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Artikel in der Kategorie Ambient

Ambient, Musik, Rezensionen »

[14 Aug 2010 | Kein Kommentar | ]
Fennesz Daniell Buck – Knoxville

Kommen und Gehen. Sich mal treffen, einfach so zwischendurch, en passant. Impressionen. Impressionistische Dialoge. Schichtungen. Verdichtungen. Schwellende Klänge. Schlingernde Gitarren. Scheppernde Percussion. Tremolos. Richtungslosigkeit. Daddeln und Verharren. Zwischenspiele. Es schnarrt in Tennessee.

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[2 Aug 2010 | Kein Kommentar | ]
Max Richter – Infra

Überreife. Ermattung. Gestern und vorgestern. Ein Rest. Der besteht meistens aus vielen Teilen. Doch das entdecken wir immer zu spät. Ein Hauch. Vier Winde aus vielen Richtungen. Oder viel Wind aus vier Richtungen. Schwindel. Alles dreht sich. Etwas entschwindet. Ein Strudel.

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[19 Jul 2010 | Kein Kommentar | ]
Taylor Deupree – Shoals

Überlagerungen und Überlappungen. Kongruenzen, Klanggebilde und Knäuel, unentwirrbare. Verdichtungen. Klangschwärme und Koinzidenzen ergeben das musikalische Werk. Musik besteht nicht aus einer Abfolge von Klangereignissen, selbst wenn wir diese als Töne bezeichnen, sondern aus den Beziehungen, die unsere cerebralen Rinden zwischen ihnen erkennen.

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[29 Mai 2010 | Kein Kommentar | ]
Redhooker – Vespers

Die morgendlichen Sonnenstrahlen lassen dich noch hoffen, dass es ein schöner Tag wird. Der Kaffee duftet aus der Küche und das Eierwasser sprudelt. Du hast dir für heute morgen etwas Klassisches ausgesucht, dein Kimono ist offen und drunter trägt du einen See-Through-Slip. Du weißt wie es geht. Die neue Redhooker kommt auf leisen Sohlen daher, die klassischen Instrumente fliegen ohne großen Aufwand durch das morgendliche Zeitunglesen.

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[17 Mai 2010 | Kein Kommentar | ]
Dirac – Phon

In 80 Stunden um die Welt fliegt man nicht gerade im Ballon, sondern eher in einem aerodynamisch optimierten Leichtflugzeug von Burt Rutan. Derart ausgestattet ist ein Nonstop-Flug über möglichst viele Länder der Nordhalbkugel möglich; selten in riskantem Tiefflug, meist jedoch in 16 Kilometer Höhe. Außer für die bis zum Bersten gefüllten Leichtmetalltanks ist gerade noch Platz für eine im Boden eingehängte Spiegelreflexkamera.

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[8 Mai 2010 | Kein Kommentar | ]
Masayoshi Fujita & Jan Jelinek – Bird, Lake, Objects

Werden die Töne in langsam verhaltener Bewegung durch den Raum getragen? Oder treiben sie unbestimmt und einzig den Gesetzen der Akustik folgend, durch das leicht gedämpfte Aufnahmestudio? Vielleicht werden sie auch von einer Welle getragen? Einer Welle der Geborgenheit. Oder sie schwimmen, auf Oberflächen und mitten im Aspik.

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[15 Mrz 2010 | Kein Kommentar | ]
Infinite Body – Carve Out The Face Of My God

Die Synthesizer-Melodie tanzt vor und zurück. Dies wird ein seltenes Bild bleiben. Die Drones drücken und schwelgen als Basisstation unter der Kuppe. Es fliegen David Lynch-Trolle an deinem geistigen Auge vorbei. Los Angeles, die Stadt der Engel hat wieder einen neuen, doch der hat sich selbst die Flügel abgenommen, um nicht immer mit einem verwechselt zu werden.

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[28 Jan 2010 | Kein Kommentar | ]
Richard Skelton – Landings

Ist ja wie in einer Waschküche hier! Ich sehe nichts, gar nichts. Ist da hinten die Eisdusche, die benutze ich immer, bevor ich mich ins Chlor bewege? Das sind doch Stimmen, oder? Lachende Mädchen! Ja, meine Gummi-Badekappe sieht schon lustig aus. Dachte schon ich wäre allein. Hätte ich ein wenig gruselig gefunden. Ich tauche ab ins kühle Nass. Die Drones schwingen sich mit ins Reich der Wasseraerobic und Bahnenzieher.

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[30 Okt 2009 | Kein Kommentar | ]
Atlas Sound – Logos

Bradford Cox taucht gerne mit dem Kopf in der Badewanne unter. Dann summt er ein Liedchen, plätschert mit Wasser und schreit: “INDIE” gegen die Emaille. Nach dem Abtrocknen geht’s ins Wohnzimmerstudio und das eben Komponierte wird schnell aufgenommen. Auch Gäste dürfen Bradfords Badewasser kosten. Laetitia Sadier und Noah Lennox werfen sich den Bademantel über und schlurfen in Puschen durch die Stube. Pop wird klein geschrieben und mit disharmonischem Zuckerguss bestrichen.

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[15 Okt 2009 | Kein Kommentar | ]
Broadcast – Broadcast and the Focus Group investigate Witch Cults of the Radio Age

Kategorisierung vereinfacht Gedächtnis und Wahrnehmung von Musik, weil das Gedächtnis nur in sehr geringem Umfang fotografisch funktioniert. Broadcast gehörte für mich immer in die Kategorien Neo-Psychedelic und Folk. Spätestens beim Wiederhören von United States of America und Curved Air fiel auf, dass die kategorisierende Erinnerung Streiche spielt. Broadcast war gar nicht so nah an den Originalen, wie meine Erinnerung es zusammen bastelte. Vielmehr hatten sie offensichtlich wichtige Charakteristika der Psychedelic jener Tage heraus destilliert, verstärkt und in doch meist poporientiertere Songkompositionen gegossen.

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[22 Sep 2009 | Kein Kommentar | ]
Lawrence – Until Then, Goodbye

Da sind sie wieder, diese samtigen dunklen Stimmungen. Just in time, nun da die ersten Blätter fallen, und der Herbst an unsere Türen klopft. Peter Kersten alias Lawrence alias Sten ergeht sich wieder in seiner ureigenen Melancholie.

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[4 Aug 2009 | Kein Kommentar | ]
Krikor & The Dead Hillbillies – Land Of Truth

Franzosen sind schon eigenartig. Krikor ist auch so ein verrückter Vogel. Seit zehn Jahren taucht er an verschiedenen Orten auf, um dann schnell eine neue Baustelle zu eröffnen. Labels werden gegründet, Tracks veröffentlicht und lustige Nebenprojekte aus dem Boden gestampft. “Land Of Truth” ist sein erstes richtiges Album. Die Synthies kratzen und stolpern über Bodennebel. Die Gitarren zerren und düstere Wavestimmen singen kühl. No Wave für Franzosen! So als hätten sich Suicide niemals umgebracht.

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