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	<title>Jahrgangsgeräusche &#187; Easy Listening</title>
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	<description>Popkultur und unbedingte Zonen</description>
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		<title>James Ferraro – Far Side Virtual</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 11:11:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dein Don Johnson-Anzug ist verknittert. Da muss sich der alte Moroder-Synthie in der Sakko-Tasche breit gemacht haben. Da kommt eine SMS rein. Nein, deine Skype-Kontakte piepen dich an. Mit dem Extra-Blubb der Sympathie!

Im Hintergrund siehst du Werbefernsehen! Enjoy das oder vielleicht das. James Ferraro nutzt die fiesesten Klänge der Welt, um sich daran totzusamplen. Ein Saxophon trötet wie bei frühen Grönemeyer-Balladen. Du bist zu Hause oder im Skizzenbuch von Drehbuchautoren vergilbter Fernsehserien. Dein Rechner fährt hoch oder runter. Such dir was aus. Ferraro bastelt sich eine krude Fahrstuhlmusik zusammen, die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dein Don Johnson-Anzug ist verknittert. Da muss sich der alte Moroder-Synthie in der Sakko-Tasche breit gemacht haben. Da kommt eine SMS rein. Nein, deine Skype-Kontakte piepen dich an. Mit dem Extra-Blubb der Sympathie!<span id="more-23317"></span></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/12/jamesferraro.jpg"><img class="size-full wp-image-23318 aligncenter" title="James Ferraro" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/12/jamesferraro.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Im Hintergrund siehst du Werbefernsehen! Enjoy das oder vielleicht das. James Ferraro nutzt die fiesesten Klänge der Welt, um sich daran totzusamplen. Ein Saxophon trötet wie bei frühen Grönemeyer-Balladen. Du bist zu Hause oder im Skizzenbuch von Drehbuchautoren vergilbter Fernsehserien. Dein Rechner fährt hoch oder runter. Such dir was aus. Ferraro bastelt sich eine krude Fahrstuhlmusik zusammen, die dich in entspannter New Age-Manier an den Hotelpools dieser Welt verweilen lässt. Traumsequenzen mit einer Mad Men-Joy machen dich wild, obwohl du immer wieder auf den Laptop starrst, da dich dieses Skype-Geblubber wahnsinnig macht. Ich habe doch auf &#8220;Beschäftigt&#8221; geklickt.</p>
<p>Ein wahnwitziges Randy Newman-Klavier spielt dir Altbekanntes vor. Ferraro nervt zuweilen, kann aber auch unterhalten. Das ist es wohl. Die vielleicht bestkonzipierte Unterhaltungsplatte im Genre &#8220;Klau mich oder ich fress dich&#8221;. Da klingelt dein Handy. Aufeinmal bist du in Tokyo am Flughafen. Welches Sushi-Meal wählst du? Bekloppte Platte, die dich in einen <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2009-07-09/japanischer-fotoautomat/" target="_blank">Fotoautomaten</a> setzt und dich ständig aufruft, etwas zu wählen. Vielleicht wählst du den Aus-Knopf, vielleicht bist du aber schon so abgestumpft, dass dich das Jingle-Werbegedöns nicht mehr aus der Ruhe bringt. Ferraro klingt nach Nivea-Haus auf Droge!</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="360" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Fplaylists%2F1232579" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="360" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Fplaylists%2F1232579" allowscriptaccess="always"></embed></object> <span><a href="http://soundcloud.com/alteredzones/sets/james-ferraro-far-side-virtual">James Ferraro: Far Side Virtual</a> by <a href="http://soundcloud.com/alteredzones">alteredzones</a></span></p>
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		<title>The High Llamas – Talahomi Way</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 06:42:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Fahrstuhltür klemmt. Seit vier Jahren nun schon. Du musst seit dem die Treppe nehmen, doch Fahrstuhlmonteur Sean O&#8217;Hagan ist nun endlich zur Stelle und drückt die Türhälften mit aller Kraft auseinander und schwuppdiwupp fährt er wieder. Das hat bis dahin kein anderer geschafft. War eigentlich ganz einfach.
Die Musik rieselt sofort von oben herab. Große Arrangements perlen beschwingt in den Innenraum. Blumenduft und eine leichte Brise lassen die Fahrt wie einen Kurzurlaub erscheinen. Ed von Schleck schmatzt frivol an seiner eigenen Kreation. Die High Llamas sind zurück. Haben wir sie ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Fahrstuhltür klemmt. Seit vier Jahren nun schon. Du musst seit dem die Treppe nehmen, doch Fahrstuhlmonteur Sean O&#8217;Hagan ist nun endlich zur Stelle und drückt die Türhälften mit aller Kraft auseinander und schwuppdiwupp fährt er wieder.<span id="more-16798"></span> Das hat bis dahin kein anderer geschafft. War eigentlich ganz einfach.</p>
<p>Die Musik rieselt sofort von oben herab. Große Arrangements perlen beschwingt in den Innenraum. Blumenduft und eine leichte Brise lassen die Fahrt wie einen Kurzurlaub erscheinen. Ed von Schleck schmatzt frivol an seiner eigenen Kreation. Die High Llamas sind zurück. Haben wir sie vermisst? Ja, irgendwie schon, denn das Leben ist trist genug, da braucht es mal einen Easy-Jazzakkord oder einen Shaker, der unaufhaltsam rappelt. Die Beach Boys im Geiste. Wie Engel schweben die High Llamas in weißen Gewändern über unseren Köpfen. <em>Take my hand and running through the sand</em>. Die Sandalen lassen viel Luft dran. Alles ist beim Alten geblieben. Ein Hauch Bossa Nova, ein Hauch Surfbrett, ein Strahl, der dir sofort die Zähne sauber putzt. Dein Grinsen ist nun fototauglich.</p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/04/The-High-Llamas-pic-web.jpg"><img src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/04/The-High-Llamas-pic-web.jpg" alt="" title="The High Llamas" width="460" height="317" class="alignnone size-full wp-image-16801" /></a></p>
<p>Die Streicher sind immer da, wenn sich eine Wolke vor die Sonne schiebt. Mädchen drehen sich im Kreis und Joints. Alles ist gut. Die Liebe eine Mausefalle. Du stehst auf Speck und tappst vergnügt in jeden Kitsch. Glöckchen bimmeln, eine Gitarre spielt den Feliciano. Die High Llamas bringen das Romantikposter für den Saunabereich zurück. Während du noch mit der Bürste alles glattbügelst, ertönt ein Spinett. Die Prinzessin hat zum Tee geladen. Natürlich darf David Hamilton Fotos von den Kindern schießen. Keiner sagt was. Das ist Kunst. Schmuddelig sind die, die Schmuddeliges denken.</p>
<p>Die High Llamas sind immer nah am Score, immer nah am Wasser gebaut, doch Tränen sollen keine fließen. Eher Honig. Es soll geschlendert werden. Gute Gefühle übermannen dich, während du mit den anderen den 85. Stock erreichst. Der Ausblick ist zwar nur zweitrangig, doch du fühlst dich sicher und warm. Du holst deine alte Mundharmonika aus der Gesäßtasche. Puste ein Liedchen! Mehr will Sean O&#8217;Hagan nicht. Er will den großen Popsong und davon gibt es zwölf.</p>
<p>Talahomi Way ist bei Drag City erschienen.</p>
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		<title>jj &#8211; jj nº 3</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 08:45:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was ist eigentlich mit leichter Popmusik? Darf man noch Musik hören, die einen nicht fordert oder sauer aufstoßen lässt? Und deren Coolheitsgrad unter null liegt? Vielleicht sind die Normalos jetzt die Freaks? Die Schweden haben es da irgendwie raus. jj aus Göteborg sind Pop-Gammler, die ihre Träume einfach per Flaschenpost in die Welt tragen, egal welcher Hörer sie nun findet. Die Flasche ist gefüllt mit gefühligem Radio-Pop. Doch ist das schlimm? Nein, es ist wunderbar!
jj machen auf Ibiza und Indie gleichzeitig. Ein leichter Wind weht, man trägt weiße Gewänder und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist eigentlich mit leichter Popmusik? Darf man noch Musik hören, die einen nicht fordert oder sauer aufstoßen lässt? Und deren Coolheitsgrad unter null liegt? Vielleicht sind die Normalos jetzt die Freaks? Die Schweden haben es da irgendwie raus. jj aus Göteborg sind Pop-Gammler, die ihre Träume einfach per Flaschenpost in die Welt tragen, egal welcher Hörer sie nun findet. Die Flasche ist gefüllt mit gefühligem Radio-Pop. Doch ist das schlimm? Nein, es ist wunderbar!<span id="more-7888"></span></p>
<p>jj machen auf Ibiza und Indie gleichzeitig. Ein leichter Wind weht, man trägt weiße Gewänder und in den Händen perlt ein großes Becks-Gold. Von weit her zwirbelt ein Sven Väth-Track herüber, die Sonne geht schon wieder auf. jj zaubern ein wohliges Gefühl in die Magengegend. Aus dem Radio plärrt Spaniens Europa-Meisterschafts-Sieg und wir spielen Boule. Alle gucken verdutzt. „Das heißt Boccia!“</p>
<p>jj werden wohl nie zu ihrem Ruhm kommen, der ihnen zusteht. Die Pop-Welt ist nun mal böse. Für die Charts-Jünger ist das zu langsam und bekifft. „Da kann man ja nicht mal eine eigene Choreo zu erfinden!“ Für die Indie-Jungs  viel zu weich. Keine harten Gitarren, keine Eckdaten, die man beim Pop-Quartett dem Gegner um die Ohren hauen kann. Erinnert irgendwie an <a href="http://www.laidback.dk/" target="_blank">Laid Back</a>, die auch nie jemand verstanden hat. </p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/03/jj-n-3-out-march-large-msg-126163266912.jpg"><img class="size-full wp-image-7889 alignnone" title="jj" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/03/jj-n-3-out-march-large-msg-126163266912.jpg" alt="jj" width="500" height="500" /></p>
<p></a><br />
Das Label Secretly Canadian hat auf jeden Fall mal wieder den richtigen Riecher und bringt nun nach der <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2010/02/04/yeasayer-odd-blood/" target="_blank">Yeasayer</a>-Scheibe die nächste tolle Produktion auf den Markt. Immer wenn &#8220;nº 3&#8243; durchgelaufen ist, fehlt es einem schon. Diese Süße, dieses Geraspel und leicht Schwüle kleben dir wie ein Film auf der Haut. Der Sommer ist noch weit entfernt, doch die Schweden schenken uns schon Bilder mit Segelyachten und Bikini-Mädchen, die unbedingt mal diesen neuen Monokini austesten sollten. Zum Glück taucht nie Mark Medlock auf, um uns den Spanier zu machen. Dafür sind jj zu clever. Natürlich spielen sie mit dieser Fa-Werbung-Ästhetik, haben aber trotzdem ein Gespür für Dramatik und Tiefgang. </p>
<p>Schweden ist halt doch unterkühlt. Und Shoegaze ohne Trittbrett ist das neue Ding. Immer alles durch den Verzerrer zu jagen, um Ergebnisse zu erzielen, langweilt jeden <a href="http://www.creation-records.com/" target="_blank">Creation</a>-Liebhaber. Popmusik darf den Weichspüler benutzen und Frottee-Bademäntel werden vorne offen getragen, um Bereitschaft zu signalisieren. jj überzeugen und vollführen das Kunststück „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=8QkYK9nHBns" target="_blank">Seichter Klang an schwitzigem Dream-Pop</a>“ auf den Vorspeisen-Teller zu zaubern. Die Indie-Disco ist Sandbänke entfernt und du kannst trotzdem überall stehen und zupfst dein Bikini-Höschen zurecht. Der Sommer kann kommen und dann bist du auch wieder bereit, dein Herz zu verschenken.</p>
<p>Erschienen bei <a href="http://www.secretlycanadian.com/home.php" target="_blank">Secretly Canadian </a></p>
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		<title>Jaga Jazzist &#8211; One-Armed Bandit</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 08:24:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Kopf wurde schon gekürzt, doch da sind immer noch neun Gehirne, die versuchen einen klaren Gedanken zu fassen. Die Bläser blasen gegen Fusion-Gitarren und das Schlagzeug versucht mit dem Flanger-Bass eine Wochenendbeziehung zu führen. Die Norweger Jaga Jazzist legen nun schon, wenn man die EP&#8217;s auch mitzählt ihr neuntes Album vor und nicht vieles hat sich verändert. Immer noch sind wahnsinnig viele Musikstile involviert. Da fliegt schon mal eine Fernsehmelodie vorbei und grüßt Captain Future mit einem Nebelhorn. Die Galaxie hat nicht nur einen Todes-Stern.
Die Warteschleife der Telefonseelsorge klimpert ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Kopf wurde schon gekürzt, doch da sind immer noch neun Gehirne, die versuchen einen klaren Gedanken zu fassen. Die Bläser blasen gegen Fusion-Gitarren und das Schlagzeug versucht mit dem Flanger-Bass eine Wochenendbeziehung zu führen. Die Norweger <a href="http://www.jagajazzist.com/v2/news.php" target="_blank">Jaga Jazzist</a> legen nun schon, wenn man die EP&#8217;s auch mitzählt ihr neuntes Album vor und nicht vieles hat sich verändert. Immer noch sind wahnsinnig viele Musikstile involviert. Da fliegt schon mal eine Fernsehmelodie vorbei und grüßt Captain Future mit einem Nebelhorn. Die Galaxie hat nicht nur einen Todes-Stern.<span id="more-7465"></span></p>
<p>Die Warteschleife der Telefonseelsorge klimpert lässig vor sich hin. Bitte warten Sie! Die 70er sind allgegenwärtig ohne deren spießige Cordhosen-Ästhetik. Wir müssen warten, denn Harry holt immer noch den Wagen. Die Lottozahlen eiern durch die Glaskugel. Wird der Jackpot heute geknackt? Ja, die Spielsucht lässt dir schon mal das Kleingeld ausgehen. Der einarmige Bandit hebt den Stumpf und ruft:“Insolvenz!“ Progrock für die verjazzte Schneelandschaft. </p>
<p>Deine Mutter hatte dich gewarnt. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern! Die neuen Instrumentals haben ihren Charme, das kann keiner wegreden. Immer ein wenig Porno, doch für die Space-Night zu wild und schnell. Dem Kiffer bleibt die Spucke weg! </p>
<p>Die Bläser fahren nach anfänglichen Großtaten erschöpft nach hause. Die E-Gitarre nimmt deren Platz ein und wichst unbekümmert in der Öffentlichkeit. Die Spielhalle wird zur Lounge und die Suchtberatung verteilt Rubbel-Tattoos. Wer will die Kirschen als Symbol des Geldes?</p>
<p>Der Postrock erreicht neue Ufer, die aber natürlich auch schon einige Leichen vorrätig haben. Man muss halt stark bleiben. Tortoise liegen da und Soft Machine! Für <a href="http://www.myspace.com/jagajazzist" target="_blank">Jaga Jazzist</a> beginnt das Leichenfleddern. Die Grabsteine reichen für einen neuen Domino-Day. An den Rändern zwicken diese neuen Stücke. Die Computer jaulen auf, die große Spielfreude ätzt dir den letzten verbliebenen Arm weg. Fahrstuhl-Musik hört sich anders an! </p>
<p>„One- Armed Bandit“ ist Fusion-Tabak für die Filterlosen-Fraktion. Alles schön selbst gedreht, doch die Tabakfusseln nerven auf der Zunge. Man sollte direkt zu Kautabak greifen, um etwas Nahrhaftes zu bekommen. Das letzte Kleingeld kommt in den Daddelautomaten. Drei Melonen zeigen dir, dass auch Looser mal Glück haben können. Der Automat haut dir den Jackpot um die Ohren. Du flitzt zur Kasse, um nach einer Plastiktüte zu fragen, doch leider sind heute so viele Gewinne raus, dass Mangel herrscht. Du ziehst dir deine Schuhe aus. Dein Paar Socken müsste reichen. Barfuß und mit an den Schnürsenkeln zusammen gebundenen Schuhen, die du dir lässig über die Schulter geworfen hast tänzelst du nach hause. Die Sucht hat dich gepackt, du wirst morgen wiederkommen, um dir das nötige Kleingeld für eine Norwegen-Reise zu erspielen. Doch Vorsicht, morgen könnte auch dein Haus weg sein. Deine Frau ist es schon! </p>
<p>Erschienen bei <a href="http://www.ninjatune.net/home/" target="_blank">Ninja Tune</a> und reinhören kann man <a href="http://3voor12.vpro.nl/speler/luisterpaal/42999544#luisterpaal.42999544" target="_blank">hier</a>.</p>
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		<title>Hope Sandoval &amp; The Warm Inventions &#8211; Through The Devil Softly</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 11:34:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gepflegte Langeweile! Hope Sandoval meldet sich nach sieben Jahren mit neuen Nebelhörnern zurück. Die Ex-Mazzy Star-Haucherin bleibt ihrem Gefühlsleben treu. Zart, ja fast apatisch taumelt sie durch nette Kleinode kurz vor der Zersetzung. Eine Mundharmonika jault am alten Busbahnhof vor sich hin. Hier fährt schon lange kein Bus mehr. Der Teufel wird mit Fingerfarben an die Wand gemalt. Hypnose als Therapie. Während der Sitzung nuschelt und flüstert uns Sandoval Geschichten über Wildrosen und blauen Vögeln in die Ohren. Auch ein energisches Fingerschnippen lässt Hope nicht aus der Lethargie erwachen. Sie ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gepflegte Langeweile! <a href="http://www.hopesandoval.com/home.shtml" target="_blank">Hope Sandoval </a>meldet sich nach sieben Jahren mit neuen Nebelhörnern zurück. Die Ex-Mazzy Star-Haucherin bleibt ihrem Gefühlsleben treu. Zart, ja fast apatisch taumelt sie durch nette Kleinode kurz vor der Zersetzung. Eine Mundharmonika jault am alten Busbahnhof vor sich hin. Hier fährt schon lange kein Bus mehr.<span id="more-5618"></span> Der Teufel wird mit Fingerfarben an die Wand gemalt. Hypnose als Therapie. Während der Sitzung nuschelt und flüstert uns Sandoval Geschichten über Wildrosen und blauen Vögeln in die Ohren. Auch ein energisches Fingerschnippen lässt Hope nicht aus der Lethargie erwachen. Sie zieht ihren Stiefel durch. Mit leicht verschwitztem Gesicht schlurft sie durch die Wüste. Immer auf der Suche nach einer Oase. Doch auch Wasser scheint nicht die Lösung zu sein. Die Luft flirrt und eine Slide-Guitar macht den Wolf. Sie beamt sich ins Geäst. Sie schnitzt sich einen Miswak, denn nur mit sauberen Zähnen lässt es sich wunderbar Keuchen.</p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2009/11/hope500.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-5620" title="hope_sandoval.jpeg" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2009/11/hope500.jpg" alt="hope_sandoval.jpeg" width="500" height="375" /></a></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/hopesandoval" target="_blank">Hope</a> bleibt eine leere Hülle, die sie auch schon zu Mazzy Star-Zeiten war. Helle Haut mit vielen blauen Adern. Einmal pusten bitte! Hope fällt um. Im Liegen singt es sich eh am Schönsten. Eine akustische Gitarre rettet ihr das Leben. Zusammen mit My Bloody Valentine-Drummer <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Colm_%C3%93_C%C3%ADos%C3%B3ig" target="_blank">Colm Ó Cíosóig </a>zelebriert sie ihre Spinnweben. Sie hüllen dich ein, ummanteln deine Schultern, die dann sofort anfangen zu hängen. Eine traurige Welt in der das Händchenhalten das größte aller Gefühle darstellt. Sex scheint verboten. Zu gefährlich, zu aufregend für Hope&#8217;s schwaches Herz.</p>
<p>Teilnahmslos verkörpert das Album den staubigen Weg in die Leichenstarre. Jede Zeitlupe übersteigt deine Seh- und Hörgewohnheiten. Hope Sandoval bleibt die Bienenkönigin und schaltet in ihrem Stock das Licht aus. Honig produzieren Andere.</p>
<p>Erschienen bei Nettwerk/Soulfood</p>
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		<title>Pastels/Tenniscoats &#8211; Two Sunsets</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Oct 2009 10:05:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bill Wells hatte die Weichen nach Tokio gelegt. Das &#8220;Ohne Proben nach oben&#8221;-Orchester &#8220;Maher Shalal Hash Baz&#8221; quietschte so schön, dass Stephen McRobbie einfach nicht anders konnte und zwei aus dem Ensemble anschrieb, die auch als Tenniscoats durch die Welt flattern. Saya und Takashi Ueno komponierten einige Songs und so war &#8220;Two Sunsets&#8221; geboren.
Auch Bill Wells setzte sich an sein Klavier. Wo was Verrücktes passiert, da lässt er sein Talent aus der Cordhose hängen. Popmusik, schön weich gespült. Die Sonne lugt durch alle Songs. Das satte Grün der Wiesen trifft ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2009/05/09/bill-wells-and-maher-shalal-hash-baz-gok/" target="_blank">Bill Wells </a>hatte die Weichen nach Tokio gelegt. Das &#8220;Ohne Proben nach oben&#8221;-Orchester &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maher_Shalal_Hash_Baz" target="_blank">Maher Shalal Hash Baz</a>&#8221; quietschte so schön, dass Stephen McRobbie einfach nicht anders konnte und zwei aus dem Ensemble anschrieb, die auch als <a href="http://www.tenniscoats.com/" target="_blank">Tenniscoats</a> durch die Welt flattern. Saya und Takashi Ueno komponierten einige Songs und so war &#8220;Two Sunsets&#8221; geboren.<span id="more-5084"></span></p>
<p>Auch Bill Wells setzte sich an sein Klavier. Wo was Verrücktes passiert, da lässt er sein Talent aus der Cordhose hängen. Popmusik, schön weich gespült. Die Sonne lugt durch alle Songs. Das satte Grün der Wiesen trifft sich zum Picknick mit &#8220;The Jesus and Mary Chain&#8221;.</p>
<p>Schrullig verträumt lallen dich diese Vogelhochzeiten in den Schlaf. Die Welt ist bunt. Traumschlösser werden mit Pustefix befeuert. Harmlos schüchtern klappert die Mühle am rauschenden Bach. Klipp Klapp.</p>
<p>Die japanischen Texte huschen geduckt durch die Schmuckschatulle. Das Gebaumel an deinen Ohren schimmert im fahlen U-Bahn-Licht.<br />
Popmelodien in Dur, mit rosa Filzer gezeichnet, laufen dir über die Leber. Darauf einen 酒. Glasgow trifft Tokio. Die beiden Städte schmusen innig.<br />
Katrina Mitchell setzt ihre Backings auf den Regenbogen. Die Liebe wird mit Stäbchen an den Mund geführt. Guts Nächtle!<br />
Die Haare stehen nach dem Aufstehen zu Berge und Misosuppe wird zu Ham and Eggs gereicht. Völkerverständigung im Lutschergeschäft.</p>
<p>Die <a href="http://www.myspace.com/thepastels" target="_blank">Pastels</a> poppen wieder und haben mit den <a href="http://www.myspace.com/tenniscoats" target="_blank">Tenniscoats </a>wunderbare Verführer ins Boot geholt. Easy Listening ohne Fahrstuhlromantik. Skurril und für den Moment die beste Pille gegen Weltschmerz.</p>
<p>&#8220;Two Sunsets&#8221; quillt vor dicker Götterspeise fast über. Schöner kann ein Schäferstündchen nicht sein. Kein Quickie, sondern ein Album mit Tantraexkursion auf der Liebesschaukel. Britpop wird kosmopolitisch. Sushi mit Chips!</p>
<p>Erschienen bei Geographic/<a href="http://www.dominorecordco.com/" target="_blank">Domino </a></p>
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		<title>Kings Of Convenience &#8211; Declaration Of Dependence</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 10:49:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Steckrübeneintopf schmurgelt auf dem Herd. Ein guter Rotwein atmet still vor sich hin. Die Kerzen beteuern eine Romantik, die mit viel Phantasie die schönste, je dagewesene verkörpert. Das Essen wird aufgetan. Das Grobgemüse duftet durchs verdunkelte Speisezimmer. Mit dem Piloten wird eine CD auf &#8220;Repeat&#8221; gestellt. Heute wird gefüßelt. Erst unter dem Tisch, dann zu vorgerückter Stunde in der Pofe.
Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe klampfen ihren norwegischen Bossa Nova nach wie vor wie kein Zweiter. Ihr zweistimmiger Gesang lässt die Danksagung für das Fire- und Policedepartment von Simon ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Steckrübeneintopf schmurgelt auf dem Herd. Ein guter Rotwein atmet still vor sich hin. Die Kerzen beteuern eine Romantik, die mit viel Phantasie die schönste, je dagewesene verkörpert. Das Essen wird aufgetan. Das Grobgemüse duftet durchs verdunkelte Speisezimmer. Mit dem Piloten wird eine CD auf &#8220;Repeat&#8221; gestellt. Heute wird gefüßelt. Erst unter dem Tisch, dann zu vorgerückter Stunde in der Pofe.<span id="more-5010"></span></p>
<p>Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe klampfen ihren norwegischen Bossa Nova nach wie vor wie kein Zweiter. Ihr zweistimmiger Gesang lässt die <a href="http://www.imdb.com/title/tt0218896/quotes" target="_blank">Danksagung für das Fire- und Policedepartment von Simon &amp; Garfunkel </a>wie einen Indianerschwur erscheinen. Einige Klopfer auf Holz genügen, um eine Rhythmik herbei zu zaubern. Wunderbar weich schleichen sich diese <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ju1QkESSpUc" target="_blank">Kuschler</a> durch den Herbst. Schönheit wird wieder groß geschrieben, obwohl Nerd-Brillen das Gegenteil bewirken.</p>
<p>Alles beim Alten also. Keine Überraschungen, auch keine vertrackten Kompositionen. Die Girls werden es den Jungs danken und somit auch wir. Sind die Mädels erstmal glücklich gestimmt bleibt das Wochenende federleicht. Beim Archivieren werden sie ihre <a href="http://www.kingsofconvenience.com/" target="_blank">Kings Of Convenience</a>-Platten neben Jack Johnson und Jason Mraz einordnen. Wir Angeber-Musikfachidioten schieben die CD&#8217;s zwischen Tom Jobin und João Gilberto. Dort werden sie einstauben. Leider! Man isst halt nur einmal im Jahr Steckrübe.</p>
<p>Den beiden Norwegern wird das Schnuppe sein. Sie werden ihre Harmoniebögen weiter spannen. Zu schön, um wahr zu sein. Feist kommt nicht mehr auf nen <a href="http://www.rezeptewiki.org/wiki/Heringsstip" target="_blank">Heringsstip </a>vorbei. Fehlt aber auch nicht. Das Lagerfeuer knackt auch so. Die Party ist rum und die Mädchen leeren ihre mit Lippenstift befleckten Weingläser und blinzeln verliebt zu uns rüber. Okay, morgen gibt es noch mal <a href="http://www.rezeptewiki.org/wiki/Steckr%C3%BCbeneintopf" target="_blank">Steckrübe</a>. Versprochen.</p>
<p>Erschienen bei Virgin/Source</p>
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		<title>Lord Newborn &amp; the Magic Skulls &#8211; Lord Newborn &amp; the Magic Skulls</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 08:36:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Eröffnungstrack kann kaum programmatischer betitelt werden: „A Phase Shifter I’m Going Through“. Denn dieser wirft uns mit weit ausholender Geste in ein bluesiges Girarren-elektrifiziertes Oevre, das sogar einem gealterten Jimi Hendrix zugesagt hätte. Im Downtempo schlendern die Lords durch leicht psychedelisch angehauchte ebenso funkige wie jazzige Instrumentals. Immer entspannt grooven sich der Ex-Teilzeit Beastie Boy Money Mark und seine Compañeros Shawn Lee und Tommy Guerrero durch ihr neues Studioprojekt.
In Money Marks kalifornischem Kämmerlein finden sie alles was man so braucht, um eine Melange von Stiltexturen anzurühren, deren Verdienst es ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Eröffnungstrack kann kaum programmatischer betitelt werden: „A Phase Shifter I’m Going Through“. Denn dieser wirft uns mit weit ausholender Geste in ein bluesiges Girarren-elektrifiziertes Oevre, das sogar einem gealterten Jimi Hendrix zugesagt hätte. Im Downtempo schlendern die Lords durch leicht psychedelisch angehauchte ebenso funkige wie jazzige Instrumentals. Immer entspannt grooven sich der Ex-Teilzeit Beastie Boy <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Money_Mark" target="_blank">Money Mark</a> und seine Compañeros Shawn Lee und Tommy Guerrero durch ihr neues Studioprojekt.</p>
<p><span id="more-4892"></span>In Money Marks kalifornischem Kämmerlein finden sie alles was man so braucht, um eine Melange von Stiltexturen anzurühren, deren Verdienst es ist sich nie muckermäßig zu verdaddeln. Fein dosierte Sologitarrensätze, diverse exotische Percussion und ein Bläserbuffet, das von zarten Flötenstimmen bis zu mehrstimmigen Blechsätzen reicht, haben in gemessenen Intervallen ihre Auftritte, die trotzdem nie zu überschaubar werden.</p>
<p>So hüpft sich die Schädelreise durch hier und da sogar soulige Landschaften. Unterwegs werden an einigen wenigen Stellen sogar kleine Stimmensätze eingeworfen, mit leichter Ironie. Money Mark offenbart durchgängig seine charakteristischen Fähigkeiten mit nie übertriebener Keyboardarbeit viel Spannung und Coolness zu erzeugen.</p>
<p>Trotzdem darf auch geschmunzelt werden. Manch eine Nummer taugt gut und gerne für einen runderneuerten Soundrack von z.B. den „Peanuts“ oder „Die Straßen von San Francisco“. Guter Ausgangspunkt für eine gesellig abdriftende Reise, auf der die späten Mothers of Invention die nächste Anlaufstelle wären, in ihren unalbernen Momenten.</p>
<p>Lord Newborn &amp; the Magic Skulls ist bei <a href="http://www.ubiquityrecords.com/shop/products/LORD-NEWBORN-%26-THE-MAGIC-SKULLS.html">Ubiquity</a> erschienen.</p>
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		<title>Air &#8211; Love 2</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 06:12:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Einfluss von Techno, überhaupt elektronischer Musik auf den Popsong war seit Anfang der 1990er sehr groß. Das Erzählerische in ihm trat zurück, das Symbolische wurde dafür um so mehr focussiert (siehe Big Beat, Fat Boy Slim, Daft Punk etc., vielleicht auch ein Grund, warum seitdem das Model Singer/Songwriter als Gegenkonzept so populär geworden ist). Den Alben von Air sollte man jedenfalls gerade insofern mit Bedacht zuhören, denn sie haben wie niemand sonst zu dieser Entwicklung von Pop immer etwas zu erwidern gehabt, und zwar jenseits von allen vordergründigen retrospektiven ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Einfluss von Techno, überhaupt elektronischer Musik auf den Popsong war seit Anfang der 1990er sehr groß. Das Erzählerische in ihm trat zurück, das Symbolische wurde dafür um so mehr focussiert (siehe Big Beat, Fat Boy Slim, Daft Punk etc., vielleicht auch ein Grund, warum seitdem das Model Singer/Songwriter als Gegenkonzept so populär geworden ist). Den Alben von Air sollte man jedenfalls gerade insofern mit Bedacht zuhören, denn sie haben wie niemand sonst zu dieser Entwicklung von Pop immer etwas zu erwidern gehabt, und zwar jenseits von allen vordergründigen retrospektiven Aspekten ihrer Kompositionen.</p>
<p><span id="more-4465"></span>Alles an den erwartungsgemäß wieder wohlfeilen Arrangements auf „<a href="http://en.aircheology.com/" target="_blank">Love 2</a>“ ist noch geschliffener, noch versponnener, noch verträumter und verhuschter. Noch mehr easy Differenziertheit geht eigentlich kaum, wenn man nicht in einer hollywoodschen Kopie von Hawaiianischer Abendsonne ertrinken will. Durch ihre blutdrucksenkende Downtempo-Verspieltheiten mit dem charakteristischen Schlafzimmergesang neben den typischen Instrumentals erwecken Jean-Benoit Dunckel und Nicolas Godin erfolgreich den Eindruck, als seien sie immer schon raus gewesen aus dem Pop-Kontext, als wollten sie mit nichts mehr zu tun haben, was sie an Tempoerhöhung und andere Häßlichkeiten erinnert. Doch das stimmt natürlich nicht.</p>
<p>Denn der Trick liegt ja darin Popsongs zu schreiben, die mit einem großen Etikett versehen sind, auf dem steht: Vorsicht, wir sind retro! Wir sind irgend etwas anderes, was mit alten Soundtracks und <a href="http://www.jameslast.com/2009/aktuelles.html" target="_blank">James Last</a> zu tun hat, wir sind jedenfalls nicht echt, weil wir viel zu langsam sind für Disco und manchmal sogar instrumental. Tatsächlich sind Air sehr wohl Pop. Und sie sind sehr modern.</p>
<p>Das hat sich eigentlich schon mit „10.000 Hertz Legend“ angedeutet, einem Album, mit dem Air auch in großen Lettern unterschrieben, dass der Popsong der alten Schule ein Auslaufmodell ist ( sorry, <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2009/09/14/prefab-sprout-lets-change-the-world-with-music/" target="_blank">Paddy McAloon</a> ), jedoch gingen sie einen anderen Weg, als die allgemeine Elektrifizierung vorgab. Nicht das Ostinate und die Verstärkung des Klangaspektes wurden von ihnen untersucht, sondern die Fortführung des klassischen Geschichten-Erzählens, um den Preis diese am Ende ins Nichts fallen lassen.</p>
<p>Die einzelnen Elemente der Geschichten waren durch nichts und keinen Archäologen je zu rekonstruieren. Alles blieb unerklärlich und somit auch unantastbar. Die Übersteigerung von Song-Dramaturgie bis ins Absurde durch stete Erwartungsbrechung mit zwar grundsätzlich bekannten Elementen war sehr wegweisend. Jedes Element wurde immer akkurat zur vermeintlich falschen Zeit gesetzt. Alles kommt einem jedes Mal sehr bekannt vor, aber man findet sich nirgends zurecht. Sehr zeitgemäß. Was ist Erinnerung? Was ist linear? Was war Prä-, Was wird Post-?</p>
<p>Mal ist es das Songwriting, das Air gerade verhandeln wie auf „10.000 Hertz Legend“. Auf „Love 2“ ist es nun, ähnlicher ihrem Erstling von 1998 „Moon Safari“, die Stilistik, in der sie sich verlieren. Immer geht es ihnen darum Bekanntes als Klischee zu zitieren, brechen und zu mythisieren. Was ihnen mal wieder gut gelungen ist. Sehr ausgeschlafenes Kopfkissenalbum.</p>
<p>Love 2 ist am 2.10.2009  bei <a href="http://www.emimusic.de/produkt/3250599,5099996639603/air-love_2#1" target="_blank">EMI</a> erschienen.</p>
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		<title>St. Vincent &#8211; Actor</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 09:04:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Weihnachtsglöckchen klingeln. Ob das Christkind auch alles mitgebracht hat? Die Frauen mit Engelshaar knuspern noch in der Küche, da sie den Braten nun zum fünften Mal mit dem Thermometer kontrollieren. Gut Ding will Weile haben. Annie Clark sitzt im Schaukelstuhl und hat ihren Rechner auf dem Schoß. Jeder Chor und jeder Synthiebalsam werden noch mal auf Schönheit getestet, ist alles akkurat gibt es den lang ersehnten Endmix. Dann ist auch das Essen fertig.
Annies Gitarre darf schon mal schnelle Pickings auf dem Gabentisch verteilen. Vielleicht kommen auch Portishead und setzten sich mit ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Weihnachtsglöckchen klingeln. Ob das Christkind auch alles mitgebracht hat? Die Frauen mit Engelshaar knuspern noch in der Küche, da sie den Braten nun zum fünften Mal mit dem Thermometer kontrollieren. Gut Ding will Weile haben. Annie Clark sitzt im Schaukelstuhl und hat ihren Rechner auf dem Schoß. Jeder Chor und jeder Synthiebalsam werden noch mal auf Schönheit getestet, ist alles akkurat gibt es den lang ersehnten Endmix. Dann ist auch das Essen fertig.<span id="more-4235"></span></p>
<p>Annies Gitarre darf schon mal schnelle Pickings auf dem Gabentisch verteilen. Vielleicht kommen auch Portishead und setzten sich mit unter den Baum. Die Augen der Kinder strahlen. Steckt da nicht ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=BCSX1J6k1UI" target="_blank">Judy Garland</a>-Püppchen oben auf der Spitze? Das Glöckchen bimmelt und Annie schwebt mit angeklebten Flügeln und weißem Unterrock in die Stube. Plätzchen mit Zuckerguss werden gereicht, der Braten muss noch ruhen.</p>
<p>Die Kinder öffnen ihre Pakete. Einige bekommen ihren gewünschten schwarzen Regenbogen. Die älteren das sehnlichst erwartete Kunstblut. <a href="http://www.ilovestvincent.com/" target="_blank">Annie Clark </a>ist zufrieden. Auch die Nachbarn sind gekommen und verlustieren sich mit Punsch. Die Party kann nun steigen und Mackenzie Smith wirbelt mit seiner Snare durch den Flur. Wo ist der Hall am besten?</p>
<p>Die Bläsersektion wartet mit halberfrorenen Fingern draußen im Schnee. Bald ist St. Vincent komplett. Ob morgen Elizabeth Fraser zum Resteessen kommt? <a href="http://www.youtube.com/watch?v=AZW9NYX6JZA" target="_blank">Filmmusik</a> für Scorehasser. Traumwandlerische Klänge für die Stereolab schon mal ihr letztes Hemd gaben. Französisches Lebensgefühl in der Nichtraucher-Lounge. Mädchenmusik für große Jungs mit Metallica-Überdruß. Nasse Knutschereien für Zahnspangenträger.</p>
<p>Weihnachten darf nun doch jedes Jahr kommen!</p>
<p>Erschienen bei <a href="http://www.4ad.com/" target="_blank">4AD</a></p>
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