Artikel in der Kategorie Elektronik
2010, 2012, Elektronik, Musik, Rezensionen, Zeitleiste »
Eine belegte Stimme weint in zerhacktem Sample-Trigger-Rhythmus. Sie ist belegt, damit sie wenige Takte später unter Filtereinsatz freigeschält werden kann. Die Stimme ist Programm. Sie ist Programm für eine Stimmung der einsamen Melancholie, wie wir sie von Burial kennen. Diese urbane Betrübnis wird nun in den Club getragen.
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Düsternis fällt durch bemoste Gitter und rostige Stiegen. Von aufgeregten Höhen stampfender Rockismen, von Electro-Soul und Knartz-1 bis in tiefste Tiefen. Immer muss es sumpfen. Immer muss es dampfen. Es handelt sich um die Dämpfe aufgeregt knurrender Motoren oder um bedeutungsvoll schimmernde Schwefeleien. Bemüht verwirbelte Gasformationen fallen durch so manches Gitter bis in die Tiefen ambienter Irrnis. Und was bleibt am Ende hängen? Nichts.
Elektronik, HipHop, Musik, Rezensionen »
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Wiedergänger oder Widergänger? Die schon über 250 Jahre alten Auswirkungen eines heute mehr als grotesk anmutenden Gelehrtenstreits kondensieren sich nur noch schal in kleinen Buchstaben aus. Ein blasser Hauch überlagert unscharf jauchzende Stimmen in der Ferne als Anmutung, als Andeutung. Im Flug. Als Medium.
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Unübersichtlichkeit. Enge. Dunkelheit. Wind von allen Seiten. Das Unbegreifliche steigt auf. Es entsteht etwas Dichtes ohne Personen, Orte und Worte. Liegen den Klangschichten reale Ereignisse zugrunde? Handelt es sich um Versteinerungen? Nähert sich ein alter Schiffsdiesel, der unter aufbrausenden Fallwinden in dunkelste Tiefen zu fallen scheint? Nein, alles falsch, „Elemental Disgrace“ ist 100%-fieldrecordingfrei.
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Alva Notos neues Album “Univrs” basiert auf einer audio-visuellen Performance, bei der Audio-Signale durch Software generierte Testbilder in Echtzeit manipulieren. Soweit die Versuchsanordnung, die eine Weiterentwicklung seines 2008 erschienenen Albums „Unitxt“ darstellt. Carsten Nicolai kehrt nun nach den eher durch Reduktion und Kontemplation gekennzeichneten Kollaborationen mit Blixa Bargeld und Ryuichi Sakamoto zu den aufregenden Kerngebieten einer synästhetischen Klangkunst zurück.
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Nichts ist neu, kaum etwas erscheint in gewechseltem Gewande. Nichts ist auf links gedreht. Alles ist bereits gesagt, getanzt und verdichtet worden. Das überraschende jedoch: Das leidenschaftliche Ausleben von Konventionen kann manchmal ebenso betörend sein, wie der Jungbrunnen des Paradigmenwechsels.
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Zunächst ist er nur vage erkennbar. Doch das ändert sich schnell. Der Mann setzt sich in Bewegung. Als durstiger Dauerläufer schlägt er sich durch karges Land. Lang schon hat es nicht geregnet. Der staubige Boden macht die Wege unkenntlich. Es gibt kein Entrinnen. Doch der Mann gibt nicht auf. Aus kleinen Schritten werden große Sprünge.
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Andy Turner und Ed Handley ist es immer gelungen Melodien über große Bögen zu spannen. Und diese Spannung eindrucksvoll über ganze Alben zu halten. Vor allem diese großen harmonieunterfütterten Gesten waren es, die Plaid und vielleicht noch Orbital einen besonderen Rang im elektronischen Genre einnehmen ließen. Denn sie feierten mit ihrem Ansatz auch immer das Diktum des elektronischen Klangs überhaupt, ohne sich kleinmütig in Untergenres zu verfangen. Das mehrstimmig Ausgeführte in klanglich fast renaissancehafter Entrückung ist es, was uns an Plaid gern den Atem raubt.
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Die Synthies ticken aus. Raue Sounds zwischen Alarmknopfästhetik und Computerspiel reichen sich die Hand. Gemeinsam hüpfen sie in bester Mario-Manier über allerlei exotische Riddim-Inselchen. Die Beatbox schafft die karge Topografie, auf der sich synthetische Fanfaren in hemmungsloser Einsamkeit austoben. Niemand in Reichweite, der ihre Bahnen stört oder ihre Ruhmestaten beklatscht. Keine Stimme, keine Gegenrede. Einzig der rhythmische Versatz ist die würzende Struktur einer juvenilen Aufgeregtheit, die ihresgleichen sucht.
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Zomby hat sich die Maske übergestreift. Auf Fotos versteckt er sich hinter Sonnenbrillen oder Pullovern. Und nun? Auf Dedication muss er ein bisschen was preisgeben, aber das macht er in wohldosierten Päckchen. Düstere Klänge geben sich einer simplen Bassfolge hin. Oder täuscht auch das und es klingt nur so einfach?





