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	<title>Jahrgangsgeräusche &#187; Chanson</title>
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	<description>Popkultur und unbedingte Zonen</description>
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		<title>Coeur de Pirate – Blonde</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 08:28:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Béatrice Martin hat das Zeug, eine Vanessa Paradis mit Talent zu werden. Sie bringt schon sehr viel mit. Eine warme Stimme, einen lässigen Style und kompakte Sixties-Pop-Nummern, die den Female-Soul huldigen, sich aber nicht anbiedern, auch mal in verwandten Gegenden umherwandern und gar nicht wie Plastik klingen.

Blonde ist eine typische Radioplatte. Ein toller Mix, der immer zu dramatisieren versucht und einige Höhepunkte liefert. Die Kanadierin setzt ihre Stimme wirklich gekonnt in Szene. Sie ist am stärksten, wenn sie den Chanson in sich entdeckt, den Pop groß funkeln lässt, dass Duffy ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Béatrice Martin hat das Zeug, eine Vanessa Paradis mit Talent zu werden. Sie bringt schon sehr viel mit. Eine warme Stimme, einen lässigen Style und kompakte Sixties-Pop-Nummern, die den Female-Soul huldigen, sich aber nicht anbiedern, auch mal in verwandten Gegenden umherwandern und gar nicht wie Plastik klingen.<span id="more-24085"></span></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2012/01/couer-de-pirate.jpg"><img class="size-full wp-image-24086 aligncenter" title="Couer de Pirate" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2012/01/couer-de-pirate.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Blonde ist eine typische Radioplatte. Ein toller Mix, der immer zu dramatisieren versucht und einige Höhepunkte liefert. Die Kanadierin setzt ihre Stimme wirklich gekonnt in Szene. Sie ist am stärksten, wenn sie den Chanson in sich entdeckt, den Pop groß funkeln lässt, dass Duffy und Adele kurz stutzen. Eine Art Big Band spielt gekonnt im Hintergrund, kleine Soundspielereien überleben jeden Anflug von Kitsch und Lolita-Charme. Manches tröpfelt zwar nur und man wartet auf den aufgehenden Hookalarm, doch nicht alles klappt. Manches klingt sogar wie eine Skizze. Einiges ist mit der Brechstange formuliert, doch wenn dann der Bubblegum den ersten Zucker verliert, schmeckt alles ein wenig leichter und es wirkt nicht mehr so aufgesetzt.</p>
<p>Große Bläser unterstreichen Martins Art zu performen. Das Piano trägt die Stücke. In den ruhigen Momenten kommt Gravität in die Jugendlichkeit. Exotische Streicherarrangements fliegen vorbei. Manchmal geht der Retro-Vibe zu weit, doch Martin fängt die Songs wieder ein und setzt sie ins richtige Licht. Wenn dann der Country ins Spiel kommt, begreift man, dass Martin sich ins Rennen wirft und wirklich alles versucht. Martin gibt die verführerische Kindfrau, die aber schon hörbar Erfahrungen im Leben gemacht hat. Ihr Körper ist bedruckt. Oben Ohne-Bilder gab es auch schon. Skandal! Einige englische Worte werden eingestreut, um den ganzen Markt zu erreichen. Clever!</p>
<p>Blonde ist eine romantische Platte. Mit allen Höhen und Tiefen. Das Piratenherz segelt umher und ich reiche gerne meine Augenklappe weiter, um Béatrice Martin noch genauer sehen zu können.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/29694044?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="560" height="315" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
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		<title>Kiesgroup – Shantychrist</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 13:02:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kaum ist der fast vierjährige Schönheitsschlaf der Kiesgroup seit „Das Leben als Umweg zwischen Nichts und Nichts“ beendet, steht bei den Düsseldorfern der Mensch auch schon wieder quer zur Gesellschaft. Beseelt von freundlicher Verwunderung steht er da und weiß nicht wie ihm geschieht. In Einsamkeit und gegenseitigem Unverständnis begegnen sich Individuum und Gruppe. Können nicht miteinander. Nicht in Heiserkeit und nicht im Flüstern. Was soll nur geschehen? Was wird geschehen?
Manches scheint aus früheren Jahren und Alben bekannt: Nonchalante Untertreibungen in den vielschichtigen Texten, die manches in fieserem Licht erscheinen lassen, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum ist der fast vierjährige Schönheitsschlaf der Kiesgroup seit „Das Leben als Umweg zwischen Nichts und Nichts“ beendet, steht bei den Düsseldorfern der Mensch auch schon wieder quer zur Gesellschaft. Beseelt von freundlicher Verwunderung steht er da und weiß nicht wie ihm geschieht. In Einsamkeit und gegenseitigem Unverständnis begegnen sich Individuum und Gruppe. Können nicht miteinander. Nicht in Heiserkeit und nicht im Flüstern. Was soll nur geschehen? Was wird geschehen?</p>
<p><span id="more-23685"></span>Manches scheint aus früheren Jahren und Alben bekannt: Nonchalante Untertreibungen in den vielschichtigen Texten, die manches in fieserem Licht erscheinen lassen, werden lässig und mit chansonetter Geste aus der Hüfte gezaubert. Reifezeugnisse werden im Handumdrehen durchgezappt. Die Hände bleiben in den Hosentaschen, der Schal modisch um den Hals gewürgt. Und das Leben an sich ist immer noch so phänomenal wie die Einsamkeit des Einzelnen bitter ist.</p>
<p>Doch in manch geheimnisvoller Ferne gezeichnet von Krieg, Knast und (Beziehungs-) Abenteuer mag diese Bitterkeit in bizarre Schreie umschlagen. Im kurzen Punkrock-Feger zieht schon mal ein halbes Jahrhundert abendländische Geschichte an uns vorüber. Schnelldurchläufe kontrastieren das Schelmentum der Flaneure, zeichnen ihnen die schönsten Seemanns-Narben des asiatischen Kontinents. Gerade in diesen Kontrasten und Rezitativen zeigt sich das blinde kompositiorische Verständnis zwischen Max Stamm und Andreas van der Wingen mit ihrer ganz eigenen Melange aus Pop, Rock, Jazz und Chanson. Dann wieder zitiert sich die Kiesgroup selbst von Hotel-Lobby zu Hotel-Lobby. Vielleicht hat Stefanie mal wieder was gesagt. Das ändert zwar auch nichts, nicht die Gesellschaft und nicht das Bewusstsein. Aber es ist ein Plädoyer für die Bedeutung des Geschichtenerzählens. So mag das Schreien in unserer Erinnerung nie ganz ersticken. Und das ist gut, schon aus therapeutischen Gründen.</p>
<p>Und das therapeutische Trost-Pflastern wird auf „Shantychrist“ groß geschrieben. Sänger Andreas van der Wingen klebt seine Reime in fast jeden Vers. Fast zwanghaft wird durchgereimt, bis auch der letzte Zweifel an der Authentizität der Autorenschaft des Sängers beseitigt ist. Das wirkt manchmal etwas überspannt. Zeigt es doch auch zwischen den Zeilen, dass die Kommunikation immer noch eine komplizierte Sache ist, nicht zuletzt in der Dichtung und im Pop. Verständnis reimt sich zwar auf Bekenntnis, lässt aber in den intelligenten Zitatensammlungen kaum mehr Raum für Brüche und Unvorhersehbares.</p>
<p>Und doch: auch wenn man ausgleichende Irrationalität vergeblich in all den Schufa-Palästen des kiesgroupschen Universums suchen mag, gehört „Shantychrist“ jederzeit zu der Oberliga deutschsprachiger Alben der letzten Jahre. Kiesgroup haben das Talent unbequeme Fragen zu stellen, die so sehr auf der Höhe der Zeit sind, dass es manchmal weh tut und manchmal eine Träne braucht, um zu verstehen. „Wenn die Müdigkeit ruht“ hätte mühelos das Zeug, die Hymne der aktuellen Occupy-Bewegung zu werden. Doch auch das darf man nicht überbewerten. Aus Sicht der Kiesgroup besteht nie Anlass zu endgültiger Euphorie oder Verzweiflung &#8211; solange es Menschen gibt.</p>
<p>&#8220;Shantychrist&#8221; erscheint im Februar auf Tumbleweed Records</p>
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		<title>Benjamin Biolay – Best Of</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 09:45:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Benjamin Biolay stellt ein Best Of-Album zusammen, das seine Zeit bei Virgin und Naïve widerspiegelt, und als Kirsche auf der Schlagsahne gibt es noch einen ganz frischen, neuen Song, der im September dieses Jahres aufgenommen wurde.

Biolay mischt dabei zeitlose Balladen, die immer wieder unter Beweis stellen, dass er der einzige Gainsbourg-Nachfolger ist, mit kleinen Sinfonien für die Raclette-Runde und großen Poparrangements für Radiohörer, die man getrost auch als Klassiker bezeichnen kann. Das alles ist natürlich für den Weihnachtsmarkt gedacht, doch dieses Best Of unterscheidet sich von den alljährigen Giftspritzen anderer ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Benjamin Biolay stellt ein Best Of-Album zusammen, das seine Zeit bei Virgin und Naïve widerspiegelt, und als Kirsche auf der Schlagsahne gibt es noch einen ganz frischen, neuen Song, der im September dieses Jahres aufgenommen wurde.<span id="more-22901"></span></p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/11/Biolay.jpg"><img src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/11/Biolay.jpg" alt="" title="Biolay" width="546" height="248" class="aligncenter size-full wp-image-22903" /></a></p>
<p>Biolay mischt dabei zeitlose Balladen, die immer wieder unter Beweis stellen, dass er der einzige Gainsbourg-Nachfolger ist, mit kleinen Sinfonien für die Raclette-Runde und großen Poparrangements für Radiohörer, die man getrost auch als Klassiker bezeichnen kann. Das alles ist natürlich für den Weihnachtsmarkt gedacht, doch dieses Best Of unterscheidet sich von den alljährigen Giftspritzen anderer Künstler. Biolay schafft es mit seiner Musik, dem Chanson aus der Gosse zu helfen, der Liebe neues Material zu schenken, und frankophile Froschschenkel zum Beben zu bringen. </p>
<p>Melancholie ist das Wort, das einem einfällt, wenn Biolay anfängt zu sprechen. Der Storyteller verfällt eher selten ins Singen. Gehüllt in dramatische Popsongs, erzählt uns Benjamin aus den letzten zehn Jahren seine Schaffens. Benjamin nuschelt und croont wirklich wie kein zweiter französischer Songwriter. Flüssige Popsongs gesellen sich charmant zu nebulösen Kleinoden, die wirklich das Herz aufgehen lassen. Ich persönlich mag ja die Duette am liebsten. Schön, dass es auch &#8220;Brandt Rhapsodie&#8221; aufs Album geschafft hat. Jeanne Cherhal verzaubert. Aus allen Töpfen wird geschleckt. Immer wenn es zu süß wird, holt Biolay den traurigen Runterbringer aus dem Säckchen. Makellos. Weihnachtswunschzettelempfehlung!</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/xtmVTfGJUzA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Camille – Ilo Veyou</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 09:45:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Camille ist keine typische Chansonnette; das war sie nie und wird sie wohl auch nie werden. Camille ist stets bemüht sich ihrer Stimme zu stellen, sie in Räume zu quetschen, um zu hören, was sich verändert, wenn man in einem Kloster, einem Badezimmer oder mit Holzböden ausgestatteten Studios singt. Dies tut sie im Übrigen gerne a capella. Wahlweise auch auf Englisch oder in einer Babysprache. 
Camille spielt mit Worten. Wie eine Akrobatin schüttet sie sich Magnesiumcarbonat in den Hals oder wer böses denkt, wie eine Slam-Poeten kaut sie auf Wörtern ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Camille ist keine typische Chansonnette; das war sie nie und wird sie wohl auch nie werden. Camille ist stets bemüht sich ihrer Stimme zu stellen, sie in Räume zu quetschen, um zu hören, was sich verändert, wenn man in einem Kloster, einem Badezimmer oder mit Holzböden ausgestatteten Studios singt. Dies tut sie im Übrigen gerne a capella. Wahlweise auch auf Englisch oder in einer Babysprache. <span id="more-22356"></span></p>
<p>Camille spielt mit Worten. Wie eine Akrobatin schüttet sie sich Magnesiumcarbonat in den Hals oder wer böses denkt, wie eine Slam-Poeten kaut sie auf Wörtern rum, die mehr Klang als Sinn besitzen, aber mit Tempo den Babysitter-Boogie zitieren. Streichinstrumente dürfen mal auf Hochkultur machen, doch am Liebsten hat sich Camille selbst, wenn sie in einem großen Raum steht und sie die Hallmöglichkeiten austesten kann.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/10/Camille1.jpg"><img class="size-full wp-image-22357 aligncenter" title="Camille" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2011/10/Camille1.jpg" alt="" width="400" height="600" /></a></p>
<p>Camille genießt es, da sie eine wirklich ausdrucksstarke, wie auch variable Stimme hat, ohne Kopfhörer zu arbeiten; so fühlt sie sich frei und lässt einfach los. Das kann wirklich überraschen, hat aber auch Momente, die nicht immer locker sind. Viele kurze Stücke haben es auf das Album geschafft. Sie rauschen an einem vorbei. Wie Skizzen, wirft sich Camille in die Strophen, die runtergerasselt werden ohne Beat und Kommata. Camille will weiter, sie verweilt nicht gerne in der Klischee-Version des Musikfrankreichs der Kulturprogramme, obwohl mir persönlich die klassischen Strukturen mit Akkustikgitarre und verführerischer Lolita-Stimme am Besten gefallen. Am Ende eines Stückes lässt Camille ein Püpschen flattern. Hätte man so nicht zuordnen können, doch dank informativer Beipackzettel wissen wir mehr. Ich dachte beim ersten Hören, sie sei auf einen Frosch getreten. Vive la France!</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/RL4pe3caZEY" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/Qt_eQaMeNyk" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Max Goldt &#8211; L&#8217;Eglise des Crocodiles</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 16:17:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da hat der Altmeister der gedrechselten Wortwindung anscheinend besonders viel Geduld gehabt. Er grub tief und fand in seiner alten Schepperkiste weitere verstaubte Miniaturen. Schnell wird klar: schon damals übte sich einer zwischen Rezitativ und Dialektschanson. Der Vortrag war schon damals sonor, oft im Chor mit sich selbst und sanft. Er berichtet uns aus einer fernen Zeit in seiner Jugend, als die kleine aber feine Perkussion noch ganz aus eigener Schmiede kam und er vom „Kontakt zu Jungen Leuten sang“.  
Nun erscheint die zweite Veröffentlichung früher Tapes von Max ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da hat der Altmeister der gedrechselten Wortwindung anscheinend besonders viel Geduld gehabt. Er grub tief und fand in seiner alten Schepperkiste weitere verstaubte Miniaturen. Schnell wird klar: schon damals übte sich einer zwischen Rezitativ und Dialektschanson. Der Vortrag war schon damals sonor, oft im Chor mit sich selbst und sanft. Er berichtet uns aus einer fernen Zeit in seiner Jugend, als die kleine aber feine Perkussion noch ganz aus eigener Schmiede kam und er vom „Kontakt zu Jungen Leuten sang“. <span id="more-17359"></span> </p>
<p>Nun erscheint die zweite Veröffentlichung früher Tapes von Max Goldt. Zusammen mit den Stücken der 1983 entstandenen 10 Inch-EP „L’Eglise des Crocodiles“ werden noch 6 weitere bisher unveröffentlichte Stücke aufgelegt. In überraschend guter Qualität, zeigt diese Teilreissue anhand weitgehend vergessener Kleinode, wie souverän Goldt schon zu Beginn der 1980er Jahre sein bekanntes Oevre zwischen lyrisch-chansonesken Kuriositäten und Miniaturhörspielgrotesken zu einer stabilen Form entwickelt hatte. Literarische Kabinettstückchen in denen einmal die Talking Heads gegen XTC ausgespielt werden und wir auch endlich erfahren, dass Tante Rahmbein sich in einem Napfkuchen erstickte. Der Freund der Goldschen Themenwelten wird mitwissend nicken und goutieren.</p>
<p>&#8220;L&#8217;Eglise des Crocodiles&#8221; ist am 01.03.2011 bei <a href="http://www.gagarinrecords.com/?str=releases" target="_blank">Gagarin Records</a> erschienen.</p>
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		<title>Barbara Morgenstern &#8211; Fan No. 2</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 14:45:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neue Einblicke und Interpretationen ergeben mitunter neue Räumlichkeit, mehr Plastizität und unerwartet leichtfüßige Distanz zu Früherem. Plötzlich tauchen dazwischen sogar zufällig ein paar von den ganz alten Dingen auf, noch in der Originalschatulle und mit etwas Patina. Was will man mehr?
Ein zweiter Versuch über den ersten Versuch nach einem Dutzend Jahren kommt mit einer Geschenkbeigabe von breiter Schleife umrandet und das bisher unveröffentlichte Frühwerk betreffend. „Fan No.2“ ermöglicht einen runderneuerten Blick mit verschobener Perspektive auf das Hauptwerk einer Berliner Künstlerin.
Für einen Fan wie mich wirken die bearbeiteten Wiederveröffentlichungen der Morgenstern-Songs ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neue Einblicke und Interpretationen ergeben mitunter neue Räumlichkeit, mehr Plastizität und unerwartet leichtfüßige Distanz zu Früherem. Plötzlich tauchen dazwischen sogar zufällig ein paar von den ganz alten Dingen auf, noch in der Originalschatulle und mit etwas Patina. Was will man mehr?</p>
<p><span id="more-10876"></span>Ein zweiter Versuch über den ersten Versuch nach einem Dutzend Jahren kommt mit einer Geschenkbeigabe von breiter Schleife umrandet und das bisher unveröffentlichte Frühwerk betreffend. „Fan No.2“ ermöglicht einen runderneuerten Blick mit verschobener Perspektive auf das Hauptwerk einer Berliner Künstlerin.</p>
<p>Für einen Fan wie mich wirken die bearbeiteten Wiederveröffentlichungen der Morgenstern-Songs ihrer frühen Tage (Vermona ET 6-1) wie behutsame bis weiter ausholende Remixe. Nach einem ersten Schreck über diese Erkenntnis werde ich schon beim zweiten Stück neugierig und erkenne deren variierende Berechtigung an. Die Bässe sind fetter, die Effekte wirken stärker, auch die Stimmen sind im Gesamtbild neu justiert. Die Ergebnisse sind zu meiner Überraschung alles andere als nur remasterte Wiederveröffentlichungen.</p>
<p>Fan No. 2 ist somit ein abwechslungsreicher Hybrid im Hinblick auf seine Zugehörigkeit zu gängigen Plattenveröffentlichungsgenres. Es ist nur zu einem gewissen Teil ein Best-Of-Album. Dieser Charakter wird zunächst leicht gebrochen durch die drei ganz neuen Stücke. Dann ist es aber vor allem die Bearbeitung und Neujustierung aus eigener Hand und der <a href="http://www.pole-music.com/" target="_blank">Stefan Betkes</a>, die Neuinterpretation schaffen.</p>
<p>Des weiteren sind ein Remix von <a href="http://www.myspace.com/thomasfehlmann" target="_blank">Thomas Fehlmann</a> neu zu hören und auch weitere wichtige Stationen der Morgensternschen Diskografie, wie die Kollaboration mit <a href="http://www.myspace.com/robertwyatt" target="_blank">Robert Wyatt</a>, sind teil des Inhalts. All das macht neugierig auf den zweiten Teil dieser Veröffentlichung, die Bonus-CD mit den beiden bisher noch nicht gehörten EPs „Plastikreport“ und „Enter the Partyzone“, die diesem Rezensionsexemplar leider noch nicht beilag.</p>
<p>„Fan No. 2“ erscheint im September bei <a href="http://monika.lineup-music.com/" target="_blank">Monika</a>.</p>
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		<title>Hans Unstern &#8211; Kratz Dich Raus</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 11:06:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer ist dieser Mann, der aus dem Umfeld von Ja, Panik zu kommen scheint? Wer ist der in Berlin lebende Poet, der so versponnen über die Elbe sinniert? Man sollte aufhorchen und sich an die Hand nehmen lassen, von einem, der seine Sprache innig liebt. Denn er wildert ebenso unverfroren wie verheißungsvoll in den Schnittmengen von Pop, Poesie und Chanson.
Es sind die einfachen musikalischen Mittel, derer sich Hans Unstern auf seinem Debutalbum „Kratz Dich Raus“ bedient. Ein schlichtes Setup mit Schlagzeug, Bass, Piano, Gitarre und scheinbar beifällig eingestreuten Kleinigkeiten wie ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer ist dieser Mann, der aus dem Umfeld von Ja, Panik zu kommen scheint? Wer ist der in Berlin lebende Poet, der so versponnen über die Elbe sinniert? Man sollte aufhorchen und sich an die Hand nehmen lassen, von einem, der seine Sprache innig liebt. Denn er wildert ebenso unverfroren wie verheißungsvoll in den Schnittmengen von Pop, Poesie und Chanson.</p>
<p><span id="more-10067"></span>Es sind die einfachen musikalischen Mittel, derer sich Hans Unstern auf seinem Debutalbum „Kratz Dich Raus“ bedient. Ein schlichtes Setup mit Schlagzeug, Bass, Piano, Gitarre und scheinbar beifällig eingestreuten Kleinigkeiten wie Xylophon und Akkordeon geben die Bühne für seine meist rezitative Poesie.</p>
<p>Zunächst überraschen die ausgefransten Arrangements, die sich nie um ein Zentrum, nie um die bekannten Dramaturgien des Liedes bemühen. Unstern verzichtet auf konventionelles Steigern und repetieren, auf Refrains und oft auch auf Höhepunkte, zumindest auf Höhepunkte an den Stellen, an denen man sie erwartet. Denn wenn Hans Unstern schließlich in Pathos die Stimme hebt, tut er dies nie um der Auflösung einer Disharmonie oder des Endes einer Geschichte Willen, sondern immer nur, um mit der selbstvergessenen Geste eines Chansoniers zu fabulieren.</p>
<p>Die Spannungskurven seiner Stücke mäandern aus dem Nichts kommend auf unberechenbaren Pfaden wieder ins Nichts zurück. Was ist Zeit? Was war gestern und was kommt morgen? Es gibt keine Linearität zwischen den Igeln und unter dem Kastanienlaub. Wortgewaltig dreht sich da einer auf einem poetischen Kettenkarussell um die Fragmente seiner Hinterlassenschaften und schleudert uns diese mit jeder Umdrehung und sicherem Metrum selbstbewusst vor die Füße.</p>
<p>Dabei sind die Texte alles andere als einfach. Das Erzählerische wird nur angerissen und bruchstückhaft in kleinen Modulen, die nur aus wenigen Zeilen bestehen, collagenhaft übereinander geschichtet. Ja, das Geschichtenhafte gibt es in Unsterns Texten doch. Und es zieht sich wie ein in feine Schnipsel zerschnittener roter Faden durch die von romantischen Bildern durchzogenen Verse. Und obwohl es auch um Winterschlaf, Mondschein, Paris und dein Kopfkissen geht, kann man jede Zeile so ernst nehmen, wie sie gemeint ist.</p>
<p>Unsterns Poesie holt weit aus und hat einen erstaunlich langen und sanften Atem. Den braucht er als Flaneur großstädtischer Sehnsüchte, wenn er uns weiterhin mit widerspenstigen Bildern und Metaphern betören will. „Kratz Dich Raus“ ist das bis jetzt beste deutschsprachige Album dieses Jahres.</p>
<p>Es ist im April bei <a href="http://nein-gelassenheit.com/" target="_blank">Nein, Gelassenheit</a> erschienen. Außerdem gibt es z.B. von Viktor Marek noch diese Bearbeitung von „Ein Coversong“:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="81" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fsoundcloud.com%2Fhansunstern%2Fbe-my-parachute-viktor-marek-remix&amp;show_comments=true&amp;color=f2cc0b type=" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fsoundcloud.com%2Fhansunstern%2Fbe-my-parachute-viktor-marek-remix&amp;show_comments=true&amp;color=f2cc0b type=" allowscriptaccess="always"></embed></object><span><a href="http://soundcloud.com/hansunstern/be-my-parachute-viktor-marek-remix">Be My Parachute (Viktor Marek Remix)</a> by <a href="http://soundcloud.com/hansunstern">Hans Unstern</a></span></p>
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		<title>Charlotte Gainsbourg &#8211; IRM</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 10:45:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Ganz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Hauch des Liedhaften hatte einst identitätsstiftende Wirkung für ganze Kulturnationen, und das liederlich gehauchte, welches damals Legendenstatus errang, schien erst in seiner tonalen Ausdruckslosigkeit alles auszudrücken. Insofern mochte es ebenso folgerichtig wie behutsam sein, dass Charlotte Gainsbourg für ihr nach Jahren der erfolgreichen Schauspielerei drittes Album „5.55“  mit den eloquenten Pop-Erneuerern Air eine mehr als gelungene Zusammenarbeit erreichte. Denn in Air sieht der internationale Blick die Linie nicht nur der traditionell französischen Unterhaltungsmusik konsequent ins 21. Jahrhundert transformiert.
So geriet der Weg von der Wissenschaft des Schlafens zum verwandten Fach ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Hauch des Liedhaften hatte einst identitätsstiftende Wirkung für ganze Kulturnationen, und das liederlich gehauchte, welches damals Legendenstatus errang, schien erst in seiner tonalen Ausdruckslosigkeit alles auszudrücken. Insofern mochte es ebenso folgerichtig wie behutsam sein, dass Charlotte Gainsbourg für ihr nach Jahren der erfolgreichen Schauspielerei drittes Album „5.55“  mit den eloquenten Pop-Erneuerern <a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/2009/10/04/air-love-2/" target="_blank">Air</a> eine mehr als gelungene Zusammenarbeit erreichte. Denn in Air sieht der internationale Blick die Linie nicht nur der traditionell französischen Unterhaltungsmusik konsequent ins 21. Jahrhundert transformiert.</p>
<p><span id="more-6542"></span>So geriet der Weg von der <a href="http://www.science-of-sleep.de/" target="_blank">Wissenschaft des Schlafens</a> zum verwandten Fach der Wissenschaft des Hauchens zu einem wohlgeschliffenen. Beides sind schließlich Kernkompetenzgebiete von Prinzessinen, den Stars der ganz alten Schule. Den Atem immer schön flach dosieren, erstens aus Gründen der Hypersensibilität, denn in mehr als homöopathischen Dosen ist die ordinäre Welt schließlich nicht zu ertragen, und zweitens wegen der stets zu erhaltenen Pose der Erhabenheit über eben diese Welt.</p>
<p>Nun besorgte also Beck das Songwriting für das aktuelle Album „IRM“, der auch schon auf dem Meisterwerk „10.000 Hertz Legend“ mit Air zusammenarbeitete. So schließen sich mal wieder Kreise. Das Ergebnis ist ein zartbitteres Hin und Her zwischen der Erhabenheit des bereits eroberten Genres Chanson und einer seidenweich gezeichneten Hinwendung zu Pop und Rock. Weichgezeichnet mit so sicherer Hand, dass man den Blues nicht nur für den letzten Song mit der Lupe suchen muss. Vielleicht wird man einstmals von der Wissenschaft des sich Zierens sprechen müssen.</p>
<p>Das typische an der Beck’schen Handschrift, die eingedampfte reduzierte Klarheit auf den Beat eines Rocksongs oder Bluesmotivs und das Konterkarieren desselben mit einem harmonisch kuriosen Thema, bringt die Prinzessin Gainsbourg aus rein musikalischer Sicht durchaus charmant zu einer erneut glänzenden Geltung. Doch ist diese Reise in die niederen Gefilde des Pop noch ihrem Stande gemäß? Ist sie nicht verurteilt, früher oder später, als eine unter vielen Pop-Chanteusen in der Versenkung der Beliebigkeit zu verschwinden? Alles in allem ein nicht ungefährlicher Ritt auf einem Gaul nach Westen, der ihr z.B. mit dem Song „Dandelion“ nicht nur den Blues hinüber weht, sondern auch einen äußerst unaristokratischen Schal der Selbstironie um ihren zartblassen Hals wickelt. Sogar Prinzessinnen des 21. Jahrhunderts bekommen den Blues.</p>
<p>Das Album &#8220;IRM&#8221; ist Ende 2009 bei <a href="http://store.elektra.com/products/charlotte-gainsbourg-irm-album" target="_blank">Elektra</a> erschienen.</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=FFFFFF&#038;IS1=1&#038;bg1=FFFFFF&#038;fc1=000000&#038;lc1=3B78A7&#038;t=jahrgangsgera-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;asins=B002YT05VY" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Rose &#8211; Les Souvenirs Sous Ma Frange</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 10:30:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Keren Leloul steckt sich eine Rose an den Gitarrenhals. Das Publikum lehnt sich zurück. Die 30-Jährige Französin bedient sich ungefragt aus der Käsetheke. Alte, leicht verschimmelte Sorten kommen auf den Nachspeiseteller. Die jungen, frischen sind zu speziell, vielleicht sogar schwer verdaulich. Das Brot vom Vortag wird im Ofen aufgebacken. Eine gute Butter muss es aber schon sein. Auf dem Plattenteller drehen sich die Diven der vergangenen Jahrzehnte. Sogar Bob Dylan ist im Santa Claus- Kostüm vom Schlitten gestiegen und Janis Joplin röhrt so schön besoffen nach dem dritten Glühwein. Rose ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keren Leloul steckt sich eine Rose an den Gitarrenhals. Das Publikum lehnt sich zurück. Die 30-Jährige Französin bedient sich ungefragt aus der Käsetheke. Alte, leicht verschimmelte Sorten kommen auf den Nachspeiseteller. Die jungen, frischen sind zu speziell, vielleicht sogar schwer verdaulich. Das Brot vom Vortag wird im Ofen aufgebacken. Eine gute Butter muss es aber schon sein. Auf dem Plattenteller drehen sich die Diven der vergangenen Jahrzehnte.<span id="more-5378"></span> Sogar Bob Dylan ist im Santa Claus- Kostüm vom Schlitten gestiegen und Janis Joplin röhrt so schön besoffen nach dem dritten Glühwein. <a href="http://www.myspace.com/rosekeren" target="_blank">Rose</a> liebt diese alten Stimmen und Stimmungen. So greift sie zur Gitarre und schenkt uns Folk-Pop ohne Stinkekäse. Sauber und nett. Mit Lätzchen. Ihre Texte verglühen in Paris&#8217; Seitenstraßen. Ohne von Gangs ausgeraubt worden zu sein. Mädchenmusik!</p>
<p><a href="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2009/11/souvenirs-sous-frange-nouvel-abum-rose-L-3.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-5380" title="souvenirs-sous-frange-nouvel-abum-rose.jpeg" src="http://www.jahrgangsgeraeusche.de/wp-content/uploads/2009/11/souvenirs-sous-frange-nouvel-abum-rose-L-3.jpg" alt="souvenirs-sous-frange-nouvel-abum-rose.jpeg" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Süß, aber austauschbar. Ihre Musik kommt nicht aus Frankreich. Ihr Herz und Zunge schon. Für eine Quiche-Party am frühen Abend ein gutes Mitbringsel. Die Gastgeberin wird dir ihren Platz am Kopf der Tafel überlassen. Sie blinzelt leicht verliebt. Da hätte aber auch eine Joplin-Best-Of oder eine schlechte Patricia Kaas gereicht.</p>
<p>Rose duftet gut, doch verfliegt nach wenigen Sekunden. Ein Billig-Wein ohne eigene Note. Vielleicht sollte Benjamin Biolay ihr seine Hand auflegen. Nach dem Quiche fragt mich die Gastgeberin, ob ich über Nacht bleiben möchte. Leider keine Zeit. Ich muss noch die Mona Lisa zu Hause umhängen. Vielleicht nächstes Mal. Luxusprobleme&#8230;</p>
<p>Erschienen bei Source/EMI</p>
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		<title>Benjamin Biolay – La Superbe</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 12:02:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zloty Vazquez</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Benjamin streicht sich die Strähnen aus dem Gesicht. Ja, es hat sich viel verändert. Kein großes Label klebt den Neo-Chanson des Multiinstrumentalisten mehr als Etikett auf Rotweinflaschen. Biolays Frau überlegt zur Zeit ihren Nachnamen wieder abzulegen. Ja, es ist viel passiert. So nutzt Benjamin die Chance alles rauszulassen, was ihm auf dem Herzen brennt. Da ist ein Doppelalbum das beste Medium. 22 Songs winden sich durch das regnerische Frankreich. Die sonnigen Teile werden großspurig umfahren. St. Tropez wird in Gedanken niedergebrannt. Champagner-Parties werden gestürmt und es regnet Froschschenkel. Die Melancholie ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Benjamin streicht sich die Strähnen aus dem Gesicht. Ja, es hat sich viel verändert. Kein großes Label klebt den Neo-Chanson des Multiinstrumentalisten mehr als Etikett auf Rotweinflaschen. Biolays Frau überlegt zur Zeit ihren Nachnamen wieder abzulegen. Ja, es ist viel passiert. So nutzt Benjamin die Chance alles rauszulassen, was ihm auf dem Herzen brennt. Da ist ein Doppelalbum das beste Medium.<span id="more-5162"></span> 22 Songs winden sich durch das regnerische Frankreich. Die sonnigen Teile werden großspurig umfahren. St. Tropez wird in Gedanken niedergebrannt. Champagner-Parties werden gestürmt und es regnet Froschschenkel. Die Melancholie stiebitzt die letzten Baguettekrümel. Natürlich sitzt das Piano in der ersten Reihe, doch schnell werden turmweise Streichersätze und Gitarren drauf gestapelt, um großes Theater vorzugaukeln. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=xtmVTfGJUzA" target="_blank">Kleinode werden zu Evergreens</a>.</p>
<p><a href="http://www.benjaminbiolay.com/" target="_blank">Biolay</a> spricht und flüstert sich durch das erste Teilstück. Die wunderbaren Damen Gesa Hansen, <a href="http://www.myspace.com/alkabalbir" target="_blank">Alka </a>und  <a href="http://www.myspace.com/jeannecherhal" target="_blank">Jeanne Cherhal </a>bringen gesungene Liebesbriefe mit. Größenwahn trifft Klassik, Chanson und Tradition. Ein bunter Stilmix, der zu überzeugen weiss. Die HipHop-Momente in Biolays Sprechpassagen sind optimal getimed. Auf der zweiten &#8220;Seite&#8221; experimentiert er noch mehr. &#8220;Buenos Aires&#8221; lässt alle Weichzeichner verstört zurück. Eine spanisch singende Stimme kämpft sich durch Krach. Durchatmen! Sogar &#8220;Electro-Dance&#8221; wird versucht und Biolay lässt das Flüstern und fängt urplötzlich an zu singen.</p>
<p>Auf einmal ist Paris doch die schönste Stadt der Welt. Gänsehaut. Auch &#8220;Phoenix&#8221; werden anerkennend mit den Köpfen nicken. Zu später Stunde gibt es noch verqualmten Barjazz mit morbider Bühnenbeleuchtung.</p>
<p>Biolay schafft es ein Doppelalbum zu präsentieren, das die Stile durcheinander wirbelt, aber doch am Ende ein Ganzes verkörpert. Biolay verlässt die Gala und stolpert liebestrunken durch seinen Heimatkunde-Atlas.</p>
<p>Erschienen bei <a href="http://www.naive.fr/#/home" target="_blank">Naïve</a></p>
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