Artikel in der Kategorie Experimentelle Musik
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Das Loop ist ein Kerngehäuse, manchmal in sich verschlungen. Manchmal hintergründig und nachdenklich, manchmal den Übergang weisend zu etwas völlig anderem. Das Loop ist ein Dialogträger. Es ist nach allen Seiten eingebettet auf jeden Fall. So wird es gegen die Außenwelt verschoben und umgekehrt. Das kommt noch mal so gut, wenn man mit Gastmusikern arbeitet und die umgebende Flora ein bekömmlicher Herbstwald ist.
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Und dann dringt doch ein Song durch. Bill Orcutt ist ein cleveres Kerlchen. Er mischt seine Noiseattacken, die er mit einer Gitarre verbreitet, mit klassischer Songstrukktur. Es gibt verschiedene Teile, die man als solche erkennen kann. Eine Bridge hebt sich von einer Strophe ab, die schon mal mit Gejodel als gesangliche Untermalung angereichert wird und es gibt wiederkehrende Parts, die man als Chorus bezeichnen könnte. So müsste doch jeder Verständnis aufbringen. Denkste!
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Zuweilen findet man Veröffentlichungen, die allein durch ihre außergewöhnliche konzeptionelle Genese hervorstechen. Das Fagus-Werk in Alfeld, das in diesem Jahr seine Erhebung in den Rang einer UNESCO-Weltkulturerbe-Stätte vermelden konnte, wird nun auch in seinem architekturgeschichtlichen Ausnahmerang mit einer klangkünstlerischen Veröffentlichung gefeiert. In Kooperation mit der Universität Hildesheim liegt jetzt eine Compilation verschiedener elektro-akustischer Arbeiten vor, die sich auf die Klangeigenschaften der Werkräume beziehen. Die unterschiedlichen Kompositionen eint die ausschließliche Verarbeitung von Arbeits- und Maschinengeräuschen aus dem Fagus-Werk.
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Die Naturgewalten der extremen Temperaturen. Hitze und Kälte. In unseren kulturgeformten Bildern und Begriffen sind sie die Symbolträger des Gegensätzlichen schlechthin. Selten sind wir jedoch in ihrer Nähe. Was wäre, wenn man die Pole einmal nicht nur als Klimawaagschalenhalter des Planeten betrachten würde? Dazu Vulkanismus und Plattentektonik als Voraussetzung für die Entstehung von Leben auf der Erde einfach mal hinter ihren akustischen Eigenschaften zurücktreten lassen könnte?
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Der eine reiste um zu entfliehen, der andere um sich auf Spurensuche zu begeben. Der eine hatte schon viele Antworten gegeben. Der andere sammelte Indizien. Der eine fand die Bestätigung in der Beschleunigung der Zeit. Der andere war gewillt, die Zeit mit akustischen Mitteln zu dehnen. Eine klangliche Spurensuche.
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Das Holz vor der Hütt’n hat Spliss. Manch schwarzer Asphalt erstottert sich eher in Pickel. Langeweile knarzt im Kreis. Sogar alte Explosionskrater haben schon bessere Tage gesehen. Sie leiden an muffiger Flechte. Warum muss man nur mit der Hand eines gefühllosen Grobians abgedroschene Klänge durchprügeln bis zum Sankt Nimmerleinstag? Meine Ohren gähnen sich in ihren wohlverdienten Schlaf.
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Das Leben ist eine langbeinige dunkle Krake. Es scheint ein verlassener Gasplanet zu sein, der von ihr durch stete Absonderung erschaffen wurde. Sedimente der Einsamkeit. Nichts ist da, was erkennbar oder begreifbar wäre. Trotzdem ist alles erfüllt von irgendwas, das einem den Atem raubt. Nichts hat ein Gesicht. Nichts schafft Erinnerung. Alles ist magnetisch. Und du bist allein.
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Die Geister, die Arandel nominiert, sie sind weder zu hören noch zu sehen. Ihre Transparenzen haben kaum Brechungen, wenn überhaupt. Der Fresnel-Shader in ihren Häuten scheint deaktiviert. Und ihre Stimmbänder sind verwachsen. Kein Laut, kein Röcheln, nicht mal ein Hauch. Das Windrad bewegt sich nicht. Das macht sie so schwer auszumachen. Gibt es sie überhaupt? Where are you, Terry Riley?
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Der Ursprung ist nicht mehr zu entziffern. Die Laptops werden warm und deine Augen zu kleinen Schlitzen. Fenn O’Berg tauchen nach acht Jahren mal wieder aus der Versenkung auf. Natürlich waren sie nie richtig weg, doch auf dem Schirm hatte man die Pioniere des Laptopverknüpfens wohl auch nicht ständig. Diesmal ging es nach Tokyo, wo Jim O’Rourke seit Jahren lebt und arbeitet. Die letzten Veröffentlichungen waren ja Live-Mitschnitte. Diesmal also ein Studioalbum, was mit der Tradition der Moderne kuppelt und sich phrasenstark “In Stereo” nennt.
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Die Synthesizer-Melodie tanzt vor und zurück. Dies wird ein seltenes Bild bleiben. Die Drones drücken und schwelgen als Basisstation unter der Kuppe. Es fliegen David Lynch-Trolle an deinem geistigen Auge vorbei. Los Angeles, die Stadt der Engel hat wieder einen neuen, doch der hat sich selbst die Flügel abgenommen, um nicht immer mit einem verwechselt zu werden.





