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	<title>Jahrgangsgeräusche &#187; Rock</title>
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	<description>Popkultur und unbedingte Zonen</description>
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		<title>Bebe &#8211; Un Pokito De Rocanrol</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 08:20:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Spanische Rockmusik hat es nicht leicht, in Deutschland Anklang zu finden. Natürlich gibt es einige bekannte Ausreißer wie Maná, die aber aus Mexico sind oder Heroes del Silencio, doch meist sind es die Plastiksommer-Lieder, die kurz in den Charts auftauchen, um dann als Maxis in den CD-Schränken zu verfaulen, wie im Trolley vergessene nasse Bikini-Höschen. Bebe lässt sich aber nicht beirren, reist sogar nach Paris, um noch mehr zu verwundern.
Sie startet mit einem 6-Minüter, der in zwei Songs unterteilt wird, der schnöde rockt, um dann zur Überraschung in den HipHop ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Spanische Rockmusik hat es nicht leicht, in Deutschland Anklang zu finden. Natürlich gibt es einige bekannte Ausreißer wie Maná, die aber aus Mexico sind oder Heroes del Silencio, doch meist sind es die Plastiksommer-Lieder, die kurz in den Charts auftauchen, um dann als Maxis in den CD-Schränken zu verfaulen, wie im Trolley vergessene nasse Bikini-Höschen. Bebe lässt sich aber nicht beirren, reist sogar nach Paris, um noch mehr zu verwundern.<span id="more-24285"></span><br />
Sie startet mit einem 6-Minüter, der in zwei Songs unterteilt wird, der schnöde rockt, um dann zur Überraschung in den HipHop und zu Justin Timberlake oder Nicki Minaj zu driften. Gewöhnungsbedürftig, aber mutig.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2012/02/Bebe.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-24286" title="Bebe" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2012/02/Bebe.jpg" alt="" width="540" height="270" /></a></p>
<p>Danach wird es spannender, denn immer wenn Bebe haucht und ihren noch vorhandenen Kleinmädchencharme spielen lässt, wird es interessant. Dann erinnert sie sogar an große Zeiten, in denen Les Rita Mitsouko mit Punkattitüde die Welt eroberten, obwohl sie aus Europa stammten. &#8220;<em>Adios</em>&#8221; hüpft süß mit vielen Worten auf einer Kindermelodie herum. Wilde Percussions folgen, die einen Störbass als Unterlage haben, auf die dann eine Gitarre als Sirene verkleidet ihr Unwesen treibt. Bebe wehrt sich in einigen Liedern, den Refrain zu zelebrieren. Ihr geht es um eine wilde Mischung, die die Stile mixt. Stillos wäre das falsche Wort, denn Bebe weiß schon, warum sie ihre Görenart einsetzt und wieviel sie da machen muss. Mir persönlich gefallen die langsamen Stücke besser, wenn Bebe gedankenverloren einer Bossa Nova-Figur folgt wie in &#8220;<em>Sabrás</em>&#8220;.</p>
<p>Toll produziert ist das ganze ja. Wenige Instrumente beherrschen die Idylle, die von Bebe mal verfeinert, mal eingerissen wird. Die Dick Dale-Surf-Einschübe klingen weltoffen und gar nicht so falsch. Bebe singt wie ein kleines Teufelchen. Sie hüpft wie ein Rumpelstilzchen, lässt kaum noch Luft zu. Das kann dann schon ein wenig über das Ziel hinausschießen, vielleicht aber auch nur, da ich den Text nicht verstehe, und mit zu vielen Informationen zu kämpfen habe.</p>
<p>Bebe liefert eine abwechslungsreiche Aufnahme ab, die eigentlich zwischen den Nischen Rock, Weltmusik und europäischer Arroganz, die sich immer wieder mit Unwissen an amerikanischem R&amp;B versucht, hin und her pendelt. Mal schreien die Songs nach heftig gemixter Sangria, manchmal aber auch nach kalter, zwei Tage alter Gazpacho. Die Funk-Punk-Anflüge kann man verzeihen, auch die prolligen Dancefloor-Ausflüge, die das Wilde/Agressive suggerieren und Streetcredibility einfordern wollen, das Auslassen griffiger Refrains leider nicht.</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/b8E3Yv-cz_g?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Guided By Voices – Let’s go eat the factory</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 07:50:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der alte Indie-Rock-Zug tuckert wieder über Stock und Stein. Mit 21 Skizzen im Gepäck geht es auf eine musikalische Reise, die nur Kurztrips zu bieten hat. Bevor du im Atlas gegoogelt hast, sitzt Pollard schon wieder im Abteil und schneidet dir einen Apfel klein.
Da pustet eine Blockflöte den Popentwurf von &#8220;Doughnut for a Snowman&#8221; in die Herzen junggebliebener Altrocker. Kann man machen. Leicht verstimmt setzt sich Pollard in den Lofi-Speisewagen. Der Charme springt nur selten über, der ganz große Wurf, das sogenannte Comeback will nicht zünden. Guided By Voices sind ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der alte Indie-Rock-Zug tuckert wieder über Stock und Stein. Mit 21 Skizzen im Gepäck geht es auf eine musikalische Reise, die nur Kurztrips zu bieten hat. Bevor du im Atlas gegoogelt hast, sitzt Pollard schon wieder im Abteil und schneidet dir einen Apfel klein.<span id="more-23957"></span></p>
<p>Da pustet eine Blockflöte den Popentwurf von &#8220;Doughnut for a Snowman&#8221; in die Herzen junggebliebener Altrocker. Kann man machen. Leicht verstimmt setzt sich Pollard in den Lofi-Speisewagen. Der Charme springt nur selten über, der ganz große Wurf, das sogenannte Comeback will nicht zünden. Guided By Voices sind nicht mehr hungrig. Die 90er sind rum, die jungen Wilden haben gelernt und nachgelegt. Pollard versprüht zwar immer noch das Understatement eines Postrockers, doch es fehlen ihm die smarten Slacker, die taumelnden Melodien, die früher den Alltag versüßten. Leider spricht man beim Hören des neuen Albums immer nur von früher. Ein beruhigendes Klavier spielt den Robbie für den Hausgebrauch.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2012/01/GuidedByVoices.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-23958" title="Guided By Voices" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2012/01/GuidedByVoices.jpg" alt="" width="460" height="300" /></a></p>
<p>Man weiß nie, woran man gerade ist. Gut, dass war immer so, doch 2012 soll doch mal wieder eine Überraschung bringen. Die minimalistischen Stücke, die auch vor langsameren Neo Wave-Anleihen nicht halt machen und Geigen für MTV präsentieren, bleiben nur als Charmebolzen zurück, die aber nie aus dem Korsett der Nicht-Konvention ausbrechen können. Vielleicht ist Guided By Voices ein Album geglückt, dass den mp3-Player füllt und eine eingebaute Randomfunktion inne hat. Ein wenig Elliott Smith, Velvet Underground, Camper Van Beethoven, Beatles und so.</p>
<p>Mir ist es insgesamt zu langsam. Da hilft es auch nicht, dass vieles nach 90 Sekunden ins Nirwana geblasen wird. Leider ist das ziemlich langweilig. Zu wenige Ideen zünden. Manches tröpfelt nur, anstatt zu knallen oder zu fließen. Die Altmeister langweilen sich selbst. Schlampige Angelegenheit, nur für den wirklichen Fan ein Highlight. Da greif ich lieber zu den Klassikern.</p>
<p><iframe width="560" height="410" src="http://www.youtube.com/embed/kuqBzVHdrTE?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Pterodactyl – Spills Out</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 08:45:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was für ein Bandname! Was für eine Band! Pterodactyl aus New York sind Rauscheengel, die all die Spielfreude etablierter Rock- und Popbands bündeln, um sich einen eigenen Hospiz zu erbauen. Pflege fängt mit SST an.
Sie reiben sich an der John und Paul-Schulter, buckeln im Unterricht beim Fach Math-Rock vor den Lehrern an der Tafel und haben Krachattacken zur Hand, wenn der No-Wave-Psychedelic nicht mehr zieht.

Melodien fliegen an hektischen Drumflecken vorbei, schauen auf die Erde und lachen dieses sonnige Brian Wilson-Glückseligkeitsgrinsen, dass man zwar bei vielen sieht, aber nicht so manisch ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was für ein Bandname! Was für eine Band! Pterodactyl aus New York sind Rauscheengel, die all die Spielfreude etablierter Rock- und Popbands bündeln, um sich einen eigenen Hospiz zu erbauen. Pflege fängt mit SST an.<span id="more-23717"></span></p>
<p>Sie reiben sich an der John und Paul-Schulter, buckeln im Unterricht beim Fach Math-Rock vor den Lehrern an der Tafel und haben Krachattacken zur Hand, wenn der No-Wave-Psychedelic nicht mehr zieht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2012/01/pterogtk.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-23718" title="Pterodactyl" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2012/01/pterogtk.jpg" alt="" width="544" height="320" /></a></p>
<p>Melodien fliegen an hektischen Drumflecken vorbei, schauen auf die Erde und lachen dieses sonnige Brian Wilson-Glückseligkeitsgrinsen, dass man zwar bei vielen sieht, aber nicht so manisch wie hier. Wenn es Animal Collective noch nicht geben würde, hier wäre alles angerichtet, um sie zu schnitzen. Spills Out hat atemberaubende Melodien, Tribal Jams und den Blick zu Neuem Pop gerichtet. Alles flackert, alles flirrt. Harmonien erwachen, schieben sich hinter Drones und Cymbals. Zwei instrumentale Interludes bringen Ruhe ins Spiel. Kurz. Fast egal. Nein, egal!</p>
<p>Manchmal versucht sich ein Song selbst zu zerfleischen, viele Ideen werden angerissen und zerlegt. Die Ohren werden durchgepustet. Die Stimmen sind wie Waldgeister gekleidet. Etwas spooky hängen sie in den Wipfeln und rauschen auf die Ahnungslosen hinab. Kopfstimme, Bauchstimme, Kinderstimme und Mann im Ohr. Die manchmal wirklich simplen Fuzz-Riffs nehmen sich ernst und machen auch nicht vor Roy Orbison halt. Alles ist ständig aktiv. Ein Scheppern durchdringt catchy Hooklines. Ein toller Mix, der dir dieses Pet Sound-Feeling schenkt und auch nach fünffachem Hören neue Glöckchen, Schleifen und Megafone zum Vorschein bringt.</p>
<p>Im Februar in der Schweiz, Österreich und Deutschland auf Tour:<br />
17/02/12     Duedingen (CH), Bad Bonn<br />
22/02/12     Leipzig (DE), Conne Island<br />
23/02/12     Wien (AT), Chelsea<br />
24/02/12     Dresden (DE), Ostpol<br />
25/02/12     Berlin (DE), Westgermany<br />
27/02/12     Hamburg (DE), Astra-Stube<br />
28/02/12     Nuernberg (DE), K4</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/GGYGW3iDeUE?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><iframe width="560" height="410" src="http://www.youtube.com/embed/hBoMB3hlt_4?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Los Campesinos! – Hello Sadness</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 07:56:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt Stimmen, die bewahren sich ihre Jugendlichkeit ein Leben lang. Die Musik, die um sie herum gebaut wird, kann sich im Lauf der Zeit erwachsener geben, doch die Leadstimme, die hier sogar munter herumgereicht wird, bleibt in den Kinderschuhen stecken und verursacht dieses College-Party-Feeling, das du an manchen Wochenenden noch verspürst. Auch bei den Los Campesinos! ist dies so. Sie gehören, wie auch die ähnlich gestrickten Superchunk zu den Aushängeschildern des Coming Of Age-Sounds vergangener Tage.

Gareth singt sich bubihaft durch angerockte Songs, die gerne mal ins Hymnenhafte abdriften, aber ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Stimmen, die bewahren sich ihre Jugendlichkeit ein Leben lang. Die Musik, die um sie herum gebaut wird, kann sich im Lauf der Zeit erwachsener geben, doch die Leadstimme, die hier sogar munter herumgereicht wird, bleibt in den Kinderschuhen stecken und verursacht dieses College-Party-Feeling, das du an manchen Wochenenden noch verspürst.<span id="more-23193"></span> Auch bei den Los Campesinos! ist dies so. Sie gehören, wie auch die ähnlich gestrickten Superchunk zu den Aushängeschildern des Coming Of Age-Sounds vergangener Tage.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/12/LosCampesinos.jpg"><img class="size-full wp-image-23194 aligncenter" title="Los Campesinos!" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/12/LosCampesinos.jpg" alt="" width="454" height="302" /></a></p>
<p>Gareth singt sich bubihaft durch angerockte Songs, die gerne mal ins Hymnenhafte abdriften, aber nicht mehr so ausfransen wie noch auf den Vorgängeralben. Natürlich gibt es noch Sound-Steilwände, die gerne groß auftischen und Chöre auffordern, sich dagegen aufzustemmen. Doch oben angekommen wird schon mal großmütterlich in die Ferne geschaut und das Schlagzeug weggelassen. Altlasten werden den Hang hinunter gestoßen. Die Melodien der Leadgitarre tragen Collegeradio-Großbuchstaben. Manches erinnert an Sternstunden einer Pavement-Vorlesung. </p>
<p>&#8220;Hello Sadness&#8221; klingt, wie ein Bier aus einem Pappbecher schmeckt. Doch Los Campesinos! wollen jetzt ihr Alter auch in Erwachsenen-Rock packen. Also werden schon mal Krüge oder Flöten gereicht. Der Schaum wird abgeschlagen. Das gelingt auch ganz gut. Gerade in den ruhigeren Momenten, die sich schaukelnd in typischer Indie-Rock-Manier versuchen abzunabeln, geben sich die Großfamilie und die Partycrowd die Hände und feiern eine Zusammenkunft der Genrationen. In Wales steigen täglich Menschen aus der Band aus. Weiter geht es trotzdem. Die verflixte Sieben bleibt ein Erkennungsmerkmal.</p>
<p>Alles wird kompakt zusammen gehalten. Nichts ist zu viel, jedes Schlagzeugbreak sitzt am richtigen Fleck. Die Texte sind gewitzt, doch ein wenig zu viel des Guten. Oft verfolgt die Musik die Texte, dann wird es unübersichtlich. Die Stimmen hecheln Takten hinterher. Vielleicht der einzige Kritikpunkt.</p>
<p>&#8220;Hello Sadness&#8221; ist ein schönes, kurzweiliges Album geworden, das zwischendurch wie die kleine, langweilige Schwester von Arcade Fire daherkommt.</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/-V5SiMKkZrs" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Mutter – Mein kleiner Krieg</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 00:20:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als 2010 das Album „Trinken, Singen, Schießen“ erschien, war das nach 6 Jahren Absenz so etwas wie ein gelungenes Comeback. Mutter hatten das richtige Gespür. Von der Erwirtschaftung des Produktionskapitals durch den Verkauf von Kunst, über das kratzbürstig gute Album selbst bis hin zum Erfolgsmodell Eigenverlag.
Und schon geht es weiter. Mutter haben wieder Freude an ihrem Dasein und Kraft für den heiligen Zorn. Max Müller überdehnt wieder auf seine charakteristische Art Intervalle jenseits jeder Schulintonation. Shaun Ryder lächelt milde. Das macht Müllers Vortrag nach wie vor so authentisch. Und das ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als 2010 das Album „Trinken, Singen, Schießen“ erschien, war das nach 6 Jahren Absenz so etwas wie ein gelungenes Comeback. Mutter hatten das richtige Gespür. Von der Erwirtschaftung des Produktionskapitals durch den Verkauf von Kunst, über das kratzbürstig gute Album selbst bis hin zum Erfolgsmodell Eigenverlag.<span id="more-23178"></span></p>
<p>Und schon geht es weiter. Mutter haben wieder Freude an ihrem Dasein und Kraft für den heiligen Zorn. Max Müller überdehnt wieder auf seine charakteristische Art Intervalle jenseits jeder Schulintonation. Shaun Ryder lächelt milde. Das macht Müllers Vortrag nach wie vor so authentisch. Und das verstärkt die Wirkung seiner Ideenwelt um so eindringlicher. Die Zähigkeit der Lieder entwickelt sich in der langsamen Repetition von Wortspielen. So werden diese zu Slogans geschmiedet, die im Lauf der Zeit an Härte gewinnen. So werden sie zu Refrains von rauer Kraft, die manchmal immer noch mit rebellischem Unterton daherkommen. Der Charme der Penetranz hat mit Mutter nach wie vor einen guten Namen.</p>
<p>Da wirkt nun „Mein kleiner Krieg“ fast wie ein nachgeschobener zweiter Teil, eine Ergänzung zum kürzlich Gesagten. Varianten. Sätze, die mit „aber“ beginnen. Nein, natürlich Lieder, die im Subtext vom „aber“ handeln. Und schon jongliert die kleine Einschränkung mit dem großen Zweifel. Mühelos. Die eine Einschränkung weißt in Richtung Pop und kommt noch etwas ermüdeter daher, als die Band ohnehin manchmal schon wirken will. Die andere weißt in Richtung Auflösung von Songstruktur und Experiment. Ich weiß noch nicht so genau, ob ich diese Art der Mutterschen Stimme näher kennen lernen will. Jeden Tag. Klug ist sie immer noch. Und der Titelsong versöhnt am Ende alle Strömungen.</p>
<p>&#8220;Mein kleiner Krieg&#8221; ist im September 2011 bei <a href="http://www.die-eigene-gesellschaft.de/DEG_Musik.html" target="_blank">Die eigene Gesellschaft</a> erschienen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Magazine – No Thyself</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 08:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Magazine melden sich nach dreißig Jahren mit einem Album zurück, dass es wirklich in wenigen Minuten schafft, das große Kotzen auszulösen.
Howard Devoto macht den Pathos-Clown. Gut, dass war er irgendwie immer schon, aber hier geht mir sein Humor schon ziemlich auf den Zeiger. Langatmige Stücke schwelgen in Erinnerungen, die über Friedhöfe des Postpunk schlendern und ab und an ein Zitat fallen lassen. Doch Erinnerungen sind nicht immer Träume.

Devoto strotzt nur so vor Geltungsdrang, dass einem die Kinnlade runterklappt. Dieser Art-Rock schmerzt mit affigen Piano-Hooks, zickigen Gitarrenfetzen, die sich mit Effekten ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Magazine melden sich nach dreißig Jahren mit einem Album zurück, dass es wirklich in wenigen Minuten schafft, das große Kotzen auszulösen.<span id="more-22641"></span></p>
<p>Howard Devoto macht den Pathos-Clown. Gut, dass war er irgendwie immer schon, aber hier geht mir sein Humor schon ziemlich auf den Zeiger. Langatmige Stücke schwelgen in Erinnerungen, die über Friedhöfe des Postpunk schlendern und ab und an ein Zitat fallen lassen. Doch Erinnerungen sind nicht immer Träume.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/11/magazine_1318945436_crop_550x300.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-22642" title="Magazine" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/11/magazine_1318945436_crop_550x300.jpg" alt="" width="550" height="300" /></a></p>
<p>Devoto strotzt nur so vor Geltungsdrang, dass einem die Kinnlade runterklappt. Dieser Art-Rock schmerzt mit affigen Piano-Hooks, zickigen Gitarrenfetzen, die sich mit Effekten in die Länge ziehen und so jeden Anflug von musikalischer Finesse im Keim ersticken. Devoto schwadroniert über Muckersound, der wirklich hätte im Studio bleiben sollen. Magazine-Fans der ersten Stunde werden vielleicht glücklich damit; ich bin nur Fan der zweiten Stunde und bin maßlos enttäuscht. Devoto schafft mit seinem neuen Album einen Abgesang auf Postpunk. Dies muss man ihm vielleicht hoch anrechnen. Er pinkelt das letzte Lodern endgültig aus.</p>
<p>Das vielleicht beste Stück der Platte (Physics) ist ein trauriges Liedchen, das einen Jarvis Cocker am Mikrofon verdient gehabt hätte. Mir bleibt nichts anderes übrig, als zu Real Life oder Secondhand Daylight zu greifen, von den Buzzcocks will ich hier gar nicht reden. Vielleicht hätte Devoto ein Buch schreiben sollen.</p>
<p><iframe width="560" height="410" src="http://www.youtube.com/embed/PNoDsHksjbI" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Grande Roses – Hide EP</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 06:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Schweden gibt es Köttbular zum Frühstück. Natürlich wird auch schon morgens Musik gehört. Dein Ikea-Family-Feeling braucht Untermalung. Bruce Springsteen ist da meistens erste Wahl.

Grand Roses beackern das Feld des großspurigen Rock, der sich an Bruce, Arcade Fire und Sisters Of Mercy abarbeitet. Große Melodien verehren den Stadionbesuch, der mit einer düsteren Stimme zum New Model Army-Erlebnis wird. Die Fahnen hängen dir ständig im Gesicht. Du kannst kaum was sehen. Grande Roses wildern, das muss man schon sagen, sie sägen Gitarrensoli aneinander, die bei Héroes del Silencio nicht schöner schimmerten. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Schweden gibt es Köttbular zum Frühstück. Natürlich wird auch schon morgens Musik gehört. Dein Ikea-Family-Feeling braucht Untermalung. Bruce Springsteen ist da meistens erste Wahl.<span id="more-21653"></span></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/09/grand-roses-543x550.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-21654" title="Grande Roses" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/09/grand-roses-543x550.jpg" alt="" width="543" height="550" /></a></p>
<p>Grand Roses beackern das Feld des großspurigen Rock, der sich an Bruce, Arcade Fire und Sisters Of Mercy abarbeitet. Große Melodien verehren den Stadionbesuch, der mit einer düsteren Stimme zum New Model Army-Erlebnis wird. Die Fahnen hängen dir ständig im Gesicht. Du kannst kaum was sehen. Grande Roses wildern, das muss man schon sagen, sie sägen Gitarrensoli aneinander, die bei Héroes del Silencio nicht schöner schimmerten. Jeder Tempel Of Love wird betreten, um sich niederzulassen, auch wenn es nur für die Single-Zeit von drei Minuten ist.</p>
<p>Bruce Springsteen wird gegen Mittag wieder vergessen. Geschichten sind zwar auch für Grande Roses spannend, doch sie wollen wohl mehr den Rock huldigen als den Protagonisten mit seinen Gefühlen. Hört man die EP Hide, bekommt man diese mehlbestäubten Hüte und Mäntel von Fields of the Nephilim nicht aus dem Kopf. Immer wieder hängt dir diese riesige Fahne im Gesicht. Du hasst Festivals. Warum müssen Typen immer ihre Ischen auf den Schultern tragen? Grande Roses langweilen auf offener Szene. Jeder Anflug von Classic Rock klingt nach Glashaus. Ich sammle ein paar Steine und schmeiße.</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/F0lDabYXNdw" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Roy Black and the Cannons – The Last Rock ‘n’ Roll Show – Live 26.12.1964</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 02:35:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Blacky, Blacky, Blacky&#8221; schreien die Kids. Nein, sie meinen nicht den Fuchsberger. Besser. Sie meinen Roy Black.
Augsburg wird für einen Augenblick das Liverpool der Herzen. Es ist 1964, das Jahr in dem Roy Black noch blutigen Schweiß verströmte. Eine Gymnasium-Talentshow wird für Roy Black zum Triumph. Das Fernsehen ist da. Mädchen schreien sich in Ekstase. Was passiert auf der Bühne? Die Jungs spielen Rock &#8216;N&#8217; Roll. Das neue Ding. Die Band bekommt kurzen lokalen Ruhm geschenkt. Dann wird ihnen Roy genommen. Er sollte Größeres erreichen.

Hier hören wir nun ein letztes ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Blacky, Blacky, Blacky&#8221; schreien die Kids. Nein, sie meinen nicht den Fuchsberger. Besser. Sie meinen Roy Black.<span id="more-21727"></span><br />
Augsburg wird für einen Augenblick das Liverpool der Herzen. Es ist 1964, das Jahr in dem Roy Black noch blutigen Schweiß verströmte. Eine Gymnasium-Talentshow wird für Roy Black zum Triumph. Das Fernsehen ist da. Mädchen schreien sich in Ekstase. Was passiert auf der Bühne? Die Jungs spielen Rock &#8216;N&#8217; Roll. Das neue Ding. Die Band bekommt kurzen lokalen Ruhm geschenkt. Dann wird ihnen Roy genommen. Er sollte Größeres erreichen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/09/Live-im-Weissenberger-Hof-Augsburg.jpg"><img class="size-large wp-image-21728 aligncenter" title="Roy Black and the Cannons" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/09/Live-im-Weissenberger-Hof-Augsburg-1024x666.jpg" alt="" width="588" height="382" /></a></p>
<p>Hier hören wir nun ein letztes &#8220;Spanish Harlem&#8221;. Es hat schon den Schmalz, der einfach bei Roy dazu gehörte. Guter Sänger. Die Orgel spielt scheppernd die Melodie. Wir wissen, dass Roy kurz darauf von Beat auf Sweet umstieg. Ob er das wollte, bleibt bis heute wohl das große Thema.</p>
<p>Das letzte Konzert ist nun aufgetaucht. Am 26. Dezember 1964 geben Roy Black and the Cannons ihre letzte Rock’n’Roll Show in der Sheridan-Kaserne. Tastenmann Günther Ortmann hat glücklicherweise ein Grundig TK23 Tonbandgerät mit einem kleinen Mikrophon zur Hand. Damit zeichnet er das Konzert auf. Die Aufnahmen, die er mit seinem Koffertonbandgerät gemacht hat, gerieten in Vergessenheit. Sie schlummerten Jahrzehnte lang auf seinem Augsburger Dachboden, wo er sie vor einiger Zeit wiederentdeckte.</p>
<p>Die sechs Songs, die sich noch überspielen und restaurieren ließen, gibt es jetzt zu hören. Ein scheppernder mit Liebe vorgetragener Auftritt, der Roy in ganzer Pracht zeigt. Für Fans ein Muss.</p>
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		<title>Dum Dum Girls &#8211; Only in Dreams</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 11:24:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Dum Dum Girls lassen Luft ab. Das Schlauchboot, das sie über Wasser hält, macht quietschende Sounds. Auch die Girls quietschen, doch mit einer Freude, die ansteckend ist. Sie preschen weiter aus den College-Radios in die Radiostationen und wirbeln die Garagen-Szene durcheinander. Wie aus einem Guss präsentieren sie ihre neuen Schieber mit Eleganz und Rockattitüde.
Die Surfgitarre spielt sich an den Wellen wund. Kleine Melodiebögen fliegen durch die Halle, die mit extrem sexy Parfum gewässert wurde. Dee Dee hat sich zur Frontfrau gemausert, die mit ihrer Stimme auch den alten Country ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Dum Dum Girls lassen Luft ab. Das Schlauchboot, das sie über Wasser hält, macht quietschende Sounds. Auch die Girls quietschen, doch mit einer Freude, die ansteckend ist.<span id="more-21583"></span> Sie preschen weiter aus den College-Radios in die Radiostationen und wirbeln die Garagen-Szene durcheinander. Wie aus einem Guss präsentieren sie ihre neuen Schieber mit Eleganz und Rockattitüde.</p>
<p>Die Surfgitarre spielt sich an den Wellen wund. Kleine Melodiebögen fliegen durch die Halle, die mit extrem sexy Parfum gewässert wurde. Dee Dee hat sich zur Frontfrau gemausert, die mit ihrer Stimme auch den alten Country in den Punkrock holt. Die Dum Dum Girls haben sich dem Twang verschrieben, der hier nun wohl seinen Höhepunkt erreicht. Tolle Songs ergeben sich dem Pop der 60er Jahre.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/09/DumDumGirls.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-21584" title="Dum Dum Girls" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/09/DumDumGirls.png" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Die Damen singen sich in Rage, sie trällern und unterstützen sich bei jeder noch so kleinen Wendung. Auch wenn der Sommer sich gar nicht richtig zeigte, wenn du ein, zwei Songs der Girls hörst, schwebst du wie auf Wolken und tanzt mit dir selbst den Paartanz. Die Songs mit ihren knarzigen Gitarren-Smashs sind so zauberhaft, dass du jeden Handclap fiebrig mitklatschst. Die Dum Dum Girls nähern sich immer mehr Best Coast, das ist nicht schlimm. Warum sollten sie auch nicht auf den rasenden Zug aufspringen? Die Songs stimmen. Alles stimmt. Style und Gehabe.</p>
<p>Natürlich spürt man in jeder Note den Hang zu Fashion und überteuerten Dosensardinen in Luxus-Speisepalästen, doch lass sie ruhig mal machen. Eine 6 Minuten Ballade holt dich von der Veranda ins Haus. Da sitzt schon Liz Phair im Schneidersitz. Du hälst sie gefangen, damit sie nicht noch mehr Unfug anrichtet. Jetzt ist Zeit für Eistee mit Schuss und RTL-Exklusiv. Und dann bist du mal wieder überrascht, dass Frauke Ludowig nicht älter wird. Auch die Dum Dum Girls pumpen sich Jugendlichkeit in die Venen. Es scheint zu helfen. Frischer klangen sie nie. Top Platte.</p>
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		<title>Kasabian – Velociraptor!</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 09:27:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kasabian sind nie in Deutschland angekommen. Warum nur? Liegt es daran, dass ihre Britrock- und Psychonummern immer einen Tick zu lang sind? Oder sind sie für die Oasis-Hörerschaft zu unprollig? Wir Deutschen lieben doch Streicher in Kombination mit Drogen!
Kasabian liefern schon wieder ein Album ab, dass es in sich hat. Lange, grollende Nummern, die sich sehr musikalisch nach vorne preschen. Kasabian-Stücke muss man ja des öfteren hören, denn sie verlangen einem schon viel ab. Eine Millionen Teile treffen sich auf nen Männer-Tee. Tolle Chöre ziehen an den Orgeln vorbei, die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kasabian sind nie in Deutschland angekommen. Warum nur? Liegt es daran, dass ihre Britrock- und Psychonummern immer einen Tick zu lang sind? Oder sind sie für die Oasis-Hörerschaft zu unprollig? Wir Deutschen lieben doch Streicher in Kombination mit Drogen!<span id="more-21919"></span></p>
<p>Kasabian liefern schon wieder ein Album ab, dass es in sich hat. Lange, grollende Nummern, die sich sehr musikalisch nach vorne preschen. Kasabian-Stücke muss man ja des öfteren hören, denn sie verlangen einem schon viel ab. Eine Millionen Teile treffen sich auf nen Männer-Tee. Tolle Chöre ziehen an den Orgeln vorbei, die von den Gitarren getreten werden. Auf der Snare steht Rave.</p>
<p>Dann gibt es diese Stimmungsschwankungen. Man verschiebt sich mit den Gezeiten. Jahre werden zurückgedacht. Kasabian sind schon lustige Vögel. Sie nutzen verstaubte Mittel, die aber immer wieder golden in der Sonne schimmern. Und da sind doch die schnulzigen 80er. Sie werden elektronisch gebumst. Oder gescannt.</p>
<p>&#8220;Goodbye Kiss&#8221; fliegt verträumt durch Paul Wellers Herz, dass sich an die Gallagher schmiegt. Die Songs sind stimmig. Alles passt. Also woran liegt es denn nur, dass die Band in Deutschland noch nicht Fuß fassen konnte? Sind die psychedelischen Momente zu großspurig? Sind die unzähligen Beatles-Zitate nur was für Liverpooler? Keine Ahnung! Diese unglaublichen Tempowechsel in den Stücken, die den Zirkusdirekor vor das Zelt locken, sind zauberhaft. Eine große Retroparty wird geschmissen, obwohl alles ein wenig traurig stimmt. Zu viele Backspins, zu viele veträumte Bierleichen pflasten ihren Weg. Die Kinks haben sie drauf. Alles können sie. Also warum nur? Sie hören schon Stimmen. Die flüstern:&#8221;Scheiß drauf!&#8221;</p>
<p>Vielleicht sind wir einfach nur blöd! Geht ja mit der Humorfrage auch schon hundert Jahre. Kasabian bleiben meine Disco-Psychos, die bekifft Kula Shaker covern und Blur die Flasche geben. Nichts für den Pubbesuch. Eher was für den heimischen Teppich, der dann anfängt zu fliegen. Kasabian werden am Ende des Jahre wieder vergessen. Aber das hatten wir ja schon. Hit me harder!</p>
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