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Artikel in der Kategorie Jazz

2010, 2012, Jazz, Musik, Pop, Rezensionen, Zeitleiste »

[7 Feb 2012 | 4 Kommentare | ]
Paul McCartney – Kisses on the Bottom

McCartney lehnt sich zurück und sein Blick wandert durch die Fotoalben seiner Eltern. In seinem Kopf versucht sich, eine Stimme Gehör zu verschaffen, die aber nicht mehr die Puste ihrer goldenen Zeiten hat. Auch die Bauchstimme gibt nur noch bruchstückhaft das wieder, was sie mal auf dem Kerbholz hatte. Und trotzdem ist das neue Album ein stimmiges Vintagegeschenk an die Liebe und nicht nur für Fans.

2010, 2011, Jazz, Musik, Rezensionen, Zeitleiste »

[6 Aug 2011 | Ein Kommentar | ]
Vinicius Cantuária & Bill Frisell – Lagrimas Mexicanas

Die Sonne geht unter. Zwei Ausnahmegitarristen treffen sich auf der Veranda. Beide spielen sanfte Bossa Novas, die natürlich immer eine Wendung in sich birgen, die nicht jeder Worldmusic-Fan nachvollziehen kann.

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[30 Jun 2011 | 3 Kommentare | ]
Matana Roberts – Coin Coin Chapter One: Gens De Couleur Libres

Gesprächskreise reden sich den Mund fusselig. Diedrich Diederichsen beehrt mal wieder die Spex und das alles nur wegen Matana. Bevor das Fass überläuft, muss man noch schnell seinen Senf dazugeben. Auch ich.

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[27 Mai 2011 | Ein Kommentar | ]
Nat Baldwin – People Changes

Nat Baldwin macht sich nackig. Ihm reicht seine hohe Kopfstimme, die immer wieder versucht, neue Wege zu gehen. Als Begleiter wählt der Bassist der Dirty Projectors natürlich seinen Bass. Ihn streicht er mit einem Bogen. Manchmal zupft er auch oder macht beides gleichzeitig. Mehr benötigt er nicht.

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[4 Mai 2010 | Kein Kommentar | ]
Mulatu Astatke – Mulatu Steps Ahead

Es gibt Auszeichnungen, die klingen einfach nicht so gut. Mulatu Astatke hat schon lange einen legendären Status inne als, ja als Vater des Ethio-Jazz, so lese ich. Traditionell Äthiopisches trifft Jazz anglo-amerikanischer Prägung. Das war lange bevor er 2005 durch Jim Jarmuschs Film „Broken Flowers“ einem größeren Publikum bekannt wurde. Der Vibraphonist Mulatu Astatke legt nun nach etlichen Jahren ein neues Soloalbum vor, das man getrost als sehr kosmopolitisch bezeichnen kann.

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[15 Feb 2010 | Kein Kommentar | ]
Jaga Jazzist – One-Armed Bandit

Ein Kopf wurde schon gekürzt, doch da sind immer noch neun Gehirne, die versuchen einen klaren Gedanken zu fassen. Die Bläser blasen gegen Fusion-Gitarren und das Schlagzeug versucht mit dem Flanger-Bass eine Wochenendbeziehung zu führen. Die Norweger Jaga Jazzist legen nun schon, wenn man die EP’s auch mitzählt ihr neuntes Album vor und nicht vieles hat sich verändert. Immer noch sind wahnsinnig viele Musikstile involviert. Da fliegt schon mal eine Fernsehmelodie vorbei und grüßt Captain Future mit einem Nebelhorn. Die Galaxie hat nicht nur einen Todes-Stern.

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[15 Jan 2010 | 2 Kommentare | ]
Ahleuchatistas – Of The Body Prone

Dem Math-Rock wurden schon länger nicht mehr die Wurzeln gezogen. Eine sterile Zange lässt ihren Frust in den Kiefern der Welt raus. Eine professionelle Zahnreinigung gehört zur Avantgarde. Ein Genre, das schon länger brach liegt erfährt eine Wiederauferstehung, ohne sich dabei unbedingt in den Mittelpunkt zu stellen. Ohne Betäubung werden Niere und Leber entfernt. „Wenn Sie schon mal da sind!“. Nur Spezialisten dürfen sich die Arme bis zum Ellenbogen waschen und in Gummihandschuhe schlüpfen. Die Ahleuchatistas sind Experten.

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[20 Okt 2009 | 2 Kommentare | ]
Lord Newborn & the Magic Skulls – Lord Newborn & the Magic Skulls

Der Eröffnungstrack kann kaum programmatischer betitelt werden: „A Phase Shifter I’m Going Through“. Denn dieser wirft uns mit weit ausholender Geste in ein bluesiges Girarren-elektrifiziertes Oevre, das sogar einem gealterten Jimi Hendrix zugesagt hätte. Im Downtempo schlendern die Lords durch leicht psychedelisch angehauchte ebenso funkige wie jazzige Instrumentals. Immer entspannt grooven sich der Ex-Teilzeit Beastie Boy Money Mark und seine Compañeros Shawn Lee und Tommy Guerrero durch ihr neues Studioprojekt.

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[17 Okt 2009 | Ein Kommentar | ]
BLK JKS – After Robots

Schon mal über Tempowechsel nachgedacht? Schon mal Polyrhythmik rückwärts buchstabiert? Schon mal TV On The Radio mit Sturmmasken den Zulu-Blues geblasen? Die Black Jacks kommen aus Johannesburg und braten uns eins über. Das Quartett stolpert durch wirre Klangwelten, in denen David Bowie ungeschminkt die Aschenbecher ausleckt.

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[16 Okt 2009 | Kein Kommentar | ]
Bill Frisell – Disfarmer

Frisell hat dem Jazz den Rücken gekehrt. Der überall zu spürende Drang einer Neudefinition oder das muckertypische Suhlen in altbekannten Mustern scheinen ihm übel aufgestoßen zu sein. Sein Blick wandert lieber nach Nordamerika. Dort in den verblichenen Arbeitervierteln, wo der Staub noch die Stiefel verdreckte, schlägt er seit geraumer Zeit sein Lager auf. “Good Old Country”-Schilder verwittern vor erhabener Watercraft-Kulisse. Heber Springs ist das Örtchen, das Frisell für sich entdeckt hat und somit auch den berühmtesten Sohn des Städtchens: Mike Disfarmer.

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[9 Okt 2009 | Ein Kommentar | ]
Jim O’Rourke – The Visitor

Die Sonic Youth-Tage sind vorbei. Auch die letzten musikalischen Treffen mit Tweedy und Kotche für das Projekt “Loose Fur” liegen einige Jahre zurück. Obwohl Kotche auf “The Visitor” wieder einmal beweist, wie wichtig gute Drummer heutzutage sind und Freundschaften innerhalb der Szene sowieso. Diesmal wirbt O’Rourke aber endlich wieder mit seinem eigenen Namen. Acht Jahre ist sein letztes Album nun her. Eine lange Zeit. Aber O’Rourke war ja nicht untätig. Sinustöne und Avantgarde-Gehoppel mit Kracheskapaden durften sich einige Auserwählte auf Kunstevents in den Ausstellungskatalog kleben.

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[5 Okt 2009 | Kein Kommentar | ]
John Zorn – O’o

Zorn tut es schon wieder. Sein Schaffensdrang ist unermüdlich. Nach “Alhambra Love Songs” nun also wieder ein Schmuseding mit neuen Werken. Das Thema “Soundtrack” scheint für dieses Jahr erstmal vom Tisch zu sein. Obwohl man weiß ja nie, was bei Zorn noch so auf dem Notenblock steht. Seine Allstarmusiker sind selbstredend wieder mit an Bord.

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[17 Sep 2009 | Kein Kommentar | ]
Rufus Wainwright – Milwaukee At Last !!!

Rufus betritt die Bühne. Der Applaus schallt ihm entgegen. Er nimmt das Mikro vom Piano, wirft den Schopf in den Nacken, schließt die Augen und erhebt seine Stimme. Das Publikum ist vom allerersten bis zum letzten Ton gefangen. Der Meister hat sich die Zuschauer einfach genommen. Fragen brauchte er nicht. Sie waren schon willig angereist. Perfekt!

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[15 Sep 2009 | 4 Kommentare | ]
Prefuse 73 – Everything She Touched Turned Ampexian

Der Rhythmus der Loops ist feiner geworden, kleinteiliger. Weg von den breiten Beats des Hip-Hop. Hektik und Schärfe sind entwichen. Die Schlagzahl der Samplewechsel ist, verglichen mit gängigen Hörgewohnheiten, immer noch hoch, aber ihre Gesamtzahl ist geringer als auf früheren Prefuse 73-Alben. Es sind nicht mehr die brüchigen Samplegewitter, die uns um die Ohren gewickelt werden. So entstehen zwar nach wie vor vertrackt strukturierte Patterns und filigrane Muster mit hoher Bittiefe, doch der Gesamteindruck ist ein entspannterer.

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[12 Jun 2009 | Kein Kommentar | ]
John Zorn – Alhambra Love Songs

Versalzen ist hier nichts. Und trotzdem scheint Zorn bis über beide Ohren verliebt.Der Ausnahmekomponist, mit Hang zu Workaholism, herzt und bauchpinselt seine Lieben. “Alhambra Love Songs” ist süß aber nicht klebrig. Zorns Musiker Rob Burger, Greg Cohen und Ben Perowsky säuseln und geben Kusshand. Piano, Bass und Drums. Wahre Liebe benötigt meistens nicht mehr.
Böse Zungen behaupten, dass sich Zorn nun in den Chill-Out-Areas New Yorks verirrt hat. Doch würden Easy Listening-Schandtäter dem Bösewicht Mike Patton einen Song widmen?