast das Tortenmesser aus der Hand. Sie hatte zwar gesagt, dass sie gelegentlich auch mal Weltmusik hören würde, doch dass syrische Musik nun durch die Boxen knallt, wäre ihr nicht in den Sinn gekommen. Ihre Schwiegermutter schüttelt nur den Kopf, doch ihr Sohn zieht sie auf die Tanzfläche, wo komischerweise schon sehr viele Hochzeitsgäste warten. &#8220;Das ist mal was anderes&#8221;, hört man es überall murmeln. Omar Souleyman gibt den Geschichtenerzähler und sein DJ knüppelt sich im Höchsttempo durch syrische Dabke-Musik, bei ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Wedding-Planner hat <a href="http://www.myspace.com/omarsouleyman" target="_blank">Omar Souleyman</a> gebucht. Der Braut fällt fast das Tortenmesser aus der Hand. Sie hatte zwar gesagt, dass sie gelegentlich auch mal Weltmusik hören würde, doch dass syrische Musik nun durch die Boxen knallt, wäre ihr nicht in den Sinn gekommen. <span id="more-10400"></span>Ihre Schwiegermutter schüttelt nur den Kopf, doch ihr Sohn zieht sie auf die Tanzfläche, wo komischerweise schon sehr viele Hochzeitsgäste warten. &#8220;Das ist mal was anderes&#8221;, hört man es überall murmeln.<a href="http://www.youtube.com/watch?v=-YikHhPE5cM" target="_blank"> Omar Souleyman</a> gibt den Geschichtenerzähler und sein DJ knüppelt sich im Höchsttempo durch syrische <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dabke" target="_blank">Dabke</a>-Musik, bei der man Schulter an Schulter tanzt. Ein Souffleur flüstert Omar die Texte zu und der dreht sich im Kreis und verbreitet Stimmung. Das Brautpaar wird in höchsten Tönen gelobt. Die Hochzeitsgäste sind aus dem Häuschen.</p>
<p>Bob Dylan sitzt hinten an einem Katzentisch und ist sauer. Da hat doch dieser Omar schon 600 Veröffentlichungen draußen. Bei Bob dachte man immer: &#8220;Wahnsinn, was der so alles raus haut. Den kann man nie übertrumpfen.&#8221; Pech gehabt, Bob!</p>
<p>Die Hochzeitsgesellschaft wiegt sich nun im straighten Beat der Musik. Die Inseln, von denen Omar singt, müssen nicht mehr unentdeckt bleiben. Omars Tränen können Steine schmelzen lassen. Sein Wissen ist wie der Zucker im Tee. Der Billobeat der Keyboards trägt die Songs aus ihrer Fassung und der Livecharakter der Stimme des Hochzeitssängers, die über allem schwebt und die arabischen Instrumente, die sich untermischen, schaffen den Sprung aus dem Schattendasein und hüpfen in den Popkosmos. Euro-Dance war gestern. Das weiß zwar Omar noch nicht, doch er lässt sich nicht beirren. Er kommt ja auch nicht aus Europa. Nur weil wir die falschen Acts ertragen mussten, heißt das noch lange nicht, dass das Grundgefühl und die erzeugten Emotionen mit diesen Mitteln die Falschen wären.</p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/07/IMG_1485.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-10401" title="Omar Souleyman" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/07/IMG_1485.jpg" alt="Omar Souleyman" width="558" height="419" /></a></p>
<p>Ganz viel Licht fließt durch die Stücke, die selten einen eigenen Höhepunkt besitzen, sondern von der tranceartigen Wiederholung leben. Frenetisch pumpen sich die Beats in die Beine und der Wüstensound deiner unbekümmertesten Vorstellung nimmt Gestalt an. Auf einmal macht alles Sinn, alles ist stimmig. Der Gesang, der immer nur an der Form des Singens kratzt, eher versucht zu kommentieren bekommt eine Präsenz, die sich so mancher Künstler wünschen würde. Die Hochzeitsfeier erhält einen ganz neuen Blickwinkel und Glanz. Die Gäste tanzen und lassen die Sau raus. Omar steht vor seinem Publikum und versteckt seine Augen hinter dunklen Brillengläsern. Er weiß, dass er alles richtig gemacht hat, als er Mitte der Neunziger Jahre den Weg des Hochzeitsängers gewählt hatte.</p>
<p>Also an alle Hochzeitssänger und Keyboarder dieser Welt! Nehmt euch mal ein Beispiel an Omar und nutzt alte Instrumente für einen Neuanfang. Nicht die Coverversion ist der Hit, sondern der Hit. Spielt euch in die Herzen der Menschen, die ihren schönsten Tag des Lebens erleben möchten. Und gebt euch Mühe. Herzblut könnt ihr bei Omar abzapfen. Er hat genug davon.</p>
<p>Erschienen bei <a href="http://www.sublimefrequencies.com/default2.asp" target="_blank">Sublime Frequencies</a></p>
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		<title>BLK JKS &#8211; Zol!</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Jun 2010 07:24:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die BLK JKS melden sich pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft zurück. Die Südafrikaner, die mit ihrer Mischung aus afrikanischer Rootsaktivierung und Rockelementen das letzte Jahr bestimmten, werfen nun eine EP auf den Weltmarkt und machen da weiter, wo sie bei &#8220;After Robots&#8221; aufhörten. 
Die afrikanische Kultur wird in die Rockwelt entführt, in der David Bowie ungeschminkt an der Filteranlage seines Jeeps schnüffelt. Die Drums wirbeln und poltern nach wie vor. Tribal steht im Vordergrund. Die Songs ufern aus und entfalten erst durch die Wiederholung der Strukturen ihre komplette Durchschlagskraft. Die psychedelischen Gitarrenriffs ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die<a href="http://blkjks.blogspot.com/" target="_blank"> BLK JKS</a> melden sich pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft zurück. Die Südafrikaner, die mit ihrer Mischung aus afrikanischer Rootsaktivierung und Rockelementen das letzte Jahr bestimmten, werfen nun eine EP auf den Weltmarkt und machen da weiter, wo sie bei <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2009-10-17/blk-jks-after-robots/" target="_blank">&#8220;After Robots&#8221;</a> aufhörten. <span id="more-9694"></span></p>
<p>Die afrikanische Kultur wird in die Rockwelt entführt, in der David Bowie ungeschminkt an der Filteranlage seines Jeeps schnüffelt. Die Drums wirbeln und poltern nach wie vor. Tribal steht im Vordergrund. Die Songs ufern aus und entfalten erst durch die Wiederholung der Strukturen ihre komplette Durchschlagskraft. Die psychedelischen Gitarrenriffs und komplexen Drum-Pattern verwehen mit den Echo-Vocals. Sirenhaft flattern die Songs im Kreis. Mantraartig werden afrikanischen Gesänge zitiert, ja kopiert, um im nächsten Moment auszubrechen aus der Weltmusikhölle, die nur mit Staatsbesuchen und Schulterklopferei lockt.</p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/06/blkjks.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-9695" title="BLK JKS" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/06/blkjks.jpg" alt="BLK JKS" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Die <a href="http://www.myspace.com/blkjks" target="_blank">BLK JKS</a> wollen mehr. Sie wollen nicht diese Vorzeigeband sein, die man um den Globus schickt, mit Weltverbrüderungsauftrag. Die BLK JKS spielen mit den Grenzen und der Tradition. Der Rock ist ein wenig in der Hintergrund getreten. Der Upbeat-Titeltrack holt dann doch das Sommerfeeling mit fiesen Texten aus der Sandburg. Da bleibt einem wohl das Wassereis im Halse stecken. &#8220;I can roll and shoot at the same time.&#8221; Man hat beim Hören sofort fußballspielende Kinder vor Augen, die gegen bewaffnete Vermummte geschnitten werden. Johannesburg zeigt seine Fratze. Schön mit vielen gefährlichen Falten.</p>
<p>Auch &#8220;Paradise&#8221; zeigt die BLK JKS auf Augenhöhe. Die verzerrten Gitarren holpern über hochgepitchte gesangliche Überschläge. &#8220;Open your eyes, cause that&#8217;s where the truth resides.&#8221; Es steigert sich zu einem großen wüsten und anprangernden Manifest. &#8220;I don&#8217;t want to die in the hands of a stranger tonight.&#8221; Es folgt ein großes Finale mit improvisierter Klangforschung. Die Sirene in &#8220;MZABALAZO&#8221; holt die feierlichen Chöre aus der Seitenstraße ab und treibt es auf die Spitze. Die Leadvocals wechseln. Ist der Chor jetzt Wortführer? Die BLK JKS überzeugen auch auf ihrer neuen EP. Sie zeigen Südafrika in einem anderen Licht, ohne die großen Stadien, die FIFA-Delegierten und besoffenen Engländer. Was ist schöner?</p>
<p>Erschienen bei Secretly Canadian</p>
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		<title>Mapstation &#8211; The Africa Chamber</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 11:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit einigen Jahrzehnten gibt es an der Grenze zwischen Simbabwe und Sambia einen großen See, der während seiner Bauzeit nach der Königin von England Elisabeth-II-See genannt worden war. Mit einer Länge von 280 km und einer Fläche von bis zu 3000 qkm ist er einer der größten Stauseen der Welt.  Heute nennt man ihn Karibastausee.
Warum ist eigentlich im Moment das musikalische Interesse an Afrika so groß?
Als der Karibastausee gefüllt wurde, mussten etwa 57.000 Menschen, die am Sambesi lebten, umgesiedelt werden. Von 1960 bis 1961 wurden in der Operation &#8220;Noah&#8221; ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Jahrzehnten gibt es an der Grenze zwischen Simbabwe und Sambia einen großen See, der während seiner Bauzeit nach der Königin von England Elisabeth-II-See genannt worden war. Mit einer Länge von 280 km und einer Fläche von bis zu 3000 qkm ist er einer der größten Stauseen der Welt.  Heute nennt man ihn Karibastausee.</p>
<p><span id="more-5960"></span>Warum ist eigentlich im Moment das musikalische Interesse an Afrika so groß?</p>
<p>Als der Karibastausee gefüllt wurde, mussten etwa 57.000 Menschen, die am Sambesi lebten, umgesiedelt werden. Von 1960 bis 1961 wurden in der Operation &#8220;Noah&#8221; etwa 6000 große Tiere und unzählige kleine eingefangen und ebenfalls umgesiedelt, weil sie vom steigenden Wasser, das heute auch schon mal in der Lage ist ein Erdbeben der Stärke 5 auf der Richterskala auszulösen, bedroht wurden. Das soll sich aber mit den Jahren wieder legen, das mit den Erdbeben, sagen die Seismologen.</p>
<p>Von Sambia weiß ich fast nichts. Von Stefan Schneider kenne ich da schon um einiges mehr. Von seiner Zeit bei <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2009/10/10/kreidler-mosaik-2014/" target="_self">Kreidler</a>, von <a href="http://www.myspace.com/torococorot" target="_blank">To Rococo Rot</a>, <a href="http://www.mapstation.de/" target="_blank">Mapstation </a>und seinen zahlreichen Kollaborationen. Nun ist also sein neues Mapstation-Album „The Africa-Chamber“ erschienen.</p>
<p>Gleich zu Beginn sticht das programmatische Sample eines afrikanischen Sängers heraus, eine Ansage. „Mchiki Cha“, das Eröffnungsstück spielt mit zahlreichen Verweisen auf Typisches an afrikanischer Musik. Der ostinat-melodische Bass mit starker Suggestivkraft und verschiedene Percussion-Patterns bilden Stefan Schneiders Basislager für eine afrikanische Reise auf verschlungenen Pfaden, die mit Nähe und Distanz spielt, mit Verständnis und mit Unverständnis. Eine Reise, auf der er sich zuweilen gewollt zu verlaufen scheint. Kann man sich ein wenig verlaufen? Wenn ja, dann gelingt es Mapstation hier. Oder da? Oder in der Kammer eines afrikanisches Schatzes und dessen Nachbildung.</p>
<p>Wie meist, geht Schneider sehr feinfühlig ja zurückhaltend mit seinem Thema um. Mal mit größerer Distanz, mal fast aus den Augen verloren. Dann mit dem entfernten Blick durch eine europäische Sonnenbrille, auf dem Rücken galoppierender Synthesizer, um sich schließlich wieder langsam anzunähern.</p>
<p>Auf der aktuellen Site zu der Veranstaltungsreihe <a href="http://diesstueckzeit.de/" target="_blank">„Dies Stück Zeit“</a> heißt es über Mapstation: „In diesen Tagen erscheint das neue Album “The Africa Chamber”, das eine fiktive, unauthentische Version von afrikanischer Musik vorschlägt.“ Ach so. Fiktion, Authentizität, Distanz; wichtig scheint mir vor allem Ernsthaftigkeit im Umgang mit dem gewählten Thema, welche Mapstation mit “The Africa Chamber”einzulösen scheint. Wohltuend, ein wenig geheimnisvoll und streckenweise recht nachdenklich, besonders dann, wenn <a href="http://www.earthmusic.com/annie.htm" target="_blank">Annie Whitehead</a> als Gastmusikerin Posaune spielt.</p>
<p>Vielleicht sollte man sich einfach freuen und umformulieren: Warum ist endlich das musikalische Interesse an Afrika so groß?</p>
<p>The Africa Chamber ist bei <a href="http://www.scape-music.de/Release/details/scape/scape59" target="_blank">Scape</a> erschienen.</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=FFFFFF&#038;IS1=1&#038;bg1=FFFFFF&#038;fc1=000000&#038;lc1=3B78A7&#038;t=jahrgangsgera-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;asins=B002TMYJ9U" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Matias Aguayo &#8211; Ay, Ay, Ay</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 09:20:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tschilp, tschilp, tssich, ouuaahoo&#8230; Für das Konzept fast ausschließlich vokale Akte auf seinem ersten Soloalbum „Ay, Ay, Ay“ zu benutzen ist Matias Aguayo viel gelobt worden. Mit recht, so etwas kannte man doch bis dato nur von Björk mit &#8220;Medúlla“. Die Imitation maschinisierter Instrumentierung elektronischer Tanzmusik wirkt bei Aguayo wie ein individueller Befreiungsschlag, der die Skala der Konnotationen seines melodischen Oevres um traditionelle lateinamerikanische Musik in die eine und Humor in die andere Richtung erweitert.
Gleich beim ersten Stück entfaltet sich eine kaum an aktuellen, kanonisierten Minimalproduktionen beeinflusste Ästhetik. „Menta Latte“ ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tschilp, tschilp, tssich, ouuaahoo&#8230; Für das Konzept fast ausschließlich vokale Akte auf seinem ersten Soloalbum „Ay, Ay, Ay“ zu benutzen ist Matias Aguayo viel gelobt worden. Mit recht, so etwas kannte man doch bis dato nur von Björk mit &#8220;Medúlla“. Die Imitation maschinisierter Instrumentierung elektronischer Tanzmusik wirkt bei Aguayo wie ein individueller Befreiungsschlag, der die Skala der Konnotationen seines melodischen Oevres um traditionelle lateinamerikanische Musik in die eine und Humor in die andere Richtung erweitert.</p>
<p><span id="more-5891"></span>Gleich beim ersten Stück entfaltet sich eine kaum an aktuellen, kanonisierten Minimalproduktionen beeinflusste Ästhetik. „Menta Latte“ macht klar, das Tempo ist entspannt und wird es auf ganzer Albumlänge auch bleiben. Die teilweise stark bearbeiteten Stimmensamples wirken nie nur als Gimmick und sind leichtfüßig versetzt arrangiert. Aguayo schichtet sie Schritt für Schritt auf unhektisch tänzelnden Grooves zu hohen Türmen auf. Am Ende singt er als immer größer gewordene Party-Family mit sich selbst auf der im Halbschatten liegenden Veranda. Als I-Tüpfelchen vielleicht hie und da noch ein Flötentönchen oder vielleicht eine Marimbafigur, aber aufgepasst, bitte kein Gramm zu viel. Und weiter geht es, schunkelnd bewegt sich die ganze Stimmenfamilie in Richtung Sonnenuntergang.</p>
<p>Die oft leicht melancholische sommerliche fast schwüle Stimmung, die ihre Referenzen jederzeit ernsthaft und weithin nach Südamerika auswirft wird von genug Variation auf Spannung gehalten, weil die Rhythmen Track für Track immer wieder neue Seitenwege gehen. Auf „Ritmo Juares“ z.B. scheint Buenos Aires gar nicht mehr so weit von Afrika entfernt zu sein, wie es der Atlantik doch vermuten lässt. Tradition ohne Zeigefinger.</p>
<p>Die Sehnsucht und die Suche nach Exotik, die <a href="http://www.pyrolator.com/" target="_blank">Pyrolator</a> 1981 mit seinem großen Album „Ausland“ in die elektronische Musik brachte, indem er Fragmente von Fieldrecordings, Samples spanischer Stimmen etc. in seine Musik einbaute, scheint fast 30 Jahre später von dem aus Chile stammenden Matias Aguayo mit „Ay, Ay, Ay“ auf wunderbare Weise eingelöst zu werden.</p>
<p>Ay, Ay, Ay ist bei <a href="http://www.kompakt.fm/releases/ay_ay_ay" target="_blank">Kompakt</a> erschienen und hier als <a href="http://3voor12.vpro.nl/speler/luisterpaal/42775244#luisterpaal.42775244" target="_blank">Stream</a> zu hören.</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=FFFFFF&#038;IS1=1&#038;bg1=FFFFFF&#038;fc1=000000&#038;lc1=3B78A7&#038;t=jahrgangsgera-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;asins=B002NRBWVO" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Kings Of Convenience &#8211; Declaration Of Dependence</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 10:49:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Steckrübeneintopf schmurgelt auf dem Herd. Ein guter Rotwein atmet still vor sich hin. Die Kerzen beteuern eine Romantik, die mit viel Phantasie die schönste, je dagewesene verkörpert. Das Essen wird aufgetan. Das Grobgemüse duftet durchs verdunkelte Speisezimmer. Mit dem Piloten wird eine CD auf &#8220;Repeat&#8221; gestellt. Heute wird gefüßelt. Erst unter dem Tisch, dann zu vorgerückter Stunde in der Pofe.
Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe klampfen ihren norwegischen Bossa Nova nach wie vor wie kein Zweiter. Ihr zweistimmiger Gesang lässt die Danksagung für das Fire- und Policedepartment von Simon ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Steckrübeneintopf schmurgelt auf dem Herd. Ein guter Rotwein atmet still vor sich hin. Die Kerzen beteuern eine Romantik, die mit viel Phantasie die schönste, je dagewesene verkörpert. Das Essen wird aufgetan. Das Grobgemüse duftet durchs verdunkelte Speisezimmer. Mit dem Piloten wird eine CD auf &#8220;Repeat&#8221; gestellt. Heute wird gefüßelt. Erst unter dem Tisch, dann zu vorgerückter Stunde in der Pofe.<span id="more-5010"></span></p>
<p>Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe klampfen ihren norwegischen Bossa Nova nach wie vor wie kein Zweiter. Ihr zweistimmiger Gesang lässt die <a href="http://www.imdb.com/title/tt0218896/quotes" target="_blank">Danksagung für das Fire- und Policedepartment von Simon &amp; Garfunkel </a>wie einen Indianerschwur erscheinen. Einige Klopfer auf Holz genügen, um eine Rhythmik herbei zu zaubern. Wunderbar weich schleichen sich diese <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ju1QkESSpUc" target="_blank">Kuschler</a> durch den Herbst. Schönheit wird wieder groß geschrieben, obwohl Nerd-Brillen das Gegenteil bewirken.</p>
<p>Alles beim Alten also. Keine Überraschungen, auch keine vertrackten Kompositionen. Die Girls werden es den Jungs danken und somit auch wir. Sind die Mädels erstmal glücklich gestimmt bleibt das Wochenende federleicht. Beim Archivieren werden sie ihre <a href="http://www.kingsofconvenience.com/" target="_blank">Kings Of Convenience</a>-Platten neben Jack Johnson und Jason Mraz einordnen. Wir Angeber-Musikfachidioten schieben die CD&#8217;s zwischen Tom Jobin und João Gilberto. Dort werden sie einstauben. Leider! Man isst halt nur einmal im Jahr Steckrübe.</p>
<p>Den beiden Norwegern wird das Schnuppe sein. Sie werden ihre Harmoniebögen weiter spannen. Zu schön, um wahr zu sein. Feist kommt nicht mehr auf nen <a href="http://www.rezeptewiki.org/wiki/Heringsstip" target="_blank">Heringsstip </a>vorbei. Fehlt aber auch nicht. Das Lagerfeuer knackt auch so. Die Party ist rum und die Mädchen leeren ihre mit Lippenstift befleckten Weingläser und blinzeln verliebt zu uns rüber. Okay, morgen gibt es noch mal <a href="http://www.rezeptewiki.org/wiki/Steckr%C3%BCbeneintopf" target="_blank">Steckrübe</a>. Versprochen.</p>
<p>Erschienen bei Virgin/Source</p>
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