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	<title>Jahrgangsgeräusche &#187; Disco</title>
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	<description>Popkultur und unbedingte Zonen</description>
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		<title>Joakim &#8211; Nothing Gold</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 09:11:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Oh, da ist sie wieder die Welle, die einen mit sich zieht. Dieser wavige 80er-Schaumparty-Tsunami lässt mich nicht mehr hoch kommen. Er drückt mich gegen den Poolboden, so dass ich nur noch Kacheln sehe. Auch Joakim surft mutig auf der Welle herum. Früher musste man entweder auf den Bus rauf oder halt herunter. Joakim begibt sich da lieber in den Trockeneis-Club, wo Mädchen nach wahren Männern suchen.
Klassische Bandmuster spiegeln sich im Neonlicht. Wenn die schiefen Hörner blasen oder Joakim auf Bryan Ferry macht, wird es spaßig. Man kann sogar dazu ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oh, da ist sie wieder die Welle, die einen mit sich zieht. Dieser wavige 80er-Schaumparty-Tsunami lässt mich nicht mehr hoch kommen. Er drückt mich gegen den Poolboden, so dass ich nur noch Kacheln sehe.<span id="more-21628"></span> Auch Joakim surft mutig auf der Welle herum. Früher musste man entweder auf den Bus rauf oder halt herunter. Joakim begibt sich da lieber in den Trockeneis-Club, wo Mädchen nach wahren Männern suchen.</p>
<p>Klassische Bandmuster spiegeln sich im Neonlicht. Wenn die schiefen Hörner blasen oder Joakim auf Bryan Ferry macht, wird es spaßig. Man kann sogar dazu zappeln. Ein Drink könnte die Stimmung heben, doch alle hier sind nur auf Eingeladenwerden aus. Da bleibt der Tresen kalt. Das Tempo pendelt sich auf gepflegte 110 bpm ein. Das lässt dich zwar nicht ausrasten, doch für leichte Hüftschwünge reicht es. &#8220;Paranoid&#8221; spielt gewitzt mit Hektik, Bässen und vergeigten Harmonien. Das beste Stück. So langsam tauche ich wieder auf. Eine kalte Party wird gefeiert, auf der die Männer ihre Lederhandschuhe nur zum Pinkeln ausziehen. Das klingt alles spannender als es ist. Ich hüstel und taumel zur Bar. Alle Mädels schreien: &#8220;Forever Young.&#8221; Irgendeiner spielt Topfschlagen. Ah nein, das ist die Kuhglocke. Ein gern gesehenes Instrument.</p>
<p>In kleinen Dosen ist das Album auf einer Party, im Flugzeug auf dem Charts-Kanal oder bei der Ex zum Klamottenwiederholen vielleicht passend, doch insgesamt leiert Joakim irgendwie. Sequenzer und Synthesizer türmen sich am Pool auf. Zu viel Schaum verstopft mein Ohr. Ich mag mehr die Krautrock-Sachen von Joakim. Trotzdem wird er neue Freunde finden. Ihm sei es gegönnt.</p>
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		<title>Yacht &#8211; Shangri-La</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 07:31:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Komm wir schreiben uns mal Y△CHT oder Y▲CHT. Nein, so ist noch schöner.Y☃CHT.
Zwei Jahre sind nun vergangen. Die Band um Jona Bechthold und Claire L. Evans hat sich ein wenig vergrößert. Das wohl nur bei Konzerten, doch so langsam ist der Platz auf der Yacht ausgefüllt. Kaum noch Platz für eine Tanzfläche oder Bikini-Mädchen. Ihr Electro-Pop ist immer noch für den Sonnenuntergang produziert. Für die Becks-Gold-Sause mit den Hemdenhochkremplern. Vieles ist so wahnsinnig wild programmiert. Die ganzen Blitze machen dir Angst, schon bevor die Yacht ablegt. Knackige Gitarren dreschen sich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Komm wir schreiben uns mal Y△CHT oder Y▲CHT. Nein, so ist noch schöner.Y☃CHT.<span id="more-18780"></span></p>
<p>Zwei Jahre sind nun vergangen. Die Band um Jona Bechthold und Claire L. Evans hat sich ein wenig vergrößert. Das wohl nur bei Konzerten, doch so langsam ist der Platz auf der Yacht ausgefüllt. Kaum noch Platz für eine Tanzfläche oder Bikini-Mädchen. Ihr Electro-Pop ist immer noch für den Sonnenuntergang produziert. Für die Becks-Gold-Sause mit den Hemdenhochkremplern. Vieles ist so wahnsinnig wild programmiert. Die ganzen Blitze machen dir Angst, schon bevor die Yacht ablegt. Knackige Gitarren dreschen sich an Keyboards vorbei. Die Hi-Hat macht ständig deutlich, dass man doch mit den Händen in den Luft zu wedeln hat. Mir tun schon die Arme weh. Ein Duo mit Segelunterstützung. Die Schwimmwesten sind eher rosa.</p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/06/YACHT-Shangri-La.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-18781" title="YACHT-Shangri-La" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/06/YACHT-Shangri-La.jpg" alt="YACHT-Shangri-La" width="510" height="306" /></a></p>
<p>Große Songs suhlen sich im Champagnerbad. Doch durch das Fernglas betrachtet ist das alles schon ziemlich stumpf. Man braucht schon die Partylaune und &#8216;nen Pegel. Ähnlich wie im Fernsehgarten. Deine Hände bluten vom ständigen Klatschen. Einige Songs versuchen sich an Claps vorbei zu rocken. Fast wie das Geschwisterpaar von Lady GaGa sehen sie aus. Die Hüfte kreist, die Sonne geht so langsam unter und alle brauchen jetzt eine Abkühlung.</p>
<p>Die Stimmen von Jona und Claire geben sich ständig Unterstützung. Alles schippert auf den Rave zu. Langsame Tunes werden zu dunklen Höhlendurchfahrten. Warte bis die Hi-Hat zischelt und pass mit deinen Armen auf, damit du nicht die Tropfsteinhöhle beschädigst. Der Talking Heads-Vergleich hinkt so langsam. Bin wohl auf dem falschen Boot! Yacht haben sich aus dem Schatten befreit, sagt jemand. Die Songs sind das größte Problem. Nicht alle Leuchtraketen zünden. Oft schippert der Kahn nur so vor sich hin. Da braucht es auch keine Kopfstimme oder Effektgeballer. Die Hooklines sind nicht immer mit an Bord oder sie fallen bei zu starkem Wellengang über die Reling. Viele Sounds schmieren dir Honig ums Maul. Deine Ohren klingeln. Du willst ein wenig mehr Differenziertheit. Etwas Filigranes könnte helfen, doch Yacht sind so nicht ausgerichtet. Vielleicht so was wie Stand By Me?</p>
<p>Die Fingerschnippe verklingen. Claire thront wie eine Badenixe über dem Ganzen. Sie sieht sich gerne düster und unnahbar. Don&#8217;t You Want Me Baby? Zerschnittene Stimmen zerschellen bei der Hafeneinfahrt. Schnell zum Pinkeln von Bord und heimlich abhauen. Langweilig!</p>
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		<title>Handsome Furs &#8211; Sound Kapital</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 07:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Plastikpark schimmert in der Sonne. Überall liegen die Keyboards rum. Skateboards sind out. Die Kids sitzen im Sand und spielen auf weißen und schwarzen Tasten. Da röhrt schon mal ein Akkord die Unwissenden aus der Kletterspinne. Du musst groß denken, nicht nur an die Indie-Meute da draußen. Sturmmasken werden verteilt.
Die Disco braucht auch mal das Brett, den Schulterschluss. Dan Boeckner und Alexei Perry sind nicht nur verheiratet, sie treffen sich nach dem harten Ehealltag im Proberaum und schließen ihre Geräte scharf. Die Gitarre ist nun ganz in der muffigen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Plastikpark schimmert in der Sonne. Überall liegen die Keyboards rum. Skateboards sind out. Die Kids sitzen im Sand und spielen auf weißen und schwarzen Tasten. Da röhrt schon mal ein Akkord die Unwissenden aus der Kletterspinne. Du musst groß denken, nicht nur an die Indie-Meute da draußen. Sturmmasken werden verteilt.<span id="more-19239"></span></p>
<p>Die Disco braucht auch mal das Brett, den Schulterschluss. Dan Boeckner und Alexei Perry sind nicht nur verheiratet, sie treffen sich nach dem harten Ehealltag im Proberaum und schließen ihre Geräte scharf. Die Gitarre ist nun ganz in der muffigen Ecke gelandet. Warum auch nicht? Brauchen die nicht. Sie wollen smashen. Die knackigen Beats treiben Dan an. Alexei unterfüttert seine breite Stimme mit heftigen Teppichen. Da kracht der Rock aus den Tasten. Alles schwingt mit. Aggressiv klingt das. Wolf Parade macht Pause. Oder ist Feierabend? Da schnappt sich Dan seine Frau und holzt auf den Synthies rum. Eine große Spielwiese wird genutzt. Das Tempo bleibt hoch. Jeder Knalleffekt wird genutzt.</p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/06/HandsomeFursNEW.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-19246" title="Handsome Furs" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/06/HandsomeFursNEW.jpg" alt="" width="403" height="605" /></a></p>
<p>Dan beugt sich manchmal den schnellen Blitzen. Doch er kämpft. Mit einem Bowie-Umhang geht es ins Dunkle. Ins Ungewisse. Schlüsselkinder öffnen ihre Flaschen mit den Zähnen und springen auf runter gerockten Matratzen herum. Musik für den Jugendclub, in dem du nicht mehr warnen musst, dass man auf den Filz auf dem Billardtisch aufpassen muss. Hier wird auf blankem Holz gespielt. Die Hände werden eingekreidet und die Kugeln geworfen. Wer verliert, muss die schwarze Acht essen. Auch das Cover wird viele verstossen. Tolles Tattoo! Die Handsome Furs machen Radau. Sie brennen die Wackelpferdechen auf dem Spielplatz nieder. Macht Laune. Irgendwie asi.</p>
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		<title>Discodeine &#8211; Discodeine</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 03:28:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hinter der roten Kordel sitzen die Very Important People. Sie schnuckeln an großen Vodkaflaschen. Von den Mädels kennt man keine, die Jungs hat man schon mal auf einer Finca gesehen. Die Disco ist voll und der Pöbel tanzt. Hinter den Reglern sind Benjamin Morando (Pentile) und Cédric Marszewski (Pilooski) aus Frankreich. Keine schlechte Wahl, dachte sich der Veranstalter.
Sie nehmen immer wieder das Tempo raus und werden nachdenklich. Waren die 80er wirklich so schrecklich? Sie glauben nicht und mischen die alten Ideen mit neuer Perkussion. Regionale Besonderheiten werden nicht mit einbezogen. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hinter der roten Kordel sitzen die Very Important People. Sie schnuckeln an großen Vodkaflaschen. Von den Mädels kennt man keine, die Jungs hat man schon mal auf einer Finca gesehen. Die Disco ist voll und der Pöbel tanzt. Hinter den Reglern sind Benjamin Morando (Pentile) und Cédric Marszewski (Pilooski) aus Frankreich. Keine schlechte Wahl, dachte sich der Veranstalter.<span id="more-15203"></span></p>
<p>Sie nehmen immer wieder das Tempo raus und werden nachdenklich. Waren die 80er wirklich so schrecklich? Sie glauben nicht und mischen die alten Ideen mit neuer Perkussion. Regionale Besonderheiten werden nicht mit einbezogen. Pop wird eher klein geschrieben, obwohl natürlich alles relativ sauber und schön klingt. Doch Pentile und Pilooski wollen nicht den Holzhammer schwingen. Sie sind eher an verwegenen Gesten interessiert. Schnell werden die Partymäuschen unruhig. War hier nicht eine große Sause angekündigt worden? Genau in diesen Momenten sind die beiden Franzosen am stärksten. Immer dann, wenn sie die Großraumdisco umschiffen, etwas Düsteres dazwischen schieben, um dann den Karren, mit einer geraden Bassdrum aus dem Dreck zu ziehen. </p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/02/discodeine2.jpeg"><img src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/02/discodeine2.jpeg" alt="" title="Discodeine" width="500" height="332" class="alignnone size-full wp-image-15206" /></a></p>
<p>Auch hinter der roten Kordel wird es langsam bunter. Jarvis Cocker hat sich dort platziert und raucht. Baxter Dury hat ein Indie-Shirt an und macht auf NME-Starlett. Matias Aguayo hat eine gehauchte Version seiner Stimme in der Jackentasche. Für Discodeine ist das alles nur Beiwerk. Sie konzentrieren sich auf Flächen und kleine Melodien. </p>
<p>Die ersten Mädchen gehen. Ist ihnen einfach nicht prollig genug. Die Nerdbrillen werden wie 3D-Brillen einfach am Ausgang in eine Tonne geworfen. Der Synthesizer macht eine schlanke Figur. Im Spiegel betrachtet ist er eigentlich dicker. Discodeine spielen mit der Täuschung. Sie machen auf dicke Hose. Alles zwar nur auf Pump, aber was soll&#8217;s. Sie huldigen Giorgio Moroder. Warum? Keine Ahnung. </p>
<p>Nach fünf Tracks ist der Laden nur noch halbvoll. Alle, die jetzt noch da sind warten auf Cocker. Der erhebt sich als draußen die Sonne aufgeht und watschelt gen Pult. Die HiHat zischelt einen Tusch. Cocker fängt an zu singen. Er croont sein Kauderwelsch-Englisch. Keyboardspitzen machen die Streicher. Cocker singt sich in Höhen. Es klingt so als hätte er den Song noch nie gehört. Die Übriggebliebenen feiern. Na endlich! Es hat sich doch gelohnt zu bleiben. Jarvis ist mal wieder der Heiland. Er liebt diese Rolle. Dann ist Schluss. Als Rausschmeißer gibt es ein zehn Minuten Ambient-Flirren mit leichtem Beat. Nach fünf Minuten entdeckt ein Monster seine Daseinsberechtigung. Ein kurzes Schnaufen. Aus die Maus. Das Licht geht an, Jarvis ist schon im Hotel und das Thekenpersonal putzt mit ollen Lappen die Nerdbrillen für den nächsten Abend. Frankreich ist überall.  </p>
<p>Discodeine ist auf Pschent erschienen</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/18388417" width="400" height="225" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Hercules and Love Affair – Blue Songs</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Jan 2011 12:29:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Landgang von Hercules and Love Affair ist nun beendet. Matrose Antony Hegarty war unterdessen ausgestiegen. Dafür ist nun Kele als blinder Passagier für den Ausflug in die Charts mit an Bord. Mit seinem Retro-Schiff geht Kapitän Andrew Butler wieder auf große Fahrt durch die Disco- und House-Meere dieser Welt. Aber was ist auf der Brücke los? Der Kompass ist kaputt und den Sextanten kann keiner bedienen.
Doch das scheint gewollt. Es ist ein manchmal etwas bemüht wirkender Zickzack-Kurs zwischen den stilistischen Polen Disco und House. Es geht um Sinnlichkeit und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Landgang von Hercules and Love Affair ist nun beendet. Matrose Antony Hegarty war unterdessen ausgestiegen. Dafür ist nun <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2010-06-17/kele-the-boxer/" target="_self">Kele</a> als blinder Passagier für den Ausflug in die Charts mit an Bord. Mit seinem Retro-Schiff geht Kapitän Andrew Butler wieder auf große Fahrt durch die Disco- und House-Meere dieser Welt. Aber was ist auf der Brücke los? Der Kompass ist kaputt und den Sextanten kann keiner bedienen.</p>
<p><span id="more-14403"></span>Doch das scheint gewollt. Es ist ein manchmal etwas bemüht wirkender Zickzack-Kurs zwischen den stilistischen Polen Disco und House. Es geht um Sinnlichkeit und um wachsendes Selbstbewußtsein beim Ausleben von Gefühlswelten. Das lernt man mit Hercules and Love Affair natürlich auf der Tanzfläche. Und zwar sehr schnell. Später kann man das Gelernte beim „Sich-in-einer-Ballade-Ausheulen“ um so effektvoller ausleben.</p>
<p>Dennoch: so sentimental die inbrünstigen Gesangslinien geschmettert werden, so mittelbreitspurig die Stücke mit Pianos und Streichern arrangiert sind, die Rhythmen wirken oft etwas holzig und ungelenk. So haftet manchen Tracks eine etwas billige Plastikhaftigkeit an. Doch das muss nicht immer schlimm sein. Die transportierte Traurigkeit wirkt trotzdem anmutig. Doch großer Glamour ist es nicht. Was da schimmert ist nur Glas, keine Diamanten. Aber auch geschliffenes Glas findet seinen Weg auf die Tanzflächen und entfaltet dort seine Schönheit. Besonders dann, wenn sich der DJ für die Disco ohne Umschweife entscheidet, wie bei „Leonora“ und „Falling“.</p>
<p>&#8220;Blue Songs&#8221; erscheint Ende Januar 2011 bei Cooperative Music.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="540" height="329" src="http://www.youtube.com/embed/BKM6lhzc74E" frameborder="0" allowFullScreen></iframe></p>
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		<title>Harmonious Thelonious – Talking</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Dec 2010 11:02:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es stürzt, es lacht, das Bleichgesicht. Spektakulär und scharf kommen die afrikanisch anmutenden Rhythmusschleifen daher, die der Düsseldorfer Stefan Schwander bei seinem neuem Projekt Harmonious Thelonious in den Mittelpunkt stellt. Als monotheistische Zentralgestirne füllen sie ganz und gar den Klangraum, werden zum massiven Dancefloorkuriosum, sparsam durch elektronischen Beat und kleine Gimmicks unterfüttert.
Die Kombination von Loop und Maschinenbeat ist gut austariert. Erstere haben immer die Oberhand. Scheinbar unermüdlich und ohne Variation klopfen sich die Trommelweisen fort und fort. Manchmal erscheinen Minimal Music zitierende tonale Figuren als lindernde Salbe. Glockiges trifft auf ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es stürzt, es lacht, das Bleichgesicht. Spektakulär und scharf kommen die afrikanisch anmutenden Rhythmusschleifen daher, die der Düsseldorfer Stefan Schwander bei seinem neuem Projekt Harmonious Thelonious in den Mittelpunkt stellt. Als monotheistische Zentralgestirne füllen sie ganz und gar den Klangraum, werden zum massiven Dancefloorkuriosum, sparsam durch elektronischen Beat und kleine Gimmicks unterfüttert.</p>
<p><span id="more-13373"></span>Die Kombination von Loop und Maschinenbeat ist gut austariert. Erstere haben immer die Oberhand. Scheinbar unermüdlich und ohne Variation klopfen sich die Trommelweisen fort und fort. Manchmal erscheinen Minimal Music zitierende tonale Figuren als lindernde Salbe. Glockiges trifft auf Polterndes. Doch das geschieht, um sogleich die Attraktionen eines massiven Trommelloops noch knochiger zu entfalten. Warum ist da eigentlich vorher noch niemand drauf gekommen? Mit „Talking“ stellt Harmonious Thelonious“ ein ebenso einfaches wie suggestives Dance-Konzept vor, das sein um Trance heischendes Publikum in den Clubs zu Recht finden wird. Dennoch, dem Album hätte etwas dynamische Variation gut getan.</p>
<p>&#8220;Talking&#8221; ist im Oktober 2010 bei <a href="http://italic.de/" target="_blank">Italic</a> erschienen.</p>
<p><object width="530" height="323"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/qUxazme_bUQ?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/qUxazme_bUQ?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="530" height="323"></embed></object></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Greatest Hits &#8211; Danse Pop</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 13:23:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aua die 90er! Ace Of Base melden sich ja jetzt auch zurück mit neuen Frontfrauen und alter Bumsmusik. Brauche ich nicht! Wer springt sonst noch so auf? Die 90er sind wieder ganz in aller Munde. Mach den Mund zu!

GREATEST HITS &#8220;DANSE POP&#8221; from OLDE ENGLISH SPELLING BEE on Vimeo.
Da kommen Greatest Hits genau richtig. Wer auf 7-inch steht, kann hier zuschlagen. Feinstes weißes Vinyl! Danse Pop bietet Radioentertainment mit der Nagelschere zerschnibbelt. Alles leicht überdreht, angekratzt und spleenig. Dance darf auch mal wieder in die Poesiealben bei Lieblingsmusik geschrieben werden. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aua die 90er! Ace Of Base melden sich ja jetzt auch zurück mit neuen Frontfrauen und alter Bumsmusik. Brauche ich nicht! Wer springt sonst noch so auf? Die 90er sind wieder ganz in aller Munde. Mach den Mund zu!<span id="more-11584"></span></p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/14881652" width="400" height="300" frameborder="0"></iframe>
<p><a href="http://vimeo.com/14881652">GREATEST HITS &#8220;DANSE POP&#8221;</a> from <a href="http://vimeo.com/oesbee">OLDE ENGLISH SPELLING BEE</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p>Da kommen Greatest Hits genau richtig. Wer auf 7-inch steht, kann hier zuschlagen. Feinstes weißes Vinyl! Danse Pop bietet Radioentertainment mit der Nagelschere zerschnibbelt. Alles leicht überdreht, angekratzt und spleenig. Dance darf auch mal wieder in die Poesiealben bei Lieblingsmusik geschrieben werden. Ja. Da kann die Musikpolizei mal kacken gehen! Slap-Back-Vocals entern die Party mit Flips und Chips in Eimern. New York ist die Fetenhochburg und strullert täglich neue Weirdos aus der Röhre. Fade in und Fade out! Grell und geil. Zu hören <a href="http://soundcloud.com/oesb/sets/greatest-hits-danse-pop-7" target="_blank">hier</a> und zu kaufen bei <a href="http://oesbee-shoppe.blogspot.com/" target="_blank">oesbee-shoppe.blogspot.com</a></p>
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		<title>Scissor Sisters &#8211; Night Work</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 07:07:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Discokugel glitzert wieder. Die Scissor Sisters schlüpfen in ihre alte Rolle als Party- und Tanzflächenrowdys. Nach dem Durststrecken-Album &#8220;Ta-Dah&#8221; verkörpern die New Yorker nun endlich wieder die unermüdlichen Partyhengste. Die geheimnisumwobenen Achtziger leben noch einmal auf, die Jahre in denen das Studio 54 als Drogen- und Sexumschlagplatz in die Schlagzeilen geriet. 
Die Scissor Sisters schwitzen endlich wieder. Das letzte Album war doch nur ein Pausenfüller mit Single. Nun wird wieder Ausschau gehalten nach sexuellen Abenteuern und Selbstbetrug. Da muss man sich obenrum frei machen und unten alles raushängen lassen. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Discokugel glitzert wieder. Die <a href="http://www.scissorsisters.com/" target="_blank">Scissor Sisters</a> schlüpfen in ihre alte Rolle als Party- und Tanzflächenrowdys. Nach dem Durststrecken-Album &#8220;Ta-Dah&#8221; verkörpern die New Yorker nun endlich wieder die unermüdlichen Partyhengste. Die geheimnisumwobenen Achtziger leben noch einmal auf, die Jahre in denen das Studio 54 als Drogen- und Sexumschlagplatz in die Schlagzeilen geriet. <span id="more-10189"></span></p>
<p>Die Scissor Sisters schwitzen endlich wieder. Das letzte Album war doch nur ein Pausenfüller mit Single. Nun wird wieder Ausschau gehalten nach sexuellen Abenteuern und Selbstbetrug. Da muss man sich obenrum frei machen und unten alles raushängen lassen. Stuart Price wurde ins Boot geholt, der eh schon einige Remixe der Band veröffentlicht hatte und mit den Schwestern seit Jahren in freundschaftlicher Beziehung steht. Price drückt den Scissor Sisters seinen Stempel auf, ohne dass die völlig ihre Herkunft verlieren. Die Songs knallen und steppen durch nebelige, verrauchte Partynächte. Jake Shears verfällt gerne mal in Bee Gees-Fasettstimmen und tänzelt, wie ein aufgescheuchtes Huhn über die Bretter, die die Welt bedeuten.</p>
<p>Der Exzess, die Drogen, die nicht erkennbaren Krankheiten schleichen sich am Türsteher vorbei. Jake zeigt ihm gerne seinen Backstage-Pass und züngelt Worte voller Lust und Gier. Die Band spielt sich ins Partyzelt, alles brennt und quietscht. Marc Bolan bekommt den Zylinder geklaut. Mädels unterhalten sich mit ihren besten, schwulen Freunden über die Freuden und Unannehmlichkeiten des Analsexes. Wie gehabt. Die Beats sind straight, wenigstens die (sorry!), und die Keyboards pumpen gegen Gitarren an. Ana Matronic hält sich geschmeidig zurück, unterstützt aber Jakes Ausflüge mit der Muttistrategie. Immer wieder wirft sie ein Auge auf Jake, so dass der nicht so schnell abdriftet. Sie ist sein Schutzengel.</p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/06/scis1000.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-10190" title="Scissor Sisters" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/06/scis1000.jpg" alt="Scissor Sisters" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Roboterbeats schallen durch die Nacht. Der Strobo knallt dir die Augen weg. Du hebst die Arme, du hasst es so zu tanzen, doch es ist so eng und deine Arme finden keinen Platz zwischen den Körpern der Anderen. Du willst niemand berühren, obwohl deine Wünschelrute ständig ausschlägt. Erektionen lassen einen noch schlechter aussehen beim Tanzen. Der Elton John-Style der Anfangstage und der Prince-Gesang sind nun klaren Tanzflächenkillern gewichen. Es geht um die Party, um das Ausufern, sich Fallenlassen und &#8220;In Sich Hören&#8221;. Bei &#8220;Skin This Cat&#8221; taucht Ana doch noch einmal in vollster Pracht aus der Taktikecke auf. Sie pellt der Katze die Haut ab, um endlich mal ins Innere zu sehen. Zwiebeltaktik mit frivolen Backdoor-Anspielungen. Die Single <a href="http://www.youtube.com/watch?v=EagPRvXbb44" target="_blank">&#8220;Fire With Fire&#8221;</a> steigert sich zum Sommerhit 2010. Am Anfang ist der Song noch balladesk, doch auf einmal steigt der Pilot in den rostigen Flieger und reißt den Steuerknüppel um. Gute Nummer!</p>
<p>Der Rest ist ganz nett anzuhören, doch der Mehrwert bleibt fraglich. Es fehlen richtige Knaller, die dich nicht mehr los- und die Tanzfläche entern lassen. Zu viele schön angedachte Skizzen zerfallen im Moment des Konservierens. &#8220;Sex And Violence&#8221; überzeugt noch mit Bret Easton Ellis-Text. Ja, der Weg zu Sex und Gewalt kann fließend sein. Wer hat hier die Macht? Ist ein Machtspiel für erotische Ausschweifungen von Nöten? &#8220;Running Out&#8221; holt Bowie von der Garderobe ab. Mit Federboa geht es zur privaten Vorführung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Annie_Sprinkle" target="_blank">Annie Sprinkle</a>.</p>
<p>Jake lässt sich Treiben, AIDS ist im Gespräch mit der Klofrau. Also noch mal Fünfe grade sein lassen. Gefährliches Spiel! Giorgio Moroder schiebt sich die Brille wieder zurecht. Mein Gott, wie geil das Leben sein kann! Der Champagner fließt, das Koks schneit von der Decke, die Jungs befingern sich im Séparée. Die Scissor Sisters liefern den Soundtrack für eine rauschende Nacht. Jake überzeugt, doch die Musik ist auf Dauer zu eintönig und ermüdend, obwohl das Tempo hoch bleibt. Stuart Price war die richtige Wahl, doch das Songwriting schwächelt. Ein Song sollte doch schon im Rohzustand funktionieren. Da kann auch Price nicht mehr nachschrauben. &#8220;Nightlife&#8221; überzeugt gegen Ende noch einmal. Hätte auch von den Killers sein können. Hätte, hätte, hätte….</p>
<p>Erschienen bei Polydor</p>
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		<title>Oh No Ono &#8211; Eggs</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 11:33:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Supermarkt untersuchst du die Eier immer genau. Sind schon welche angeknackst? Was sagt das Verfallsdatum und der Bauer deines Vertrauens? Die Eier von Oh No Ono sind österlich bunt. Auf der grünen Hoppelwiese in Dänemark fallen sie jedem Eiersuchenden sofort ins Auge. Und wir Ausländer? Checken wir so viel Weirdness? Welches Beatles-Album ist dein Liebstes? Das mit oder das ohne Drogen?
Die Eier riechen schon leicht faul. Bäh, reiß mal das Fenster auf! Sie lassen sich aber locker pellen. Wer hat da ein großes P und Macca auf die Schale ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Supermarkt untersuchst du die Eier immer genau. Sind schon welche angeknackst? Was sagt das Verfallsdatum und der Bauer deines Vertrauens? Die Eier von <a href="http://www.ohnoono.com/" target="_blank">Oh No Ono</a> sind österlich bunt. Auf der grünen Hoppelwiese in Dänemark fallen sie jedem Eiersuchenden sofort ins Auge. Und wir Ausländer? Checken wir so viel Weirdness? Welches Beatles-Album ist dein Liebstes? Das mit oder das ohne Drogen?<span id="more-6922"></span></p>
<p>Die Eier riechen schon leicht faul. Bäh, reiß mal das Fenster auf! Sie lassen sich aber locker pellen. Wer hat da ein großes P und Macca auf die Schale gemalt? Das P steht wohl für Psychedelic und die Beatles entstauben ihre Sergeant Pepper-Uniformen. Das Weltall ist für jeden da. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=cQo80eXr7Qg&amp;feature=related" target="_blank">John</a> und George warten schon. Und Linda stutzt sich die Flügel. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Y9e0Kn_U2as" target="_blank">Dr. Snuggles</a> bau eine Maschine für uns!  Schnell ins Körbchen mit den Buben, aber lasst noch für die Samples Platz! Ab zur Kasse. Taubengegurgel wird mit Keyboardgeklimper zum Radio-Edit. <a href="http://www.myspace.com/ohnoono" target="_blank">Oh No Ono</a> vergnügen sich im Pop-Orbit und lassen keine Steh-Party aus, auf der sie gerne von Mondlandungen erzählen und Waschtips für lockiges Haar an den Flurspiegel pinnen. Die letzten Krümel Gras werden brüderlich geteilt. Zieh auf Lunge, du Weichei! </p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/01/3v12-Oh-No-Ono.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6923" title="-Oh-No-Ono" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2010/01/3v12-Oh-No-Ono.jpg" alt="-Oh-No-Ono" width="468" height="306" /></a></p>
<p>Der Indie-Rock hat die Oper erreicht, in der Freddie Mercury den gebisslosen Dirigenten gibt. Die trockenen Vocals hätten auch Frank Farian zu Boney M.-Zeiten glücklich gestimmt. Oh No Ono veranstalten eine Rocky Horror Picture Show für Strapsliebhaber und Hookline-Fetischisten. Sie sind immer auf der Suche nach dem Chorarrangement. Zusammen sind wir stark. Peter Pan nimmt Pan Tau die Melone weg. Tempiwechsel gehören genauso zur Astronautenausbildung, wie das Schnibbeln von Obst für den gesunden Salat. Paketweise Zucker wird über die Songs gekippt, mit dem großen Löffel wird umgerührt und Judy Garland kommt zum Kosten vorbei. Deinen Zahnarzt wird es freuen. Aus gesund wird ungesund.</p>
<p>Die Dänen wollen die Luftschlangen und Big Jim-Puppen nicht aus ihrem Proberaum verbannen. Warum auch? Sind wir nicht alle Kinder? T. Rex stimmen die Gitarren und bügeln die Schlaghosen. Oh No Ono erinnern an die Flaming Lips, ohne deren Standing zu besitzen. Schade eigentlich! Es wird natürlich schwer mit diesem Eierkarton an der Altpapiersammlung vorbei zu kommen. Eigentlich stimmt alles, doch die Jungs spielen auf zu vielen Hochzeiten. Wie eine Karnevalscombo ziehen sie durch die Festsäle, um kurz Stimmung zu verbreiten. Jede Applausrakete ist ihnen sicher. Doch nach zwei Songs ist der Drops gelutscht und die Jungs müssen weiter zur nächsten Freiwilligen Feuerwehr. </p>
<p>Ihr Pathos rutscht oft schon ins Absurde ab. David Bowie lächelt als Starman durch die Silberjackets. Oh No Ono sind für die nächste Mondlandung eine feste Größe. Koste es, was es wolle. Steckt sie in eine Raumkapsel und sie werden das richtige Ziel anpeilen! Wie wohl die Akustik dort oben ist? Die Frisuren sitzen und der Chor hat fleissig geübt. „Miss Miss Moss“  und wir suchen auf der Landkarte den nächsten Seelenklempner. Noch nicht mal im Orbit verlässt dich deine Kopfstimme. </p>
<p>Das große Kino wird nicht mehr allein George Lucas überlassen. Der X-Wing Starfighter ist dein Fortbewegungsmittel. Bekloppt die Jungs, aber nicht uninteressant. Einige Eier sind schon &#8220;angedötscht&#8221;, doch für&#8217;s Auspusten reichen sie allemal.</p>
<p>Erschienen bei Leaf </p>
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		<title>Lindstrøm &amp; Christabelle – Real Life Is No Cool</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 15:43:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sind die in das Album als Reverse-Sample-Collage einführenden Stimmenschichtungen programmatisch gemeint? Und, wie chic ist es, sich seine musikalische Rückwärtsgewandtheit auf links gekrempelt als pralles Trend-Mäntelchen über zu werfen, um so selbstvergessen Downtown zu tänzeln?
Im Mittelpunkt des abendlichen Interesses Sehnsucht- und Süßstoff-Problematiken mit ein und dem selben Event zu kanalisieren, stehen die nur Stunden zuvor in unbekannten englischsprachigen Hochglanzmagazinen entdeckten Modestrecken. Ausgelegt strahlen diese neben den ebenso hochklassigen wie kilojoulereichen konditorischen Theken angesagter Tagescafés für junge Mütter mit sanftem Mut und weichen Schals.
Late Night: Laserkanonenbildnisse weisen den Weg über von ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sind die in das Album als Reverse-Sample-Collage einführenden Stimmenschichtungen programmatisch gemeint? Und, wie chic ist es, sich seine musikalische Rückwärtsgewandtheit auf links gekrempelt als pralles Trend-Mäntelchen über zu werfen, um so selbstvergessen Downtown zu tänzeln?</p>
<p>Im Mittelpunkt des abendlichen Interesses Sehnsucht- und Süßstoff-Problematiken mit ein und dem selben Event zu kanalisieren, stehen die nur Stunden zuvor in unbekannten englischsprachigen Hochglanzmagazinen entdeckten Modestrecken. Ausgelegt strahlen diese neben den ebenso hochklassigen wie kilojoulereichen konditorischen Theken angesagter Tagescafés für junge Mütter mit sanftem Mut und weichen Schals.</p>
<p><span id="more-6588"></span>Late Night: Laserkanonenbildnisse weisen den Weg über von Personenleitsystemen eingezäunte rote Teppich-Straßen. Prasselnder Bonbonregen verstellt den Blick auf das hervorgekuschelte blonde Discomonster aus den guten alten 70ern.  War das früher wirklich so groß? Ein lässiger Funkgroove mit Gewichtsproblemen drängt alle Möchtegern-Paparazzi zurück hinter die Palmenkübel. Die Debütantin ist jetzt allein auf den Brettern und dreht selbstverliebt ihre Figuren. Synthie-Bässe und Reverse-Effekte haben die gleiche Funktion wie Silberschmuck und Tätowierungen. Fein gewirkte Stoffe, Seiden in allen milden Tönen der Saison, werden von einem chromblitzenden Standventilator im schicken Retrodesign seitlich angeblasen. Schade, dass wir das jetzt nicht in Zeitlupe sehen können. Immerhin ergibt sich so ein wunderbares Setup für die jederzeit unimprovisierte Tanzchoreografie vor einem bauchnabel-gepiercten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Giorgio_Moroder" target="_blank">Giogio-Moroder</a>-Pappaufsteller.</p>
<p>Bläserarrangements grooven beängstigend zackig und wiederkäuen das, was sich seit 35 Jahren bewährt hat. Mit dieser Einstellung gewinnt man auf jedem Schützenfest neue Freunde. Schließlich kann man nichts falsch machen, wenn auch der Sohn des Försters die gleiche Zigarettenmarke raucht. Selbst vor bekanntesten Tanz-Denkmälern gibt es kein Halten. Sogar der Donna-Summer-Groove aus „I feel love“ wird durch den Edelproduzenten-Reißwolf gedreht. Hauptsache nach dem frechen Zitatenaufriss wird alles durch Effekte verbrämt und so nicht vorhandene musikalische Aktualität suggeriert.</p>
<p>Real Life Is No Cool funktioniert halbwegs nach dem 9. Aperol in der Gesellschaft fremder Menschen. Doch an jedem Tag danach wird es peinlich sein, auf diese Platte angesprochen zu werden, immer.</p>
<p>Real Life Is No Cool ist bei <a href="http://www.smalltownsupersound.com/v1/news.php" target="_blank">Smalltown Supersound</a> erschienen und <a href="http://3voor12.vpro.nl/speler/luisterpaal/42972890#luisterpaal.42972890" target="_blank">hier</a> kann man  reinhören.</p>
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