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	<title>Jahrgangsgeräusche &#187; Elektronik</title>
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	<description>Popkultur und unbedingte Zonen</description>
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		<title>Benjamin Damage &amp; Doc Daneeka – They!Live</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 08:56:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine belegte Stimme weint in zerhacktem Sample-Trigger-Rhythmus. Sie ist belegt, damit sie wenige Takte später unter Filtereinsatz freigeschält werden kann. Die Stimme ist Programm. Sie ist Programm für eine Stimmung der einsamen Melancholie, wie wir sie von Burial kennen. Diese urbane Betrübnis wird nun in den Club getragen.
Dort angekommen frönen Benjamin Damage &#38; Doc Daneeka fachkundig ihrer Kerntätigkeit; Garage und Techno zelebrieren. Deshalb darf in der Trackauswahl auch ihr Clubhit „Creeper“ nicht fehlen. Dazwischen tauchen immer wieder Momente der Einkehr und Besinnung auf. Auch wenn das Konzept der Verknüpfung von ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine belegte Stimme weint in zerhacktem Sample-Trigger-Rhythmus. Sie ist belegt, damit sie wenige Takte später unter Filtereinsatz freigeschält werden kann. Die Stimme ist Programm. Sie ist Programm für eine Stimmung der einsamen Melancholie, wie wir sie von Burial kennen. Diese urbane Betrübnis wird nun in den Club getragen.</p>
<p><span id="more-24314"></span>Dort angekommen frönen Benjamin Damage &amp; Doc Daneeka fachkundig ihrer Kerntätigkeit; Garage und Techno zelebrieren. Deshalb darf in der Trackauswahl auch ihr Clubhit „Creeper“ nicht fehlen. Dazwischen tauchen immer wieder Momente der Einkehr und Besinnung auf. Auch wenn das Konzept der Verknüpfung von fast selbstmitleidiger Introspektion mit Clubkultur etwas konstruiert erscheint, geht die Rechnung doch &#8211; trotz des unterirdischen Covers &#8211; auf. „They!Live“ ist wie gemacht für einsame Großstädter mit Clubanbindung.</p>
<p>&#8220;They!Live&#8221; ist am 27.01.2012 bei 50 Weapons erschienen.</p>
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		<title>Leila – U &amp; I</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 02:24:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Düsternis fällt durch bemoste Gitter und rostige Stiegen. Von aufgeregten Höhen stampfender Rockismen, von Electro-Soul und Knartz-1 bis in tiefste Tiefen. Immer muss es sumpfen. Immer muss es dampfen. Es handelt sich um die Dämpfe aufgeregt knurrender Motoren oder um bedeutungsvoll schimmernde Schwefeleien. Bemüht verwirbelte Gasformationen fallen durch so manches Gitter bis in die Tiefen ambienter Irrnis. Und was bleibt am Ende hängen? Nichts.
Die aus dem Iran stammende Elektro-Produzentin Leila hat den in Berlin ansässigen Mr. Sims für ihr viertes Album als Gast-Vocalisten eingeladen. Sein leicht aufgerauter Atem haucht den ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Düsternis fällt durch bemoste Gitter und rostige Stiegen. Von aufgeregten Höhen stampfender Rockismen, von Electro-Soul und Knartz-1 bis in tiefste Tiefen. Immer muss es sumpfen. Immer muss es dampfen. Es handelt sich um die Dämpfe aufgeregt knurrender Motoren oder um bedeutungsvoll schimmernde Schwefeleien. Bemüht verwirbelte Gasformationen fallen durch so manches Gitter bis in die Tiefen ambienter Irrnis. Und was bleibt am Ende hängen? Nichts.</p>
<p><span id="more-24272"></span>Die aus dem Iran stammende Elektro-Produzentin Leila hat den in Berlin ansässigen Mr. Sims für ihr viertes Album als Gast-Vocalisten eingeladen. Sein leicht aufgerauter Atem haucht den 6 Vocalnummern auf „U &amp; I“ ein retro-waviges Timbre ein. So etwas wird heutzutage ohne Frage gern gehört, gerade auch bei Warp. Dann lässt Leila es mit „Interlace“ und Boudica“ noch einmal richtig krachen ohne Konventionen zu sprengen. Man kennt das: Beim ersten Hören im kleinen Kreis entlockt einem die betreffende Neuerscheinung noch ein gemurmeltes &#8220;Ist ja ganz respektabel&#8221;. Tatsächlich ahnt man schon, dass man diese Platte niemals wieder hören wird. Oder anders gesagt: In der Summe ergibt „U &amp; I“ eventuell etwas für unterbeschäftigte Freunde der Two Lone Swordsmen, aber auch die werden wohl eher enttäuscht sein.</p>
<p>&#8220;U &amp; I&#8221; ist am 20.01.2012 bei Warp erschienen.</p>
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		<title>Gonjasufi – MU.ZZ.LE</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 07:17:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gonjasufi wird ständig kritisiert. Ich verstehe die Aufregung nicht. Er hat doch nun nach seinem Überraschungscoup 2010 einen würdigen Nachfolger auf der Pfanne. 
Ja, es sind kurze Skizzen, die sich da unaufgeregt in Wüstensümpfen und Clubkellern suhlen, aber sie knallen auch wieder unglaublich. Der Yoga-Magier lässt sich nicht greifen. Manchmal schickt er sogar seine Frau aufs Parkett. Egal, ob da eine Tarantino-Westerngitarre kratzt oder eine Schlange die Massive Attack-Maus verspeist. Gonjasufi macht den Schamanen mit Hiphop-Beats und psychedelischer Bongmystik. Eine Radioplärrstimme vermiest dir die Urlaubsstimmung im Trailerpark. 
Er bietet einen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gonjasufi wird ständig kritisiert. Ich verstehe die Aufregung nicht. Er hat doch nun nach seinem Überraschungscoup 2010 einen würdigen Nachfolger auf der Pfanne. <span id="more-24000"></span></p>
<p>Ja, es sind kurze Skizzen, die sich da unaufgeregt in Wüstensümpfen und Clubkellern suhlen, aber sie knallen auch wieder unglaublich. Der Yoga-Magier lässt sich nicht greifen. Manchmal schickt er sogar seine Frau aufs Parkett. Egal, ob da eine Tarantino-Westerngitarre kratzt oder eine Schlange die Massive Attack-Maus verspeist. Gonjasufi macht den Schamanen mit Hiphop-Beats und psychedelischer Bongmystik. Eine Radioplärrstimme vermiest dir die Urlaubsstimmung im Trailerpark. </p>
<p>Er bietet einen Soundtrack an, der David Lynch gefallen könnte oder dem Asi, der auf großspurige Las Vegas-Action steht. Alles ist schön kurzweilig und bekifft. Gonjasufi doppelt seine Stimme, schickt sie durch alle Kanäle dieser Welt und badet im Blubberwasser. Die Dreadlocks hängen im Bart. Unheil bahnt sich ständig an, denn gute Gefühle sind schlechte Gefühle. </p>
<p>Gonjasufi bietet ein Homerecording-Album an, dass alles versucht, um am Rande des Hügels Lichter in den Himmel zu werfen. Kleine Tischfeuerwerke verwandeln sich zu Buschbränden. Manches klingt nach Polizeifunk. Ich bin begeistert. Diese wilde Schlagzeug in &#8220;Timeout&#8221; ist der Knaller. Der Guru wippt im Schneidersitz und frotzelt irgendwelche Sätze raus. Ich glaube, er will uns verarschen. Ich lasse es gerne mit mir machen. Boah, habe ich jetzt Bock zu saufen. Im Sample-Orient trinkt der Eunuch aus der Schnabeltasse. Tabledance -Musik ist das. Aber dieser Tabledance-Schuppen existiert nur in meiner Fantasie. Den Tänzerinnen fehlen Gliedmaßen. Ach, ich hör schon auf. Also ich verstehe die Aufregeung wirklich nicht. Gute Sache das.</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/a-c1XJo4xGk?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Mark van Hoen – The Revenant Diary</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 03:24:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wiedergänger oder Widergänger? Die schon über 250 Jahre alten Auswirkungen eines heute mehr als grotesk anmutenden Gelehrtenstreits kondensieren sich nur noch schal in kleinen Buchstaben aus. Ein blasser Hauch überlagert unscharf  jauchzende Stimmen in der Ferne als Anmutung, als Andeutung. Im Flug. Als Medium.
Doch keine Angst, bei Marc Van Hoens neuestem Tagebuch geht es nicht um trendgeformte Vampire oder Elfen. Die Stimmen der Toten dürfen bei ihm zwar in die erste Reihe treten, aber niemand zittert. Sie nehmen den Gänsefederkiel in die eine Hand und schlagen mit der anderen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wiedergänger oder Widergänger? Die schon über 250 Jahre alten Auswirkungen eines heute mehr als grotesk anmutenden Gelehrtenstreits kondensieren sich nur noch schal in kleinen Buchstaben aus. Ein blasser Hauch überlagert unscharf  jauchzende Stimmen in der Ferne als Anmutung, als Andeutung. Im Flug. Als Medium.<span id="more-24013"></span></p>
<p>Doch keine Angst, bei Marc Van Hoens neuestem Tagebuch geht es nicht um trendgeformte Vampire oder Elfen. Die Stimmen der Toten dürfen bei ihm zwar in die erste Reihe treten, aber niemand zittert. Sie nehmen den Gänsefederkiel in die eine Hand und schlagen mit der anderen den staubigen Buchdeckel auf. Ein neues Kapitel, das man nicht unbedingt auf Anhieb versteht.</p>
<p>Diejenigen, die zu hoffen wagten, Mark van Hoen könnte nahtlos an sein Locust-Meisterwerk „Truth is Born of Arguments“ anknüpfen, nachdem im vergangenen Jahr sogar <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2011-04-07/seefeel-seefeel/" target="_self">Seefeel</a> in einen Jungbrunnen fielen, mögen sich ihrer Enttäuschung hingeben. Immerhin, die Handschrift Marc van Hoens ist auf „The Revenant Diary“ deutlich wiederzuerkennen. Klarheit und Größe im Raum geben den weiblichen Stimmen unbekannter Herkunft den größtmöglichen Glanz-Überbau. Nur, die Kontraste zu Sound und Arrangement sind nicht mehr so radikal wie früher. Er konzentriert sich nun eben noch mehr auf die Stimme.</p>
<p>Die weibliche Stimme ist nun nicht mehr nur das unbekannte Wesen, sondern die grenzenlos überhöhte Heroine. Manchmal mutiert die Figur sogar zur unbekannt verblichenen Soldatin, die eben aus jenem Totenreich winkt und singt. Zusammen mit den überraschend verhalten angelegten Drum-Patterns ergeben sich eher ins weltmusikalisch auffächernde monostrukturelle Stücke, was van Hoen sicher nicht misslungen ist. „The Revenant Diary“ spielt souverän auf kosmopolitischen Skalen, ohne dennoch wirklich Großes zu zaubern.</p>
<p>&#8220;The Revenant Diary&#8221; ist im Januar 2012 bei <a href="http://editionsmego.com/release/eMEGO+136V" target="_blank">Editions Mego</a> erschienen.</p>
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		<title>Oneohtrix Point Never – Replica</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Nov 2011 07:54:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Daniel Lopatin hält sich nicht lange auf. Er macht Quantensprünge, die von Filmmusik über Navigationsgeräte reichen, die Android klein schreiben, bis hin zu Wortfetzen, aber alles in einer Mood, die dir den Martini aus der Hand gleiten lässt. Gänsehaut ist dein neuer Mantel. Ein Loop wird gepriesen. Ganz egal, ob es die Querflöte ist oder eine Männerstimme aus der Attendorner Tropfsteinhöhle, die auf Werbejingle macht.
Lopatin mischt dies schön zusammen und schafft so eine einzigartige Atmosphäre, die sich in den Sonnenuntergang brennt, aber auch den Aufgang munter beschallen könnte. Dunkle Texturen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Daniel Lopatin hält sich nicht lange auf. Er macht Quantensprünge, die von Filmmusik über Navigationsgeräte reichen, die Android klein schreiben, bis hin zu Wortfetzen, aber alles in einer Mood, die dir den Martini aus der Hand gleiten lässt. Gänsehaut ist dein neuer Mantel.<span id="more-22804"></span> Ein Loop wird gepriesen. Ganz egal, ob es die Querflöte ist oder eine Männerstimme aus der Attendorner Tropfsteinhöhle, die auf Werbejingle macht.</p>
<p>Lopatin mischt dies schön zusammen und schafft so eine einzigartige Atmosphäre, die sich in den Sonnenuntergang brennt, aber auch den Aufgang munter beschallen könnte. Dunkle Texturen geben sich die Klinke in die Hand. Tiefe Entspannungsübungen bekommen hektische Flecken. Angstzustände werden weggehaucht, ein Spinett brennt im Hinterhof lichterloh. Perkussive Momente verfliegen und rascheln nur noch im Herbstlaub. Die Melancholie schiebt sich in den Vordergrund. Warum macht das alles so Spaß? Ist es das Piano, das sanft Gefühle eines Sonntagnachmittags versprüht? Auch lange Drones haben es aufs Album geschafft. Alles wirkt wie ein Teilchenbeschleuniger. Alles wird bis auf 300 MeV beschleunigt. Die Wüste lässt Kamele singen, der Wind macht auf Fieldrecording und immer wartet man vergeblich auf den einsetzenden HipHop-Beat. Ein Eisvorhang lässt die Dusche frieren. Dafür bekommen wir Erik Satie geschenkt. Lopatin schafft es auf ganzer Länge Spannung aufzubauen. Replica lässt einen erinnern, aufhorchen und weiterspinnen. Master/Slave-Replikation. Starke Platte!</p>
<p><object height="285" width="100%"><param name="movie" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Fplaylists%2F1253030"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="285" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Fplaylists%2F1253030" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  <span><a href="http://soundcloud.com/mexicansummer/sets/oneohtrix-point-never-replica">Oneohtrix Point Never &#8211; Replica</a> by <a href="http://soundcloud.com/mexicansummer">Mexican Summer</a></span> </p>
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		<title>Hive Mind &#8211; Elemental Disgrace</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 04:10:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unübersichtlichkeit. Enge. Dunkelheit. Wind von allen Seiten. Das Unbegreifliche steigt auf. Es entsteht etwas Dichtes ohne Personen, Orte und Worte. Liegen den Klangschichten reale Ereignisse zugrunde? Handelt es sich um Versteinerungen? Nähert sich ein alter Schiffsdiesel, der unter aufbrausenden Fallwinden in dunkelste Tiefen zu fallen scheint? Nein, alles falsch, „Elemental Disgrace“ ist 100%-fieldrecordingfrei.
Greh Holger, der Mann hinter Hive Mind, gibt sich als kryptischer Druide auf großer Mission. Schon seit Jahren propagiert er die Macht der Flankensteilheit und verhilft altehrwürdiger Synthesizerkunst zu neuem Geheimwissen. Dazu rührt er seit Jahr und Tag ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unübersichtlichkeit. Enge. Dunkelheit. Wind von allen Seiten. Das Unbegreifliche steigt auf. Es entsteht etwas Dichtes ohne Personen, Orte und Worte. Liegen den Klangschichten reale Ereignisse zugrunde? Handelt es sich um Versteinerungen? Nähert sich ein alter Schiffsdiesel, der unter aufbrausenden Fallwinden in dunkelste Tiefen zu fallen scheint? Nein, alles falsch, „Elemental Disgrace“ ist 100%-fieldrecordingfrei.<span id="more-22720"></span></p>
<p>Greh Holger, der Mann hinter Hive Mind, gibt sich als kryptischer Druide auf großer Mission. Schon seit Jahren propagiert er die Macht der Flankensteilheit und verhilft altehrwürdiger Synthesizerkunst zu neuem Geheimwissen. Dazu rührt er seit Jahr und Tag in irgendwelchen nicht näher beschriebenen Schaltkreisen, die ordentlich Dampf machen. White Noise contra Pink Noise contra Even Deeper Noise. Nicht zu knapp dröhnt es in epischen Bögen. Die Düsternis der Bilder könnte kaum größer sein. Pathetische Ablagerungen in verwittertem Schwermetal, die einen lebenslang prägen werden, weil sie nicht zu prahlerisch auftreten.</p>
<p>Wer die Absicht hat, die Anselm-Kiefer-Dokumentation <a href="http://overyourcities.com/" target="_blank">„Over Your Cities Grass Will Grow“</a> zu schauen, kann sich mit „Elemental Disgrace“ bestens auf den Kinogang vorbereiten.</p>
<p>&#8220;Elemental Disgrace&#8221; ist am 25.10.2011 bei <a href="http://editionsmego.com/spectrum-spools-release/SP+009" target="_blank">Edition Mego</a> erschienen.</p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/11/Greh-Holger.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-22725" title="Greh Holger" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/11/Greh-Holger.jpg" alt="Greh Holger" width="540" height="386" /></a></p>
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		<title>Russell Haswell – ACID nO!se Synthesis</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 05:44:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Russell Haswell macht keine Musik für den Hausgebrauch. Auch nicht für Tontechniker in der Kaffeepause und auch nicht für Radiotechniker. Obwohl die  bestimmt den Spannungsmesser an die heimischen Boxen halten würden. Macht Haswell überhaupt Musik? Was ist Musik?
Haswell ist ein Audiopräsentator, der Grenzen, Räume, Bewegung und Stereosignale visualisiert. Noise fließt durch die Adern, der Puls bleibt scheintot und die Pedale sind nicht nur schön anzusehen. Welche Phase sieht wie aus? Gehirnströmungen huschen von rechts nach links. Vectoroszillogramme bescheinigen dir die Arbeitsunfähigkeit. Du hängst in der Braunschen Röhre. Ich hab ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Russell Haswell macht keine Musik für den Hausgebrauch. Auch nicht für Tontechniker in der Kaffeepause und auch nicht für Radiotechniker. Obwohl die  bestimmt den Spannungsmesser an die heimischen Boxen halten würden. Macht Haswell überhaupt Musik? Was ist Musik?<span id="more-22268"></span></p>
<p>Haswell ist ein Audiopräsentator, der Grenzen, Räume, Bewegung und Stereosignale visualisiert. Noise fließt durch die Adern, der Puls bleibt scheintot und die Pedale sind nicht nur schön anzusehen. Welche Phase sieht wie aus? Gehirnströmungen huschen von rechts nach links. Vectoroszillogramme bescheinigen dir die Arbeitsunfähigkeit. Du hängst in der Braunschen Röhre. Ich hab da immer so ein Piepen im Ohr.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/10/Lissajous.gif"><img class="size-full wp-image-22269 aligncenter" title="Lissajous" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/10/Lissajous.gif" alt="" width="200" height="200" /></a></p>
<p style="text-align: center;">
<p>Turbulenzen werden weggedreht und ein Surface-Wind setzt dir die Haare in Position. Haswell hat Kopfhörermusik für Nerds vorbereitet, die mit geschlossenen Augen modulare Synthesizer unterscheiden können. Ihr Wunschzettel hat nur einen Eintrag: X-Y Oszilloskop. Haswell gibt eine Erfahrungsreise zum Besten, die sich der Hipster in Forschungsgruppen in zwei Kanäle unterteilt. Overdub und Midi waren gestern. Wer braucht noch Räume oder Konzerte? Schließ deine Gerätschaften zu Hause an und wirf Kurven an die Wand. Deine Frau wird begeistert sein. Wer ACID nO!se Synthesis auch in Bewegung bewundern möchte, sollte sich <a href="http://www.audiofile-engineering.com/spectre/" target="_blank">Spectre</a> und oder <a href="http://www.fluxhome.com/products/freewares/stereotool" target="_blank">Stereo Tool</a> besorgen.  Auf eine wireless World!</p>
<p>ACID nO!se Synthesis ist bei Editions Mego erschienen.</p>
<p><iframe width="560" height="410" src="http://www.youtube.com/embed/f1UiIvgRKFY" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Pallers – The Sea of Memories</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 08:25:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Küsse unter Wasser. Sie schmecken salzig. Du musst kurz zum Luftholen an die Wasseroberfläche. Die Meerjungfrau wartet geduldig. Pallers aus Schweden sind Popper, Romantiker und Bartträger. Das geht heutzutage gut miteinander. Ihre Musik kuschelt sich mit sanften Beats und viel Geklöppel in warme Decken, als du aus dem Wasser steigst. Ein letzter Blick und die Flosse deiner Meerjungfrau ist verschwunden. Du schaust noch lange nach.

Jetzt musst du in den Club. Auflegen. Deine Telefonstimme wird dir kurz drauf zum Verhängnis. Deine Mutter legt einfach auf, als du sie anrufst. Sie erkennt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Küsse unter Wasser. Sie schmecken salzig. Du musst kurz zum Luftholen an die Wasseroberfläche. Die Meerjungfrau wartet geduldig. Pallers aus Schweden sind Popper, Romantiker und Bartträger. Das geht heutzutage gut miteinander.<span id="more-21715"></span> Ihre Musik kuschelt sich mit sanften Beats und viel Geklöppel in warme Decken, als du aus dem Wasser steigst. Ein letzter Blick und die Flosse deiner Meerjungfrau ist verschwunden. Du schaust noch lange nach.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/09/Pallers_2011_2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-21716" title="Pallers" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/09/Pallers_2011_2.jpg" alt="" width="500" height="346" /></a></p>
<p>Jetzt musst du in den Club. Auflegen. Deine Telefonstimme wird dir kurz drauf zum Verhängnis. Deine Mutter legt einfach auf, als du sie anrufst. Sie erkennt dich nicht. Zu Hause noch schnell umziehen. An deiner Wand hängt ein Poster von Robert Smith. Dein Kopfkissen schmückt Dave Gahan. Ach, wenn du nicht so ewiggestrig wärst.</p>
<p>Auf dem Weg in den Club hast du wieder Splash und Daryl Hannah im Kof. Auf deiner Haut sind immer noch Salzpartikel. Pallers träumen sich in eine Blubber-Unterwasserwelt. So richtig knallen lassen sie die Korken nie. Für sie geht es um das große Gefühl, um die Traumsequenzen zwischen Sonnenaufgang und letzter Zigarette. Das plätschert so vor sich hin, hat aber auch schöne Momente, wenn es zum Beispiel anfängt zu knarzen oder zu scheppern. Manchmal kommt ein verletzlicher Notwist-Moment in die Tracks. Das war es aber auch schon. Die kleinen Depeche Mode-Zitate können kein Album bestreiten. Auch die sanften Gitarren-Pickings, die dann wieder von verlorenen Beats aus der Reserve gelockt werden, täuschen nur an. Auch sie haben keinen gültigen Reisepass. Vom Regen in die Traufe.</p>
<p>Beim Auflegen dann im Club sehen die Mädchen nur die Algen in deinem Haar, nicht dein wahres Gesicht. Traurige Welt!</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="81" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F17775527" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F17775527" allowscriptaccess="always"></embed></object> <span><a href="http://soundcloud.com/tlobf/pallers-come-rain-come">Pallers &#8211; Come Rain, Come Sunshine</a> by <a href="http://soundcloud.com/tlobf">The Line Of Best Fit</a></span></p>
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		<title>Alva Noto &#8211; Univrs</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Oct 2011 02:46:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Alva Notos neues Album &#8220;Univrs&#8221; basiert auf einer audio-visuellen Performance, bei der Audio-Signale durch Software generierte Testbilder in Echtzeit manipulieren. Soweit die Versuchsanordnung, die eine Weiterentwicklung seines 2008 erschienenen Albums „Unitxt“ darstellt. Carsten Nicolai kehrt nun nach den eher durch Reduktion und Kontemplation gekennzeichneten Kollaborationen mit Blixa Bargeld und Ryuichi Sakamoto zu den aufregenden Kerngebieten einer synästhetischen Klangkunst zurück.
Der Dauerton wird zum Star. Dieser schwellende Dauerton, den wir in verwandter Form auch schon mal bei Signal und Byetone gehört haben, entwickelt sich auf &#8220;Univrs&#8221; zur ebenso variantenreichen wie allgegenwärtigen Maschinenmetapher. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alva Notos neues Album &#8220;Univrs&#8221; basiert auf einer audio-visuellen Performance, bei der Audio-Signale durch Software generierte Testbilder in Echtzeit manipulieren. Soweit die Versuchsanordnung, die eine Weiterentwicklung seines 2008 erschienenen Albums „Unitxt“ darstellt. Carsten Nicolai kehrt nun nach den eher durch Reduktion und Kontemplation gekennzeichneten Kollaborationen mit <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2010-06-18/alva-noto-blixa-bargeld-ret-marut-handshake/" target="_self">Blixa Bargeld</a> und <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2011-06-15/alva-noto-ryuichi-sakamoto-summvs/" target="_self">Ryuichi Sakamoto</a> zu den aufregenden Kerngebieten einer synästhetischen Klangkunst zurück.</p>
<p><span id="more-22153"></span>Der Dauerton wird zum Star. Dieser schwellende Dauerton, den wir in verwandter Form auch schon mal bei Signal und Byetone gehört haben, entwickelt sich auf &#8220;Univrs&#8221; zur ebenso variantenreichen wie allgegenwärtigen Maschinenmetapher. Mal mit Wucht im Vordergrund stehend, fächert er sich als granulatartige Bramme in mehrere Schichten auf. Dann wieder steht ein fragiler Bordun als leise Ahnung am Horizont. Immer schaffen es synthetische Schichten alle rhythmischen Nadelstichmuster mit avanciertester Penetration zu einem stabilen Raumverband zu gürten.</p>
<p>Cold Fusion. So wird das synästhetische Experiment schließlich zum Selbstläufer &#8211; einmal sogar von <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2011-03-28/anne-james-chaton-evenements-09/" target="_self">Anne-James Chaton</a> besungen! Und das Maschinenkonstrukt scheint mit kühler Anmut Resistenz und Energie zu produzieren. Unaufhörlich. Resistenz gegen jeglichen äußeren Einfluss ausserhalb seines exakt beschriebenen technischen Verfahrens. Diese Resistenz ist es auch, die eine Immunisierung, eine Versiegelung gegen das Äußere aufbaut und somit 100 % Prozent der eingesetzten Energie im System hält. Perfekt!</p>
<p>&#8220;Univrs&#8221; erscheint am 17. Oktober 2011 bei <a href="http://www.raster-noton.net/" target="_blank">Raster Noton</a>.</p>
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		<title>John Tejada &#8211; Parabolas</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 14:14:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nichts ist neu, kaum etwas erscheint in gewechseltem Gewande. Nichts ist auf links gedreht. Alles ist bereits gesagt, getanzt und verdichtet worden. Das überraschende jedoch: Das leidenschaftliche Ausleben von Konventionen kann manchmal ebenso betörend sein, wie der Jungbrunnen des Paradigmenwechsels.
Man könnte jetzt bei „Parabolas“ die Reinheit des Stils rühmen, mit dem Attribut Deepness jonglieren, oder sich einfach darüber wundern, dass Techno hier wieder ungestraft ohne Subgenre-Zusatz genannt werden darf. Ohne umzufallen. Und es funktioniert. Der Dancefloor tritt in den Hintergrund, ohne Nebelmaschine, ohne dass man ihn vermisst. Klarheit durchzieht das ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nichts ist neu, kaum etwas erscheint in gewechseltem Gewande. Nichts ist auf links gedreht. Alles ist bereits gesagt, getanzt und verdichtet worden. Das überraschende jedoch: Das leidenschaftliche Ausleben von Konventionen kann manchmal ebenso betörend sein, wie der Jungbrunnen des Paradigmenwechsels.</p>
<p><span id="more-22094"></span>Man könnte jetzt bei „Parabolas“ die Reinheit des Stils rühmen, mit dem Attribut Deepness jonglieren, oder sich einfach darüber wundern, dass Techno hier wieder ungestraft ohne Subgenre-Zusatz genannt werden darf. Ohne umzufallen. Und es funktioniert. Der Dancefloor tritt in den Hintergrund, ohne Nebelmaschine, ohne dass man ihn vermisst. Klarheit durchzieht das Album auf ganzer Linie, ebenso wie die Perfektion des Klangs, der einzig einem sehr entspannten, sehr präzisen Groove dient. Schönheit kann manchmal so einfach klingen, ohne einfach zu sein. Wenn ich kürzlich bei <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2011-09-28/plaid-scintilli/" target="_self">Plaid</a> deren Zeitlosigkeit rühmte, muss ich mich nun der Gefahr aussetzen, diese Eigenschaft inflationär zu verwenden. Man muss auf der Hut sein&#8230;</p>
<p>„Parabolas“ ist im Juni 2011 bei <a href="http://www.kompakt.fm/releases/parabolas" target="_blank">Kompakt</a> erschienen.</p>
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