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Artikel in der Kategorie Elektronik

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[21 Jul 2009 | Ein Kommentar | ]
Joakim – Milky Ways

Seitenwege, vermutlich Seitenwege. Abschüssige Seitenwege führen zurück ins Tal. Unten ein Schützenfest. Von irgendwo her weht infernalisches Getrommel. Wer hat den betrunkenen Mann mit der Pauke bestellt? Syntiegefiepe fliegt von hinten ein. Ohne Mühe wird dieses von dem Mann mit der Pauke niedergemäht.
Der Erfolg von Ed Banger hat einige Franzosen ja mächtig enthemmt. Und Joakim offensichtlich ein wenig genervt. Denn jetzt hält er dagegen, mit einer Zitatensammlung unter dem Arm.

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[17 Jul 2009 | Kein Kommentar | ]
Ben Klock – One

Ben Klock verpresst zwar nicht den reduziertesten Minimal Techno, aber er ist ziemlich nah dran. Er weiß sehr gut zu unterscheiden, was an einem Clubtrack essenziell ist und was nur Plüsch. Supermayer werden ihm auf die Dauer zustimmen, zustimmen müssen.
Ben Klocks stärkstes Charakteristikum ist das vehemente Eindampfen tonaler Elemente. Alles um die Kernidee des 4/4tel-Drum-Patterns herum wird in die Zentrifuge gesteckt und hinausgeschleudert, wenn es zu prahlerisch ist. Was dann noch übrig bleibt, sind hintergründige Ambiencen, leichte Andeutungen eines weichen Basses, hier und da ein synkopisches Arpeggio-Synth-Motiv – immer sehr …

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[10 Jul 2009 | Kein Kommentar | ]
Gesellschaft zur Emanzipation des Samples – Circulations

Jan Jelinek hat sich mit dem Label Faitiche eine Plattform für Experimente, Verschüttetes und jetzt auch Utopisches geschaffen. Nach Ursula Bogners elektronischen Elaboraten aus den 60er Jahren wird mit der zweiten Veröffentlichung ein weiteres Projekt vorgestellt: Die Gesellschaft zur Emanzipation des Samples. Diese verschreibt sich der Unterstützung beim Ausüben eines Urheberrechtsverstoßes, dem Sampling, und zwar durch finanziellen Rückhalt und juristischen Beistand.

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[6 Jul 2009 | 3 Kommentare | ]
Moritz von Oswald Trio – Vertical Ascent

Moritz von Oswald, bekannt durch Maurizio, Rhythm & Sound und Mitbegründer der Label Basic Channel und Chain Reaction, wendet sich in jüngster Zeit verstärkt neuen Projekten zu. Jetzt gibt er sich gemeinsam mit Vladislav Delay und Max Loderbauer als Trio die Ehre und verhandelt zwei seiner musikalischen Hauptaspekte neu: Dichte und Leichtigkeit. Das Moritz von Oswald Trio versucht sich an einem vage beschriebenen Experiment. Wie verändert sich der Klang in seiner Bewegung im offenen Raum? Und wie viele und wie dichte Rhythmuspatterns verträgt eine solche Versuchsanordnung?

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[13 Jun 2009 | 2 Kommentare | ]
SND – Atavism

SND aus Sheffield sind mit ihrem vierten Studioalbum “Atavism” zurück. Der Titel verweist auf ein Prinzip, das für scheinbar überkommene Kompositionstechniken steht. Das Vereinfachung bemüht. Das Monophonie zentralisiert. Dieses Vorgehen als Rückfall in Überholtes zu bezeichnen, könnte man SND als übertriebene Bescheidenheit auslegen. Muss man aber nicht. Denn alles was hier in seiner Konzeption archaisch ist, ist in seinem Wirken – nicht nur auf die elektronischen Musik – höchst modern.

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[10 Jun 2009 | Ein Kommentar | ]
Aestate – Superflat

Aestate haben mit ihrem zweiten Album “Superflat” ein ziemlich dickes Brett gebohrt. Über 74 Minuten Länge hätten in einem anderen Zusammenhang schon mal für ein Doppelalbum oder eine 5-EP-Box gereicht.
Die Motivik ist gleichermaßen dunkel und schön. Langsame streicherähnliche Flächen mäandern als wolkige Gebilde durch episch angelegte Tracks. Filter öffnen sich wie unentschlossene Muscheln

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[5 Jun 2009 | Kein Kommentar | ]
Guido Möbius – Gebirge

Wucht. Durch eine Gletscherzunge gedrückte Attitüde. Experimentierfreude à gogo, dass es eine Frechheit ist. Hebel starker Kontrastierung wirken in etwas, das manchmal den Geist von Captain Beefhearts “Trout Mask Replica” wiederbelebt jedoch selbst viel moderner klingt. Eine aktuelle Überformung der Nachbildung, mit scheppernden Gitarrenakkorden und sehr freier Stimme. A-E-I-O-U-Ich-bin-Analphabet. Perfekt! Anfänger-Glücksmomente? Keineswegs. Guido Möbius ist ein versierter Artist. Alle Kompositionen auf “Gebirge” sind könnerhaft ohne dabei jemals besserwisserisch zu wirken.

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[30 Mai 2009 | Kein Kommentar | ]
Martyn – Great Lengths

Schon die ersten im Stotterrhythmus wiederholten Samples nähren meine Skepsis. Diese repetieren beharrlich den Namen des künstlereigenen Labels, eine viertstellige Zahlenkombination. Subtil ist das nicht. Nun ja, zur Musik gehört elementar die Wiederholung. Erst darüber kann sich rhythmische Struktur, Form der Fuge etc. bilden. Aber innerhalb dieser Formen, das hat sich bewährt, ist Variation meistens nicht schlecht. Das scheint der aus Rotterdam stammende Wahl-Washingtoner Produzent Martyn mit seinem Debutalbum “Great Length” beharrlich zu ignorieren. Dafür ist er auf seinem ganz speziellen Retrotrip. Der führt ihn in die House- und Techno-Pionierjahre …

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[26 Mai 2009 | 3 Kommentare | ]
Tim Exile – Listening Tree

Tim Exile ist der Musiker, der sich vor kurzem einer größeren, vor allem Internet-affinen Hörerschaft, bekannt zu machen wusste, indem er ein Mash-Up von Obamas Antrittsrede bei Youtube veröffentlichte. “Heaven 17 – 2009″ ist der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schießt, nachdem ich seine aktuelle CD “Listening Tree” angehört hatte.

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[19 Mai 2009 | 3 Kommentare | ]

Mitte März schon erschien beim Hamburger Label Dial, das sich unter anderem durch Veröffentlichungen von Lawrence und Pantha Du Prince hervorgetan hat, das Debutalbum “Untitled” von Christian Naujoks. Darauf finden wir 32 Minuten Reduktion und Präzision, Kalkül und Bescheidenheit. So sehr beim ersten Hören die stilistischen Sollbruchstellen des Albums irritieren, so wird bei jedem weiteren Hören um so klarer, dass gerade diese alles ins Lot bringen, die Stabilität dieses Albums ausmachen.
Im Vordergrund steht zunächst ein ganz in der Tradition des 20. Jhds. stehendes Klavierspiel. Einsilbig und kühl kommt dieses daher, …

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[10 Mai 2009 | 11 Kommentare | ]
Graph – Discapitalize

Graph sind die beiden Düsseldorfer Elektronik-Spezialisten Stefan Jürke und Jens Beyer. Sie bewerfen sich seit mittlerweile 4 Jahren mit Filterbänken und Klinkensteckern. Man kennt sich, den Kompressor des Anderen und die Midikanäle dazwischen. Graph sind Experten in Universalelektronik, einem heutzutage eher selten gegebenen Fach. Immerhin geht es darum, sich nie auf ein gerade aktuelles Sub-Genre elektronischer Musik festzulegen, sondern mit akribischer Analyse, die den leichten Gestus angewandten Wissenschaftlichkeit in sich trägt, Kernthesen aller Richtungen von IDM bis Breakcore und Dubstep zu erforschen. Das erfordert nicht nur stets ergonomische Controller, sondern auch Arbeitsprozesse, bei denen Graph Mechaniker einer digitalen Audio-Raffinerie sind, in der Samples, Loops und Cut-Ups so lange hin und her gerendert werden, bis Verzerrungs- und Groovegehalt eben stimmen. Freunde von Autechre und Aphex Twin wissen, was ich meine.

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[5 Mai 2009 | 2 Kommentare | ]
Animosity / Drumcorps – Altered Beast

Wir schrieben das Jahr 1993, als Front Line Assembly mit seinen meisterhaften Fear-Factory-Remixen (Fear is the Mindkiller EP) mitten in der postindustriellen Phase die dunklen Metal-Genres auf ein neues absolut dancefloor-taugliches Level hievte und so mithalf Rhythm ‘n Noise zu definieren. Aus heutiger Sicht eigentlich ein früher Anwärter auf den irgendwann noch zu stiftenden Al-Jourgensen-Gedächtnis-Award.
Seitdem hat sich Deathmetal ausgerollt wie ein Plätzchenteig in der Vorweihnachtszeit. Wir haben Breakcore als angenehm reinigende Jungmännerattitüde des frühen 21. Jhds. kennen gelernt, hören schon mal Duran Duran Duran, wenn die Freundin nicht zu Hause …

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[27 Apr 2009 | 3 Kommentare | ]

Kann man einen künstlichen Diamanten von einem natürlichen unterscheiden? Kann der menschliche Hörsinn regenerieren? Was war eigentlich noch mal Granularsynthese? Wann schmilzt Aluminium? Sollten wir wieder mehr Zwieback essen? Wie werden wir Winfrid Trenkler? Was hat Gamelan mit Glitch zu tun? Bekommen wir auf all diese Fragen Antwort von Gregory Taylor? Ja, so ziemlich.
Doch Vorsicht! Nur scheinbar haben wir es bei seinem Erstling mit Ambient-Gefälligkeiten zu tun. Tatsächlich werden die zentralen Ebenen der Komposition geschickt mit einander verwoben. Klangfarben und rhythmische Strukturen entwickeln sich anscheinend selbst ihren eigenen …