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	<title>Jahrgangsgeräusche &#187; Funk</title>
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	<description>Popkultur und unbedingte Zonen</description>
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		<title>Pocahaunted &#8211; Make It Real</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 07:36:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Love</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Setz dich auf deinen Hosenboden! Kämm dir dein Haar ins Gesicht! Lass die Orgeln dröhnen und hol das Funk-Monster unter dem Bett hervor. Pocahaunted krabbeln die ganze Zeit.  Das Aufrechtgehen soll den Anderen gehören. Im gebückten Zustand lässt sich das Chaos viel besser kontrollieren. Jedes Experiment kommt so lässiger durch den Flokati. Jedes Instrument, jede Kuhglocke bekommt einen eigenen Namen und darf ungefragt in das Arrangement geworfen werden. Macht das Abschlagen eines Barbie-Kopfes nicht einen tollen Sound? Amanda Brown musste sich neue Mitstreiter suchen, da Bethany Consentino, das als Duo ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Setz dich auf deinen Hosenboden! Kämm dir dein Haar ins Gesicht! Lass die Orgeln dröhnen und hol das Funk-Monster unter dem Bett hervor. <a href="http://www.myspace.com/pocahaunted" target="_blank">Pocahaunted</a> krabbeln die ganze Zeit.  Das Aufrechtgehen soll den Anderen gehören. Im gebückten Zustand lässt sich das Chaos viel besser kontrollieren. Jedes Experiment kommt so lässiger durch den Flokati. Jedes Instrument, jede Kuhglocke bekommt einen eigenen Namen und darf ungefragt in das Arrangement geworfen werden. Macht das Abschlagen eines Barbie-Kopfes nicht einen tollen Sound?<span id="more-8894"></span> Amanda Brown musste sich neue Mitstreiter suchen, da Bethany Consentino, das als Duo gestartete Projekt zu Gunsten des Besuchs eines Colleges und der Gründung von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=8Sj5_WITMpA" target="_blank">&#8220;Best Coast&#8221;</a> verlassen hatte. Doch ans Aufhören hatte Amanda nie gedacht. Jetzt erst recht. Noch mehr Brimborium. Jedes zugefügte Teilchen macht den Sound noch verrückter. Also los, lass uns poltern. Werft mit Popcorn und Chips und entflust eure selbstgestrickten Pullover. Wir hauen alles weg. Das Jedi-Schwert zeigt dir den Weg.</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=HSHDT9qcLKc&amp;feature=related" target="_blank">Pocahaunted</a> sind wieder in der Weltklasse unterwegs und haben den Lehrer ins Lehrerzimmer verbannt. Sie brauchen keinen Aufpasser. Nun ist man zu fünft und jeder passt auf den Anderen auf. Eine Großfamilie mit Hang zu Inzest.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/04/Pocahaunted.jpg"><img class="size-full wp-image-8895 aligncenter" title="Pocahaunted" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/04/Pocahaunted.jpg" alt="Pocahaunted" width="500" height="754" /></a></p>
<p>Das Produkt ist aber auch ohne Bethany ein stinkiger Knallfrosch. Jeder Schnipsel wird zu einer tranceartigen Papierfabrik und die setzt alles ohne Prittstift, nur mit Spucke wieder zusammen. Jeder Hall bekommt einen eigenen Buggy und wird durch den Kindergarten geschoben. Die ersten Transparente hängen. &#8220;Eierscheiche dieser Welt, vereinigt euch!&#8221;</p>
<p>Den Doors werden die Türen vor der Nase zugeknallt. Bob Marley darf noch nicht mal am Joint schnüffeln und der Schminkkurs wurde extra noch mal abgesagt. Es sieht einfach besser aus, wenn man den Make-Up-Artisten zu den Catwalks schickt und man selbst Hand anlegt. Pocahaunted schreiben keine Songs. Es sind nur Bruchstücke von dem, was der Popnarr als Struktur erahnt. Ein Teil der Teile bleibt als Gerüst für die psychedelische Grundstimmung. Der Rest fließt aus den Weichteilen. Die Lust am Tollhaus mit Schreien und verflixter Ungenauigkeit sind das Nahziel. In der Ferne winkt das Happening. Oder der Kontrollverlust. Fela Kuti gründet im Himmel einen eigenen Staat.</p>
<p>Alles wird fabuliert und ausgekotzt. Die Hippies werden mit Blumen beworfen und bekommen Schlamm ins Gesicht geschmiert. Wer hier noch nicht seine Fußnägel lackiert hat und über Scherben wandelt, ist auf der falschen Party. Der Live-Charakter und die freie Improvisation lassen Pocahaunted direkt durch dein Wohnzimmer reiten. Auf bunten Holzpferden spielen sie die Squaws aus der Nachbarschaft und knebeln dich an den Tisch fest. Mit verbundenen Augen spürst du nur noch die Bassdrum, die dir immer wieder zeigt, dass der Stock in deinem Arsch doch so langsam entfernt werden könnte. Du windest dich im Takt auf dem Boden, während die Girls ihre Instrumente an deiner Heizung reiben. Die Drones hypnotisieren dich. Du bekommst unfreiwillig eine Erektion. Die Girls lachen und holen ihre Ritsch-Ratsch-Kamera aus dem Leinensack. Das muss fest gehalten werden. Du wimmerst und flehst, doch sie spielen immer weiter. Sie beleben dich und traktieren dich. Sie wollen, dass du deinen Namen tanzt. Wie denn im Liegen?</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=HZkdxYztA9A&amp;feature=related" target="_blank">Pocahaunted</a> sind wahre Meister. &#8220;Make It Real&#8221; bumst ungeschützt durch die Gegend. Jeder Track eine Offenbarung, eine Klagemauer aus Cannabis. Super! Jeder blaue Fleck wird als Tattoo bezeichnet. Ein Kindergeburtstag für Langzeitstudenten und Körnerfresser, die heimlich an Muttis Blutwurst schnüffeln und ihre politische Einstellung verfluchen. Wir wollen Kinder sein. Dumm und 1, 30 m.</p>
<p>Erschienen bei <a href="http://www.notnotfun.com/" target="_blank">Not Not Fun</a></p>
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		<title>Yeasayer &#8211; Odd Blood</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 09:05:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Love</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Restaurant bestellen Yeasayer immer drei Hauptgänge und einen großen Teller. Alles wird zu einer Pampe zermatscht und zusammen mit nur einer Gabel verspeist. Man muss sich halt vertrauen können. Unter dem Tisch werden kleine Rekorder aufgestellt. Yeasayer brauchen O-Töne. „Odd Blood“ will anders sein und ist anders. Geräusche und obskure Töne leiten jeden Song durch den selbst auferlegten Wahnsinn.

 In Brooklyn muss man schon freakig sein, um die Proberaum-Miete zahlen zu können. Yeasayer huschen durch die Stile und kosten gerne auch von den verbotenen Früchten. Disco, Hip-Hop, Worldmusic. Ach, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Im Restaurant bestellen <a href="http://yeasayer.net/" target="_blank">Yeasayer</a> immer drei Hauptgänge und einen großen Teller. Alles wird zu einer Pampe zermatscht und zusammen mit nur einer Gabel verspeist. Man muss sich halt vertrauen können. Unter dem Tisch werden kleine Rekorder aufgestellt. <a href="http://www.myspace.com/yeasayer" target="_blank">Yeasayer</a> brauchen O-Töne. „Odd Blood“ will anders sein und ist anders. Geräusche und obskure Töne leiten jeden Song durch den selbst auferlegten Wahnsinn.<span id="more-7121"></span></p>
<p></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> In Brooklyn muss man schon freakig sein, um die Proberaum-Miete zahlen zu können. Yeasayer huschen durch die Stile und kosten gerne auch von den verbotenen Früchten. Disco, Hip-Hop, Worldmusic. Ach, wir brauchen keine Kennzeichnungen. Denn was bitte schön soll Chill-Wave sein? Yeasayer suhlen sich in der <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2009/06/06/dirty-projectors-bitte-orca/" target="_blank">Dirty Projectors</a>-Ecke ohne Eselsmütze und stellen jedem Kritiker ein Bein. Sogar ich Minensucher habe mich schon zwei Mal auf&#8217;s Maul gelegt. Ist doch gar nicht glatt. Zu viel gestreut? Mensch, der Groove ist das Zünglein an der Waage! Spürst du das nicht? Jeder Achsendreher ist nur Beiwerk. „Odd Blood“ verzückt! Wohin soll die Reise gehen? Schnurstracks in die Jahrescharts. Wer jetzt nicht schon zum Plattendealer seines Vertrauens los ist, dem kann ich auch nicht mehr helfen. </p>
<p></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/02/Yeasayer.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-7122" title="Yeasayer" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/02/Yeasayer.jpg" alt="Yeasayer" width="500" height="333" /></p>
<p></a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Der Gospel und spirituelle Ansatz des Debüts ist aus den schulterlangen Haaren gekämmt worden. Die Achtziger Jahre werden noch mal befeuert, ohne in Kitsch und Steghosen zu enden. Man muss halt wissen wie. Die Tanzfläche wird zum Schauplatz für Keyboardschlenker und unnahbare Hits. Hits, die immer schön knapp an der plumpen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=a6VatNuR_Uk&amp;feature=fvw" target="_blank">Hook</a> vorbeischlittern, aber die Tischdecke mitreißen. Dann essen wir halt unter dem Tisch weiter. Guck mal, da sind die Rekorder! </p>
<p></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Yeasayer kann man nicht greifen oder umarmen. Sie befreien sich geschickt aus jeder Umklammerung und dokumentieren diesen Schritt mit einer neuen Tonaufnahme. Könnte man ja mal verwenden! Dein Jaulen wird auf&#8217;s übernächste Album gepappt. Schweine. Wollt ihr nicht auch geliebt werden? Ich hätte so viel zu geben. Da könnt ihr euch sicher sein! Bin sogar treu und höre heimlich Jazz! Die Jungs ziehen weiter. War ja nur ein Angebot.</p>
<p></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Das Tempo steigt. So auch der Pulsschlag. Hören wir Gitarren? Nein, das sind doch Synthies! Wer hat jetzt recht? Wurscht! Tropisch geht es manchmal zu. Dein Hawai-Hemd ist schon ganz feucht. Wenn nicht jetzt gleich mal unausstehlicher Funk um die Ecke kommt, verlass ich die Tanzfläche. Glück gehabt, sie haben Prince entführt und lassen ihn Talk Talk nachspielen. </p>
<p></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Lady GaGa schiebt sich elegant an den New Yorkern vorbei. Ich hab&#8217; dich gesehen, Baby! Ohne Gummi-Corsage wärst du unaufälliger gewesen! Auch Marc Almond ist zur Kostüm-Party gekommen. Jeder Elektroniker, ob Pionier oder Nachahmer zieht vor so viel programmierten Irrsinn den Hut. Roxy Music ohne Dandyappeal. Doch, das ist eine Gitarre! Scheiß drauf, denn rechthaberisch sind nur Vollidioten. </p>
<p></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Die Musik drängt und drückt, die Keyboards kleben dir an der Backe und jede noch so fiese Geräuschkulisse hat &#8216;nen Stammplatz auf der Haupttribüne. „Odd Blood“ ist ein Monster! Ein Brett! Wird die coolen Jungs unter euch noch langhaltig beschäftigen. Die Girls werden eher müde abwinken. Gut, für die gibt es ja noch Sade. Obwohl irgendwie ist „Odd Blood“ auch ein bisschen wie&#8230; </p>
<p></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Hören kann man &#8220;Odd Blood&#8221; <a href="http://3voor12.vpro.nl/speler/luisterpaal/43052242#luisterpaal.43052242" target="_blank">hier</p>
<p></a>.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Erschienen bei Mute/EMI </p>
<p></span></p>
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		<title>Lindstrøm &amp; Christabelle – Real Life Is No Cool</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 15:43:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Wu</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sind die in das Album als Reverse-Sample-Collage einführenden Stimmenschichtungen programmatisch gemeint? Und, wie chic ist es, sich seine musikalische Rückwärtsgewandtheit auf links gekrempelt als pralles Trend-Mäntelchen über zu werfen, um so selbstvergessen Downtown zu tänzeln?
Im Mittelpunkt des abendlichen Interesses Sehnsucht- und Süßstoff-Problematiken mit ein und dem selben Event zu kanalisieren, stehen die nur Stunden zuvor in unbekannten englischsprachigen Hochglanzmagazinen entdeckten Modestrecken. Ausgelegt strahlen diese neben den ebenso hochklassigen wie kilojoulereichen konditorischen Theken angesagter Tagescafés für junge Mütter mit sanftem Mut und weichen Schals.
Late Night: Laserkanonenbildnisse weisen den Weg über von ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sind die in das Album als Reverse-Sample-Collage einführenden Stimmenschichtungen programmatisch gemeint? Und, wie chic ist es, sich seine musikalische Rückwärtsgewandtheit auf links gekrempelt als pralles Trend-Mäntelchen über zu werfen, um so selbstvergessen Downtown zu tänzeln?</p>
<p>Im Mittelpunkt des abendlichen Interesses Sehnsucht- und Süßstoff-Problematiken mit ein und dem selben Event zu kanalisieren, stehen die nur Stunden zuvor in unbekannten englischsprachigen Hochglanzmagazinen entdeckten Modestrecken. Ausgelegt strahlen diese neben den ebenso hochklassigen wie kilojoulereichen konditorischen Theken angesagter Tagescafés für junge Mütter mit sanftem Mut und weichen Schals.</p>
<p><span id="more-6588"></span>Late Night: Laserkanonenbildnisse weisen den Weg über von Personenleitsystemen eingezäunte rote Teppich-Straßen. Prasselnder Bonbonregen verstellt den Blick auf das hervorgekuschelte blonde Discomonster aus den guten alten 70ern.  War das früher wirklich so groß? Ein lässiger Funkgroove mit Gewichtsproblemen drängt alle Möchtegern-Paparazzi zurück hinter die Palmenkübel. Die Debütantin ist jetzt allein auf den Brettern und dreht selbstverliebt ihre Figuren. Synthie-Bässe und Reverse-Effekte haben die gleiche Funktion wie Silberschmuck und Tätowierungen. Fein gewirkte Stoffe, Seiden in allen milden Tönen der Saison, werden von einem chromblitzenden Standventilator im schicken Retrodesign seitlich angeblasen. Schade, dass wir das jetzt nicht in Zeitlupe sehen können. Immerhin ergibt sich so ein wunderbares Setup für die jederzeit unimprovisierte Tanzchoreografie vor einem bauchnabel-gepiercten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Giorgio_Moroder" target="_blank">Giogio-Moroder</a>-Pappaufsteller.</p>
<p>Bläserarrangements grooven beängstigend zackig und wiederkäuen das, was sich seit 35 Jahren bewährt hat. Mit dieser Einstellung gewinnt man auf jedem Schützenfest neue Freunde. Schließlich kann man nichts falsch machen, wenn auch der Sohn des Försters die gleiche Zigarettenmarke raucht. Selbst vor bekanntesten Tanz-Denkmälern gibt es kein Halten. Sogar der Donna-Summer-Groove aus „I feel love“ wird durch den Edelproduzenten-Reißwolf gedreht. Hauptsache nach dem frechen Zitatenaufriss wird alles durch Effekte verbrämt und so nicht vorhandene musikalische Aktualität suggeriert.</p>
<p>Real Life Is No Cool funktioniert halbwegs nach dem 9. Aperol in der Gesellschaft fremder Menschen. Doch an jedem Tag danach wird es peinlich sein, auf diese Platte angesprochen zu werden, immer.</p>
<p>Real Life Is No Cool ist bei <a href="http://www.smalltownsupersound.com/v1/news.php" target="_blank">Smalltown Supersound</a> erschienen und <a href="http://3voor12.vpro.nl/speler/luisterpaal/42972890#luisterpaal.42972890" target="_blank">hier</a> kann man  reinhören.</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=FFFFFF&#038;IS1=1&#038;bg1=FFFFFF&#038;fc1=000000&#038;lc1=3B78A7&#038;t=jahrgangsgera-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;asins=B002Z3A3A2" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Lord Newborn &amp; the Magic Skulls &#8211; Lord Newborn &amp; the Magic Skulls</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 08:36:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Eröffnungstrack kann kaum programmatischer betitelt werden: „A Phase Shifter I’m Going Through“. Denn dieser wirft uns mit weit ausholender Geste in ein bluesiges Girarren-elektrifiziertes Oevre, das sogar einem gealterten Jimi Hendrix zugesagt hätte. Im Downtempo schlendern die Lords durch leicht psychedelisch angehauchte ebenso funkige wie jazzige Instrumentals. Immer entspannt grooven sich der Ex-Teilzeit Beastie Boy Money Mark und seine Compañeros Shawn Lee und Tommy Guerrero durch ihr neues Studioprojekt.
In Money Marks kalifornischem Kämmerlein finden sie alles was man so braucht, um eine Melange von Stiltexturen anzurühren, deren Verdienst es ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Eröffnungstrack kann kaum programmatischer betitelt werden: „A Phase Shifter I’m Going Through“. Denn dieser wirft uns mit weit ausholender Geste in ein bluesiges Girarren-elektrifiziertes Oevre, das sogar einem gealterten Jimi Hendrix zugesagt hätte. Im Downtempo schlendern die Lords durch leicht psychedelisch angehauchte ebenso funkige wie jazzige Instrumentals. Immer entspannt grooven sich der Ex-Teilzeit Beastie Boy <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Money_Mark" target="_blank">Money Mark</a> und seine Compañeros Shawn Lee und Tommy Guerrero durch ihr neues Studioprojekt.</p>
<p><span id="more-4892"></span>In Money Marks kalifornischem Kämmerlein finden sie alles was man so braucht, um eine Melange von Stiltexturen anzurühren, deren Verdienst es ist sich nie muckermäßig zu verdaddeln. Fein dosierte Sologitarrensätze, diverse exotische Percussion und ein Bläserbuffet, das von zarten Flötenstimmen bis zu mehrstimmigen Blechsätzen reicht, haben in gemessenen Intervallen ihre Auftritte, die trotzdem nie zu überschaubar werden.</p>
<p>So hüpft sich die Schädelreise durch hier und da sogar soulige Landschaften. Unterwegs werden an einigen wenigen Stellen sogar kleine Stimmensätze eingeworfen, mit leichter Ironie. Money Mark offenbart durchgängig seine charakteristischen Fähigkeiten mit nie übertriebener Keyboardarbeit viel Spannung und Coolness zu erzeugen.</p>
<p>Trotzdem darf auch geschmunzelt werden. Manch eine Nummer taugt gut und gerne für einen runderneuerten Soundrack von z.B. den „Peanuts“ oder „Die Straßen von San Francisco“. Guter Ausgangspunkt für eine gesellig abdriftende Reise, auf der die späten Mothers of Invention die nächste Anlaufstelle wären, in ihren unalbernen Momenten.</p>
<p>Lord Newborn &amp; the Magic Skulls ist bei <a href="http://www.ubiquityrecords.com/shop/products/LORD-NEWBORN-%26-THE-MAGIC-SKULLS.html">Ubiquity</a> erschienen.</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=FFFFFF&#038;IS1=1&#038;bg1=FFFFFF&#038;fc1=000000&#038;lc1=3B78A7&#038;t=jahrgangsgera-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;asins=B002FOFXPQ" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Tony Allen &#8211; Secret Agent</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 07:13:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Love</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Strickmützchen sitzt wieder eng am Kopf. Auch die Sonnenbrille gehört zum klassischen Afro-Beat, wie der Perkussionsbaum. Alles was Rhythmus schafft, darf geschüttelt werden. Tony Allen, mittlerweile 69, hatte zusammen mit Beatmaster Fela Kuti in den sechziger Jahren die Mixtur aus Jazz, Funk und afrikanischen Einflüssen ins Leben gerufen. Der Ausnahmedrummer, und Meister der Polyrhythmik, schmeißt nun, nach seinem Ausflug ins Pop-Genre (The Good, The Bad And The Queen), ein neues Afro-Beat-Geschoss auf den Weltmarkt.
Die Bläser triumphieren prächtig und ein Piano klimpert genüßlich gegen Gitarrenläufe an. Das WahWah-Pedal krümmt sich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Strickmützchen sitzt wieder eng am Kopf. Auch die Sonnenbrille gehört zum klassischen Afro-Beat, wie der Perkussionsbaum. Alles was Rhythmus schafft, darf geschüttelt werden. Tony Allen, mittlerweile 69, hatte zusammen mit Beatmaster Fela Kuti in den sechziger Jahren die Mixtur aus Jazz, Funk und afrikanischen Einflüssen ins Leben gerufen. Der Ausnahmedrummer, und Meister der Polyrhythmik, schmeißt nun, nach seinem Ausflug ins Pop-Genre (The Good, The Bad And The Queen), ein neues Afro-Beat-Geschoss auf den Weltmarkt.<span id="more-4094"></span></p>
<p>Die Bläser triumphieren prächtig und ein Piano klimpert genüßlich gegen Gitarrenläufe an. Das WahWah-Pedal krümmt sich in der Sonne Nigerias. Fanfarenchöre singen sich in Trance. Auch <a href="http://www.myspace.com/tonyallenafrobeat" target="_blank">Allen</a> selbst hechelt ein paar Worte. Der Schweiß klebt am Muskel-Shirt. Die Popos wackeln im Takt des Afro-Soul und die munter aufgelegte Big Band zwiebelt sich sommerlich durch das Weltmusikwüstenschiff, dem vor lauter Tanzwut die Höcker verrutschen. Auch ein Akkordeon bringt neue Farbe ins Spiel. Warum sollte sich der Afro-Beat nicht auch dem Zahn der Zeit ein wenig unterwerfen? Doch politische Statements werden immer noch gut gelaunt rausposaunt und lassen uns Europäer mit Sand in den Augen zurück.</p>
<p>Alles natürlich schmissig produziert und sommertauglich. Auch wenn uns bald der anhaltene Regen die Stimmung vermiest, läd uns Allen auf eine Reise in die Dynamik des Funk ein. <a href="http://www.shoemanic.com/de/Damen/Schuhe/Sandalen" target="_blank">Sandalen</a> raus und den eigenen Herzschlag spüren. Weltmusik gehört nicht auf Straßenfeste, sondern in die Stuben! Nicht nur in Paris. Man muss noch lange nicht seine Haare verfilzen lassen, um Anhänger des <a href="http://www.youtube.com/watch?v=5UzIGdFZOgU" target="_blank">Groove</a>s zu sein. Musikliebhaber reicht&#8230;</p>
<p>&#8220;Shout, protest und make some noise!&#8221;</p>
<p>Erschienen bei <a href="http://www.worldcircuit.co.uk/#Home" target="_blank">Worldcircuit</a></p>
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		<title>Prefuse 73 &#8211; Everything She Touched Turned Ampexian</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 08:13:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Wu</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Rhythmus der Loops ist feiner geworden, kleinteiliger. Weg von den breiten Beats des Hip-Hop. Hektik und Schärfe sind entwichen. Die Schlagzahl der Samplewechsel ist, verglichen mit gängigen Hörgewohnheiten, immer noch hoch, aber ihre Gesamtzahl ist geringer als auf früheren Prefuse 73-Alben. Es sind nicht mehr die brüchigen Samplegewitter, die uns um die Ohren gewickelt werden. So entstehen zwar nach wie vor vertrackt strukturierte Patterns und filigrane Muster mit hoher Bittiefe, doch der Gesamteindruck ist ein entspannterer.
Immer noch funky verzahnt, sind die Beats jetzt sehr weit zurückgelehnt und driften manchmal ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Rhythmus der Loops ist feiner geworden, kleinteiliger. Weg von den breiten Beats des Hip-Hop. Hektik und Schärfe sind entwichen. Die Schlagzahl der Samplewechsel ist, verglichen mit gängigen Hörgewohnheiten, immer noch hoch, aber ihre Gesamtzahl ist geringer als auf früheren Prefuse 73-Alben. Es sind nicht mehr die brüchigen Samplegewitter, die uns um die Ohren gewickelt werden. So entstehen zwar nach wie vor vertrackt strukturierte Patterns und filigrane Muster mit hoher Bittiefe, doch der Gesamteindruck ist ein entspannterer.</p>
<p><span id="more-4011"></span>Immer noch funky verzahnt, sind die Beats jetzt sehr weit zurückgelehnt und driften manchmal sogar ins Verklärte. Weiche Schemen, chorartige Hintergrundflächen, Spinettmotive, zuweilen sogar arpeggierte Akkorde auf einer akustischen Gitarre. Dünn blubbernde Oszillatoren vermitteln mehr Nähe zu Easy Tunes als zu den Vibrationen einer hochkochenden Jazzattitüde. Manchmal (Gaslamp Killer Feedback Text) drängt noch ein schwerer Hih-Hop-Rhythmus in den Vordergrund, aber der ist  so verklärt und verschliffen, dass er jeglichen juvenilen Biss verloren hat.</p>
<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Scott_Herren" target="_blank">Scott Herrens</a> sechstes reguläres Prefuse-Album ist ein recht nachdenkliches geworden. Die Materialien seiner erprobten Cut-Up-Technik sind nicht mehr nur in Jazz, Hip-Hop und Funk zu verorten, sondern auch in typischen orchestralen Kompositionen amerikanischer Soundtracks. Herausgekommen ist ein Album, das in seiner Dramaturgie von 29 Stücken, die in ihrer Mehrzahl nach wie vor als ineinander verwobene Miniaturen angelegt sind, eine Entwicklungskurve von gemäßigten Moods zu sehr schwach durchbluteten melancholischen Landschaften durchläuft. Am Ende von &#8220;Formal Decisions&#8221;, dem letzten Stück, ist alle verbliebene Kraft entwichen. Einzig als Hauch schwankt ein Restleben von Groove langsam im leichten Wind, raisonierend.</p>
<p>Retrospektion in Kontemplation ist die neue Ausrichtung: Was bei <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2009/07/28/luke-vibert-rhythm/" target="_blank">Luke Viberts Album &#8220;Rhythm&#8221;</a> in diesem Jahr schon angedeutet wurde, jedoch nur oberflächlich behandelt, gerät bei Prefuse 73 zu meisterlicher Reife. Ein Patchwork-Kompostions-Album strahlt in seiner Besonnenheit Langzeitwirkung aus.</p>
<p>Schnitt &#8211; alles, was sie anfasste wurde so anders, so unbeschreiblich, dass es keine neuen Bänder mehr dafür gab, keine die greifen. Keine, die binden oder trennen. Keine Metaphern. Ein Wendepunkt? Vielleicht. Eine Berührung, die ein Leben verändern kann, auf jeden Fall.</p>
<p>Und ein Album für die Jahrescharts.</p>
<p>&#8220;Everything she touched turned Ampexian&#8221; ist 2009 bei <a href="http://warp.net/records/releases/prefuse-73/everything-she-touched-turned-ampexian" target="_blank">Warp</a> erschienen.</p>
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		<title>Lights &#8211; Rites</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 08:33:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Love</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wäre der Bandname &#8220;No Angels&#8221; noch frei, würde er perfekt zu den Lights passen. Das Quartett aus New York trägt gerne weiß. Schuhe sind lästig. Barfuß ziehen sie durch schmutzige Straßen und haben genauso verhallt, schmutzige Gitarrensounds im Gepäck. Die siebziger Jahre sind wieder im Rollen. Die Mädels singen wie eine Mischung aus ABBA und Elizabeth Fraser. Der Bass von Andy Macleod hüpft uns die Melodien vor und am Ende ist er ein Carpenter. Egal ob Richard oder Karen. Da wird man ganz gefühlsduselig. Die Dirty Projectors sind Kollegen im ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wäre der Bandname &#8220;No Angels&#8221; noch frei, würde er perfekt zu den Lights passen. Das Quartett aus New York trägt gerne weiß. Schuhe sind lästig. Barfuß ziehen sie durch schmutzige Straßen und haben genauso verhallt, schmutzige Gitarrensounds im Gepäck. Die siebziger Jahre sind wieder im Rollen. Die Mädels singen wie eine Mischung aus ABBA und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Elizabeth_Fraser" target="_blank">Elizabeth Fraser</a>.<span id="more-3627"></span> Der Bass von Andy Macleod hüpft uns die Melodien vor und am Ende ist er ein Carpenter. Egal ob Richard oder Karen. Da wird man ganz gefühlsduselig. Die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=G1Ql-xCasiE" target="_blank">Dirty Projectors </a>sind Kollegen im Geiste. Auch hier wechseln Tempo und Stil im Minutentakt. Suchst du im Schrank nach deinem Cowboyhut, bist du im nächsten Moment in einem schwedischen Möbelhaus und wirst zur Dancing Queen. Doch bevor du die silbernen Tanzschuhe zugeschnürt hast, wird dir eine Fransenjacke über die Schulter gelegt und der Tremoloeffekt lässt dich zittern.</p>
<p>Versponnen das ganze, aber sehr liebenswürdig. Psychorock für Klotschenträger. Funk-Soul für Heavyschnäutzer. Die kurzen Sprechparts erinnern an den wunderbaren Knilch <a href="http://www.myspace.com/bobbyconn" target="_blank">Bobby Conn</a>.</p>
<p>Drag City bleibt das Label mit den Freaks. Zur &#8220;War Theme&#8221; wird in die Hände geklatscht. In &#8220;We Belong&#8221; flehen mich die Girls an, als hätte ich Antworten. Mir reichen zweistimmiger oder besser noch dreistimmiger Gesang. Hier wird nichts zerredet. &#8220;If I Die Tonight Nothing Left To Build&#8221;.</p>
<p>Hoffentlich lösen sich die &#8220;No Angels&#8221; bald auf. Dann kauf ich den Namen und schenke den <a href="http://www.myspace.com/lightsmakemusic" target="_blank">Lights</a> zu Weihnachten ein neues Antlitz. Und sie singen &#8220;I&#8217;ll Come Running If You Love Me Today&#8221;. Frohes Fest!</p>
<p>Erschienen bei Drag City. <a href="http://www.myspace.com/lightsmakemusic" target="_blank">Hörbeispiele</a>.</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=FFFFFF&#038;IS1=1&#038;bg1=FFFFFF&#038;fc1=000000&#038;lc1=3B78A7&#038;t=jahrgangsgera-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;asins=B002CH9X9I" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Bibio &#8211; Ambivalence Avenue</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Aug 2009 09:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Wu</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit einigen Jahren schon ist das Label Warp nicht mehr nur für Elektronisches eine Institution sondern auch für retrospektive Überraschungen wie Neopsychedelic-Pop (Broadcast) oder Neofolk (Gravenhurst) geschätzt. Bisher blieben diese stilistischen Eskapaden weitgehend in sich konsistent. Bei Stephen Wilkinson alias Bibio ist das anders.
Auch auf &#8220;Ambivalence Avenue&#8221; werden wir zunächst in eine Zeit zwischen 1967 und 1972 gebeamt. Als Soul-Funk-Wellness-Urlaub getarnt (Jealous of Roses), verwandelt sich der Kurzausflug in einen Überraschungsbesuch bei Simon &#38; Garfunkel; um ihnen auf die Schultern zu klopfen und sich ihr Songbook übers Wochenende auszuleihen (All ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Jahren schon ist das <a href="http://warp.net/" target="_blank">Label Warp</a> nicht mehr nur für Elektronisches eine Institution sondern auch für retrospektive Überraschungen wie Neopsychedelic-Pop (Broadcast) oder Neofolk (Gravenhurst) geschätzt. Bisher blieben diese stilistischen Eskapaden weitgehend in sich konsistent. Bei Stephen Wilkinson alias Bibio ist das anders.</p>
<p><span id="more-3195"></span>Auch auf &#8220;Ambivalence Avenue&#8221; werden wir zunächst in eine Zeit zwischen 1967 und 1972 gebeamt. Als Soul-Funk-Wellness-Urlaub getarnt (Jealous of Roses), verwandelt sich der Kurzausflug in einen Überraschungsbesuch bei <a href="http://www.simonandgarfunkel.com/" target="_blank">Simon &amp; Garfunkel</a>; um ihnen auf die Schultern zu klopfen und sich ihr Songbook übers Wochenende auszuleihen (All the Flowers). Dann wieder schnell zurück in der Zeitreisekapsel in eine glorreiche elektrischere Zukunft. Flucht ins 23. Jahrhundert. Doch die Tankfüllung der Zeitmaschine reicht nur bis 2001. Was Bibio in keiner Weise zu stören scheint. Hier wird sogleich ein Soul-Motiv in Akufen-Manier aufgepäppelt. Wo bitte geht&#8217;s zur nächsten Wasserstoff-Tankstelle?</p>
<p>Bibio mag kombinatorisch ausladene Gesten. Er mag Brüche. Er mag ganz besonders den Groove des Funk. Er liebt dessen abgehangene Lässigkeit und die Möglichkeit einen Funk-Beat mit angezerrten Synthesizer-Bässen zu elektrifizieren. Auch HipHop-verwandte Downtempo-Beats dürfen im eklektizistisch modernen Portfolio nicht fehlen. Und wenn man sich gerade mit dem multi-stilistischen Kosmos Bibios angefreundet hat, bricht er unsere frische Erwartungshaltung mit einem weiteren folkloristischen Singer/Songwriter-Ausflug. Denn Bibio mag ganz offensichtlich auch akustische Gitarren-Vesponnenheiten.</p>
<p>Leider bleiben die emulgatorischen Fähigkeiten des Arrangeurs Bibio diverse konträre Stile respektive Musikepochen miteinander zu Neuem zu verbinden sehr begrenzt. Zu oft stehen die unterschiedlichen Stile nur als Ausrisse ihrer jeweiligen Zeiten in einer großen Kollage nebeneinander. Überlappungen, Verklebungen, es gibt sie hier und da (S&#8217;Vive). Schöne Momente, die Andeuten, was noch möglich ist auf späteren Zeitreisen.</p>
<p>&#8220;Ambivalence Avenue&#8221; ist im Juni 2009 bei <a href="http://warp.net/records/releases/bibio/ambivalence-avenue" target="_blank">Warp</a> erschienen. <a href="http://www.myspace.com/mrbibio" target="_blank">Hörbeispiele</a>.</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=FFFFFF&#038;IS1=1&#038;bg1=FFFFFF&#038;fc1=000000&#038;lc1=3B78A7&#038;t=jahrgangsgera-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;asins=B00292SQNA" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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