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Artikel in der Kategorie Chanson

2010, 2012, Chanson, Musik, Pop, Rezensionen, Zeitleiste »

[26 Jan 2012 | Kein Kommentar | ]
Coeur de Pirate – Blonde

Béatrice Martin hat das Zeug, eine Vanessa Paradis mit Talent zu werden. Sie bringt schon sehr viel mit. Eine warme Stimme, einen lässigen Style und kompakte Sixties-Pop-Nummern, die den Female-Soul huldigen, sich aber nicht anbiedern, auch mal in verwandten Gegenden umherwandern und gar nicht wie Plastik klingen.

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[4 Jan 2012 | Kein Kommentar | ]
Kiesgroup – Shantychrist

Kaum ist der fast vierjährige Schönheitsschlaf der Kiesgroup seit „Das Leben als Umweg zwischen Nichts und Nichts“ beendet, steht bei den Düsseldorfern der Mensch auch schon wieder quer zur Gesellschaft. Beseelt von freundlicher Verwunderung steht er da und weiß nicht wie ihm geschieht. In Einsamkeit und gegenseitigem Unverständnis begegnen sich Individuum und Gruppe. Können nicht miteinander. Nicht in Heiserkeit und nicht im Flüstern. Was soll nur geschehen? Was wird geschehen?

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[18 Nov 2011 | Kein Kommentar | ]
Benjamin Biolay – Best Of

Benjamin Biolay stellt ein Best Of-Album zusammen, das seine Zeit bei Virgin und Naïve widerspiegelt, und als Kirsche auf der Schlagsahne gibt es noch einen ganz frischen, neuen Song, der im September dieses Jahres aufgenommen wurde.

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[21 Okt 2011 | Kein Kommentar | ]
Camille – Ilo Veyou

Camille ist keine typische Chansonnette; das war sie nie und wird sie wohl auch nie werden. Camille ist stets bemüht sich ihrer Stimme zu stellen, sie in Räume zu quetschen, um zu hören, was sich verändert, wenn man in einem Kloster, einem Badezimmer oder mit Holzböden ausgestatteten Studios singt. Dies tut sie im Übrigen gerne a capella. Wahlweise auch auf Englisch oder in einer Babysprache.

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[1 Mai 2011 | Kein Kommentar | ]
Max Goldt – L’Eglise des Crocodiles

Da hat der Altmeister der gedrechselten Wortwindung anscheinend besonders viel Geduld gehabt. Er grub tief und fand in seiner alten Schepperkiste weitere verstaubte Miniaturen. Schnell wird klar: schon damals übte sich einer zwischen Rezitativ und Dialektschanson. Der Vortrag war schon damals sonor, oft im Chor mit sich selbst und sanft. Er berichtet uns aus einer fernen Zeit in seiner Jugend, als die kleine aber feine Perkussion noch ganz aus eigener Schmiede kam und er vom „Kontakt zu Jungen Leuten sang“.

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[17 Aug 2010 | Kein Kommentar | ]
Barbara Morgenstern – Fan No. 2

Neue Einblicke und Interpretationen ergeben mitunter neue Räumlichkeit, mehr Plastizität und unerwartet leichtfüßige Distanz zu Früherem. Plötzlich tauchen dazwischen sogar zufällig ein paar von den ganz alten Dingen auf, noch in der Originalschatulle und mit etwas Patina. Was will man mehr?

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[21 Jun 2010 | Ein Kommentar | ]
Hans Unstern – Kratz Dich Raus

Wer ist dieser Mann, der aus dem Umfeld von Ja, Panik zu kommen scheint? Wer ist der in Berlin lebende Poet, der so versponnen über die Elbe sinniert? Man sollte aufhorchen und sich an die Hand nehmen lassen, von einem, der seine Sprache innig liebt. Denn er wildert ebenso unverfroren wie verheißungsvoll in den Schnittmengen von Pop, Poesie und Chanson.

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[14 Jan 2010 | Kein Kommentar | ]
Charlotte Gainsbourg – IRM

Der Hauch des Liedhaften hatte einst identitätsstiftende Wirkung für ganze Kulturnationen, und das liederlich gehauchte, welches damals Legendenstatus errang, schien erst in seiner tonalen Ausdruckslosigkeit alles auszudrücken. Insofern mochte es ebenso folgerichtig wie behutsam sein, dass Charlotte Gainsbourg für ihr nach Jahren der erfolgreichen Schauspielerei drittes Album „5.55“  mit den eloquenten Pop-Erneuerern Air eine mehr als gelungene Zusammenarbeit erreichte. Denn in Air sieht der internationale Blick die Linie nicht nur der traditionell französischen Unterhaltungsmusik konsequent ins 21. Jahrhundert transformiert.

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[19 Nov 2009 | Kein Kommentar | ]
Rose – Les Souvenirs Sous Ma Frange

Keren Leloul steckt sich eine Rose an den Gitarrenhals. Das Publikum lehnt sich zurück. Die 30-Jährige Französin bedient sich ungefragt aus der Käsetheke. Alte, leicht verschimmelte Sorten kommen auf den Nachspeiseteller. Die jungen, frischen sind zu speziell, vielleicht sogar schwer verdaulich. Das Brot vom Vortag wird im Ofen aufgebacken. Eine gute Butter muss es aber schon sein. Auf dem Plattenteller drehen sich die Diven der vergangenen Jahrzehnte.

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[3 Nov 2009 | Kein Kommentar | ]
Benjamin Biolay – La Superbe

Benjamin streicht sich die Strähnen aus dem Gesicht. Ja, es hat sich viel verändert. Kein großes Label klebt den Neo-Chanson des Multiinstrumentalisten mehr als Etikett auf Rotweinflaschen. Biolays Frau überlegt zur Zeit ihren Nachnamen wieder abzulegen. Ja, es ist viel passiert. So nutzt Benjamin die Chance alles rauszulassen, was ihm auf dem Herzen brennt. Da ist ein Doppelalbum das beste Medium.

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[18 Sep 2009 | Kein Kommentar | ]
Niobe – Blackbird’s Echo

Der Chanson wird kosmopolitisch. Auch modern soll er sein. Reif und versponnen zugleich. Verständlich einerseits und kurios andererseits. Klassische Sängerinnen-Grazie entfaltet sich in feinsinnigen semi-elektronischen Arrangements. Behutsam werden hier und da kleine Exzentritäten eingestreut, sehr kleine. Niobe flaniert pfeifend (Lovely Day) die alte Chaussee der Selbstvergessenen rauf und runter. Denn es hängt eine Unentschiedenheit in der Luft, die nicht vom Gesehenwerden flüstert. Niobe singt für sich und ihre mitmusizierenden Freunde, zu denen inzwischen auch David Grubbs zählt.

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[17 Sep 2009 | Kein Kommentar | ]
Rufus Wainwright – Milwaukee At Last !!!

Rufus betritt die Bühne. Der Applaus schallt ihm entgegen. Er nimmt das Mikro vom Piano, wirft den Schopf in den Nacken, schließt die Augen und erhebt seine Stimme. Das Publikum ist vom allerersten bis zum letzten Ton gefangen. Der Meister hat sich die Zuschauer einfach genommen. Fragen brauchte er nicht. Sie waren schon willig angereist. Perfekt!

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[15 Jun 2009 | Kein Kommentar | ]
Berry – Mademoiselle

Mit dem alten Citroën brummt Berry los. Das Kassettendeck schwächelt, so dass sie am besten gleich eigene Liedchen trällert.
Federleicht singt es sich immer noch am schönsten. Nicht zu laut, da die Stimme geschont werden muss für laute Diskussionsabende am Lagerfeuer über den Untergang des Chansons. Der Mainstream hat den Chanson längst geschluckt. So schwappen immer mehr Chanteusen der neuen Schule zu uns frankophilen Baguetteverzichtern herüber.