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	<title>Jahrgangsgeräusche &#187; Industrial</title>
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	<description>Popkultur und unbedingte Zonen</description>
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		<title>The Soft Moon – Total Decay EP</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 08:14:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mein Fast-Namensvetter Luis Vasquez schiebt nun dieses Jahr ein zweites, düsteres Brett nach. Nach &#8220;The Soft Moon&#8221; gibt es eine EP, die sich mit treibenden Industrialbeats und Stimmfetzen aus der Schwitzhütte in die Wohnzimmer der Suicide-Gang prügelt.
Tiefschwarze Bässe ziehen mit Schlangenlinien durch neowavige Landschaften. Dein Kopf rotiert. Der Betreiber des kalten Nachtclubs deiner Kleinstadt füllt die Nebelmaschine nach. Heute kommt die Jugend und sie will nicht gesehen werden. Vasquez nutzt einen Slogan, um sich mit kreischender Stimme an den Drones vorbeizustemmen. Für alle Joy Division-Fans hat er einen blinden Spiegel ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Fast-Namensvetter Luis Vasquez schiebt nun dieses Jahr ein zweites, düsteres Brett nach. Nach &#8220;The Soft Moon&#8221; gibt es eine EP, die sich mit treibenden Industrialbeats und Stimmfetzen aus der Schwitzhütte in die Wohnzimmer der Suicide-Gang prügelt.<span id="more-23275"></span></p>
<p>Tiefschwarze Bässe ziehen mit Schlangenlinien durch neowavige Landschaften. Dein Kopf rotiert. Der Betreiber des kalten Nachtclubs deiner Kleinstadt füllt die Nebelmaschine nach. Heute kommt die Jugend und sie will nicht gesehen werden. Vasquez nutzt einen Slogan, um sich mit kreischender Stimme an den Drones vorbeizustemmen. Für alle Joy Division-Fans hat er einen blinden Spiegel aufgehängt. Die frühen 90er bereiten nach wie vor Kopfschmerzen. The Soft Moon klingt nach einem Nirgendwo, in dem David Lynch Bürgermeister ist. Nach 15 Minuten ist der Schauer vorüber. Powerful Drumming steht dem Noise in nichts nach. Zwangsisolation für die Bondage-Party unter Fremden.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/12/thesoftmoon_deadlove.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-23276" title="The Soft Moon" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/12/thesoftmoon_deadlove.jpg" alt="" width="400" height="266" /></a></p>
<p>The Soft Moon reißt Haut ein, da können auch die rhythmischen Claps nichts mehr retten, die auch irgendwann auf die Zwölf schlagen. Elektro-Noise der extremen Sorte. Der letzte Synthesizer ist gefallen und Vasquez quält uns mit einem Zwischenstopp an der Raststätte. Brutale 15 Minuten lang kocht er Bockwürste in Motorenöl und die isst er noch nicht mal, sondern macht eklige Dinge damit. Ich habe Angst vor 2012.</p>
<p>Total Decay EP kannst du <a href="http://www.spin.com/articles/first-spin-listen-soft-moons-total-decay-ep" target="_blank">hier</a> hören</p>
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		<title>These New Puritans &#8211; Hidden</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 09:41:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir schlendern durch Ost-Sachsen in England. In der Luft klebt ein beißender Abwassergeruch und natürlich regnet es. Der Knirps bleibt ständiger Begleiter. Southend-on-Sea versucht seine berühmtesten Bewohner mit einem Vergnügungspier zu erotisieren. Jedes hart erarbeitete Pfund wird in einen Daddel-Automaten gesteckt. Hier kommst du nicht so schnell weg. London scheint Lichtjahre entfernt. These New Puritans schauen trotzdem über den Tellerrand. „Was machen die Anderen?“. „Gut, dann machen wir was anderes!“.
Britpop ist was für Mods und eure Gitarren können hier nicht punkten. Hier wird die Suche nach einem transzedenten Verständnis der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir schlendern durch Ost-Sachsen in England. In der Luft klebt ein beißender Abwassergeruch und natürlich regnet es. Der Knirps bleibt ständiger Begleiter. Southend-on-Sea versucht seine berühmtesten Bewohner mit einem Vergnügungspier zu erotisieren. Jedes hart erarbeitete Pfund wird in einen Daddel-Automaten gesteckt. Hier kommst du nicht so schnell weg. London scheint Lichtjahre entfernt. <a href="http://www.thesenewpuritans.com/" target="_blank">These New Puritans</a> schauen trotzdem über den Tellerrand. „Was machen die Anderen?“. „Gut, dann machen wir was anderes!“.<span id="more-6681"></span></p>
<p>Britpop ist was für Mods und eure Gitarren können hier nicht punkten. Hier wird die Suche nach einem transzedenten Verständnis der göttlichen Ideen, welche sich hinter der sichtbaren Welt befinden, auf neueste Weise in den Popkontext gedrückt. Wer zettelt endlich einen Krieg an? <a href="http://www.youtube.com/watch?v=GIfKqgWPVvk" target="_blank">„We Want War!“</a>. Eines ist gewiss, nämlich dass die Numerologie hinter allem steckt. Pseudowissenschaft hin oder her. Doch die Verknüpfungen von Zahlen und Ereignissen lassen einen Pub-Besuch mit einer Menge Striche auf dem Bierdeckel mystisch erscheinen.</p>
<p>These New Puritans verwirren und schockieren. Japanische Trommeln geben den Rhythmus vor. Steve Reich nippt genüsslich am Met. Unheimliche mitteralterliche Chöre schwimmen gegen den Strom. Die Kutten saugen sich schnell mit Wasser voll und diese Schwere zieht dich rasch in die Tiefen der Dramatik. Schmerz gibt es an jedem Kiosk in Tüten. <a href="http://www.myspace.com/thesenewpuritans" target="_blank">These New Puritans</a> packen gerne auch noch Effektgeräte hinzu. Kolossal werden R’n&#8217;B-Champagner-Flaschen ausgeschenkt. Ohne Aufpreis.</p>
<p>Die Blechbläser geben dir die verlorengegangene Menschlichkeit zurück. Gewalt spielt im Ensemble nicht die letzte Geige. Der Bass brummt in deinem Schädel und dann nach langer Zeit erwartet dich ein kleiner Popverweis. Die kurze Freude lässt dich noch mal in die Bibel blicken. Unter Ketzer findest du endlich deine Bestimmung. An jedem Baum wird gerüttelt, holt sie von den Bäumen! Runter mit den Angebern, die immer alles zerreden müssen. Dort oben darf niemand hocken. Weitblick ist strengstens verboten. Knüppel aus dem Sack!</p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/01/thesenewpuritans.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6684" title="thesenewpuritans.jpeg" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/01/thesenewpuritans.jpg" alt="thesenewpuritans.jpeg" width="460" height="300" /></a></p>
<p>Der Gesang von Jack Barnett quält sich durch dick angelegte Arrangements. Immer nur als Teil, nie ist er der Chef. Er ergibt sich freiwillig dem Großen und Ganzen. Mark E. Smith trifft <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Dee" target="_blank">John Dee</a> an der Wursttheke. Heute steht Pannas auf dem Wunschzettel.<br />
Überall plockert und kratzt es. Jeder Arzt würde Neurodermitis diagnostizieren. Schorfbildung ist auch auf dem Stundenplan. Gleich nach Philosophie.</p>
<p>Die Avantgarde betritt das Vergnügungspier und hat die Taschen voller Münzen. Heute werden Kulturgüter verschleudert. Du holst zum zehnten Mal deinen Schirm aus der Tasche. Deine Goretex-Jacke schwimmt so schön in der Themse. Schutzkleidung ist doch was für Memmen. Deine frisch rasierte Brust ist nun ganz rot. Kalt draußen.</p>
<p>Am Ende ist das Orchester allein. Die Band sitzt Backstage und schreibt Zahlenkominationen auf die Cateringboxen. „Damit die Angestellten morgen was zu knobeln haben!“. These New Puritans schieben ein zweites Album nach, dass wirklich nicht einfach zu konsumieren ist. Doch genau darum geht es den Ost-Sachsen. Verwirrung stiften, anecken, polarisieren und gelegentlich betören.</p>
<p>Eine scheue Schönheit, die experimentell mit ihren Haaren spielt und eine Harfe aus Dornen in den Händen hält. Gothic für die Ungeschminkten. Der Bodennebel wird von halbnackten Tänzern ins Firmament befördert. These New Puritans gehen den erschwerlichen Theaterweg. Sie schneiden mit Scheren mehrere Gucklöcher in den Vorhang, um sehen zu können, ob das Publikum nach der Aufführung noch sitzen bleibt. Falls irgendwer es wagt aufzustehen, wird der japanische Trommler noch mal rausgeschickt. „Klopp’ sie weg!“ Meisterwerk oder Unfug? Eines kann ich versprechen: „Dir wird der Marsch geblasen!“.</p>
<p>Erschienen bei <a href="http://www.dominorecordco.com/" target="_blank">Domino</a></p>
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		<title>Former Ghosts &#8211; Fleurs</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 10:04:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da wackeln die Eier im Karton. Die Bohrmaschine liegt fest in der Hand. Die Hi-Hat steht neben der Rohrzange. Deine Baustelle wird zum Tatort und du machst dich „Obenrum“ frei. Du zeigst, was du hast. Dein Tittenansatz verstört, doch jeder Auswuchs ist von Gott gewollt. Der Teekessel pfeift und die Bassdrum poltert wild drauf los. Die Synthies stehen wie eine Eins. Dein Megaphon ist schon voll Spucke gelaufen. Trauerarbeit sieht anders aus.
Der Simon Gallup-Bass heuchelt dir ewige Treue vor, doch an der nächsten Ecke lauert schon die Versuchung mit rotgeschminkten ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da wackeln die Eier im Karton. Die Bohrmaschine liegt fest in der Hand. Die Hi-Hat steht neben der Rohrzange. Deine Baustelle wird zum Tatort und du machst dich „Obenrum“ frei. Du zeigst, was du hast. Dein Tittenansatz verstört, doch jeder Auswuchs ist von Gott gewollt. Der Teekessel pfeift und die Bassdrum poltert wild drauf los. Die Synthies stehen wie eine Eins. Dein Megaphon ist schon voll Spucke gelaufen. Trauerarbeit sieht anders aus.<span id="more-6171"></span></p>
<p>Der Simon Gallup-Bass heuchelt dir ewige Treue vor, doch an der nächsten Ecke lauert schon die Versuchung mit rotgeschminkten Lippen. Auch das Wort Hass liegt in Großbuchstaben neben der alten Türklinke. Du baust alles aus. Du brauchst dich nicht mehr zu verstecken. Türen werden ausgehängt. Dein Duschbad wird zur Gesangskabine umfunktioniert. Der Zahntechniker befestigt die feste Spange. Du schniefst ins Taschentuch. Hat doch gar nicht weh getan. Die Dunkelheit tut deinen Augen weh, doch ohne Schlafbrille bist du nicht vollkommen. Du predigst alte Weisheiten, ohne Rücksicht auf Verluste. Verlustgeschäfte schließen eh immer schon um Sechs.</p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2009/12/formerghosts.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6172" title="formerghosts" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2009/12/formerghosts.jpg" alt="formerghosts" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Du wechselst kurz auf Schlagbohrer und klopfst an die Schmerzgrenze. Dein Schrottplatz gibt noch vieles her. <a href="http://www.xiuxiu.org/" target="_blank">Xiu Xiu</a> und <a href="http://www.zolajesus.com/" target="_blank">Zola Jesus</a> reichen sich die Hände und feilen ihre Ellenbogen. Schön spitz müssen sie sein. Nur so tuen sie richtig weh. Das Nachtsichtgerät trägt <a href="http://freddyruppert.blogspot.com/" target="_blank">Freddy Ruppert</a>. Er ist einer der Sehenden unter Nachtblinden. „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=dGxsBCmKJ-A&amp;feature=related" target="_blank">Hold on</a>, wir müssen noch ausbluten!“, schreit Jamie Stewart. „Synthie-Pop“ macht die Heizung. Du schüttelst irritiert den Kopf. Es muss noch die Luft rausgelassen werden. Neue Ventile liegen unter der Spüle.</p>
<p>Du zupfst einzelne Haare aus deinem Drei-Tage-Bart. Dark Wave oder Gothic? Oder doch nur ein John Sinclair-Taschenbuch? Zombies sehen traurig aus. In der U-Bahn oder auf der Gästetoilette. Die <a href="http://www.formerghosts.com/" target="_blank">„Former Ghosts“</a> halten sich an der Kommunionskerze fest. Wachs tropft auf ihre unbehandschuhten Hände. Die „Kastrierten Philosophen“ sind wieder zeugungsfähig. Jeder Weg in den Keller, um noch neue Senfgurken oder Limo rauf zu holen, wird zum Albtraum. Du hörst deine alten TKKG-Kassetten rückwärts. War da damals auch schon Satan drin?</p>
<p>Die „Former Ghosts“ schaffen es, die Voodoo-Puppen mit Honig zu bestreichen und die Opfer versinken in Süße. Jedes vergessene Teil wird am Ende mit Gaffa-Band fest gezurrt. Ein Monster entsteht, mit einem Fön als Kopf, einem Korpus aus Fahrradschläuchen und Lenden aus Wachs. Ein Blick in den Spiegel genügt, es ist Zeit auf Brautschau zu gehen. Auf jeden Topf passt ein Deckel.</p>
<p>Erschienen bei <a href="http://www.upsettherhythm.co.uk/" target="_blank">Upset The Rythm</a></span></p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=FFFFFF&#038;IS1=1&#038;bg1=FFFFFF&#038;fc1=000000&#038;lc1=3B78A7&#038;t=jahrgangsgera-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;asins=B002NTEKE8" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Health &#8211; Get Color</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Sep 2009 08:17:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Wattebausch im Mund verhindert allzu große Lautstärke. Jedes Winseln wird samtiger und luftdurchlässiger. Die Metalmähne wird zurecht gekämmt und der Bart gestutzt. Health kloppen sich durch ihre Version des Rock. Die Stimme von Jake Duzsik schrammelt immer an der My Bloody Valentine-Gartenparty vorbei. Experimentell und durch Techno beeinflusst, kriechen die Songs in deinen Körper. Von innen wirst du mit kleinen Nadeln malträtiert. Und der Beat mit Highspeed-Snare weist dir den Weg aus der Holzklasse.  Noise und Disco verbinden sich zu einem Monsterpakt. Nachhalleffekte verwischen die Schweißperlen. Elfengleich schwebt Duzsik über ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Wattebausch im Mund verhindert allzu große Lautstärke. Jedes Winseln wird samtiger und luftdurchlässiger. Die Metalmähne wird zurecht gekämmt und der Bart gestutzt. Health kloppen sich durch ihre Version des Rock. Die Stimme von Jake Duzsik schrammelt immer an der My Bloody Valentine-Gartenparty vorbei. Experimentell und durch Techno beeinflusst, kriechen die Songs in deinen Körper. Von innen wirst du mit kleinen Nadeln malträtiert. Und der Beat mit Highspeed-Snare weist dir den Weg aus der Holzklasse.<span id="more-4219"></span>  Noise und Disco verbinden sich zu einem Monsterpakt. Nachhalleffekte verwischen die Schweißperlen. Elfengleich schwebt Duzsik über Totenschädel und wringt sein Popper-Shirt über uns Jüngern aus. Wir saugen alles auf und heben unsere Fäuste gen Satan.</p>
<p>Oft wird vom ersten Gang sofort in den vierten geschaltet, ohne zu kuppeln. Aggressivität mit Streicheleinheiten gepaart. Krach wird oft mit losen Melancholieschüben verknüpft. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ohne Blut, kein Schmerz.</p>
<p>Schocken werden Health nicht mehr, aber sie spielen eine neue, abgefahrene Variante des Noiseexperimentes, welches schon <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trent_Reznor" target="_blank">Trent Reznor </a>aus dem Klischee pulte. Knüppelmusik für Anhänger der Neudefinierung des Rock. Lasst die Discos brennen! Holt die schmierigen Kutten raus und besetzt stumpfdumme Scooter-Konzerte. Und die Mädchen fühlen sich wie Engel an eurer Seite. Balsamiert sie mit Bier und tragt sie auf euren Schultern durch die Stadt.</p>
<p>Und der Lärm wird ewig siegen. Industrialisierung war gestern. Greift auf Hausmittelchen zurück. Oder legt euch Essigwaschlappen auf die wunden Stellen. Und <a href="http://www.healthnoise.com/" target="_blank">Health</a> poltern stürmisch drauf los als wären altbekannte Rockopern niemals geschrieben worden. In der Stille liegt die Kraft und Brotstullen werden extradick mit Butter beschmiert. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=EWZxThGh5wQ" target="_blank">&#8220;Die Slow&#8221;</a> fällt etwas aus dem Rahmen, doch kümmert sich liebevoll um Nachwuchsmodels. Die Synapsen werden durchtrennt. Stille&#8230;</p>
<p>Erschienen bei <a href="http://www.cityslang.com/" target="_blank">Cityslang</a></p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=FFFFFF&#038;IS1=1&#038;bg1=FFFFFF&#038;fc1=000000&#038;lc1=3B78A7&#038;t=jahrgangsgera-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;asins=B002CLBKV8" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Control &#8211; Natural Selection</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 10:30:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Sirenen der Endgültigkeit sägen. Sie sägen sich beharrlich zu dir durch, zu den rückwärtigen Seiten deiner Scheitellappen. Masters of Extrem-Durchdringing. Mit einem Bohrkopf, aus einer noch unbekannten Ewigkeitsformel, alles in allem erdmantelresistent gegossen. Steter Tropfen höhlt nicht nur den Stein sondern auch das geneigte Ohr, das sich in einer unbekannten Situation sehr schnell sehr schutzlos fühlen kann.
Soundfräsen bei der Arbeit. Ein Walzenschremmlader im Sondereinsatz/Anthrazit, durchwirkt von einem 20-bändigen Equalizergeflecht, mal spitz gegated, geshutterd, mal dräuend dumpf. Hechelnd, atmend, keuchend, dampfend, alles in die Riesensporangien des ewigen Weltverhängnisses geschmiedet. Ein ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sirenen der Endgültigkeit sägen. Sie sägen sich beharrlich zu dir durch, zu den rückwärtigen Seiten deiner Scheitellappen. Masters of Extrem-Durchdringing. Mit einem Bohrkopf, aus einer noch unbekannten Ewigkeitsformel, alles in allem erdmantelresistent gegossen. Steter Tropfen höhlt nicht nur den Stein sondern auch das geneigte Ohr, das sich in einer unbekannten Situation sehr schnell sehr schutzlos fühlen kann.</p>
<p><span id="more-4191"></span>Soundfräsen bei der Arbeit. Ein Walzenschremmlader im Sondereinsatz/Anthrazit, durchwirkt von einem 20-bändigen Equalizergeflecht, mal spitz gegated, geshutterd, mal dräuend dumpf. Hechelnd, atmend, keuchend, dampfend, alles in die Riesensporangien des ewigen Weltverhängnisses geschmiedet. Ein verzerrter Mulch aus mäandernden, fiependen Dauergeräuschen in Schleifen und ausgeweideten Stimmen wälzt sich weiterhin relativ stetig näher. Noch näher. Unausweichlich.</p>
<p>Nähe ist eine empfindliche Sache. Vor allem, wenn sich das Annähernde von allen Seiten in schillernd verzerrtem Kleide zeigt. Wenn Grenzen der Annäherung überschritten werden, erheben sich schnell Bedrohungsgefühle. Das ist klar. Auf „Natural Selection“ ist es die uneingeschränkte Annäherung von differenzierten sich türmenden und gegenseitig aufschaukelnden Verzerrungsmustern, die begeisternde Beklemmung erzeugt. Der Schauer, des befreienden Universalkontrastres zu fast allen anderen musikalischen Positionen tut wohl in seiner amorphen Energieentladung. Es triumphiert die monokausale Willkür.</p>
<p>Wir befinden uns in einer technischen Versuchsabteilung. Und wir sind freiwillig hier. Denn wir möchten nicht nur neues über die aktuellen Strömungen fortgeschrittener Verzerrungstechniken- und Ästhetiken jenseits des Ansatzes von <a href="http://www.mouseonmars.com/" target="_blank">Mouse on Mars</a> erfahren, sondern wir wollen natürlich auch mehr über uns selbst erfahren. Dazu sind Testlabore ja schließlich da. Schnell erkennen wir, was offensichtlich immer noch gut funktioniert. Nämlich die Kombinationen von Verzerrung mit Tremolo- und Vibratoeffekten zum Zwecke der rhythmischen Feinstruktur. Davon wussten Ende der 1970er schon die Laboranten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Throbbing_Gristle" target="_blank">Throbbing Gristle</a> zu berichten. Außerdem lernen wir alles über die Bedeutungslosigkeit von Drums und ähnlichen, durch das grobe Zeitklangraster fallenden, perkussiven Unwichtigkeiten.</p>
<p>Verzerrung ist der eine zentrale Aspekt, die Ausdehnung der Dauer von tonalen und atonalen Klangereignissen der andere. Und endlich ermessen wir die Grenzen des Testlaborraumes: Die Beklemmungserzeugungsmaschine führt mit ihren Zangen Dauer und Masse einen äußerst effektiven Zwei-Fronten-Krieg um unsere Ohren. Wenn sie ihn gewonnen haben wird, werden wir sie nur noch Energieerzeugungsmaschine nennen, in anerkennender Ehrfurcht.</p>
<p>„Natural Selection“ ist bei <a href="http://www.eibonrecords.com/" target="_blank">Eibon Records</a> erschienen.</p>
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