Artikel in der Kategorie Klassiker
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Mitte der 1970er Jahre tat sich ein Spalt auf, so groß, dass er den Atlantik in seiner ganzen Länge tranchierte in Alt und Neu, in Glam-Rock und etwas völlig unbekanntes namens Punk, dass in seiner Ausprägung noch gar nicht richtig vorhanden war. Dort hinein fiel die Londoner Band Tiger Lily um Sänger Dennis Leigh, dem wenig später der Name John Foxx wesentlich besser gefiel. Eine Zeit der Plattenfirmen- Instrumenten- und Identitätssuche wurde im Eiltempo durchlaufen.
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Ab wann darf man von einem Klassiker sprechen? Muss das Album schon verstaubt, fast vergessen sein? Oder kann es auch nur ein Jahr auf dem Buckel, aber mit Verzögerung dein Herz erreicht haben und nun ist es für immer in deinen Gelenken und Fasern? Ich war immer schon ein Fan von Tony Christie. Dieses Outing an dieser Stelle fällt mir nicht schwer. Der Mann aus Sheffield hat diese Gabe, einfaches Liedgut zu veredeln. Seine Schmalzstimme gibt dir ständig eine Wahrhaftigkeit, die Schlager nur selten zu bieten hat.
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Jeff Buckley war auf dem Sprung. Die Presse war auf ihn aufmerksam geworden. Die Mädels verguckten sich im Sekundentakt und auch andere Musiker zeigten sich gerne an seiner Seite. Sein Talent war außergewöhnlich. Seine Stimme, die mehrere Oktaven umriss, war voller Inbrunst und Tragik. A Star Was Born!
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Die experimentierfreudige Hektik elektronischen Entdeckertums rollte Mitte der 1990er Jahre nach allen Seiten in mehr oder weniger relevante Subgenres und Verfeinerungen aus. Insbesondere Breakbeat und Drum’n Bass hatten mit Recht für starke Gewichtsverlagerungen gesorgt. Acidhouse war stattdessen in Erstarrung auskristallisiert. Die Energien waren gewichen, die Hipness der Clubatmosphären diffundiert.
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Einst stellte das Etikett Jazzrock eine fiese verbale Kleinkaliberwaffe dar. Schleuderte man der leidenschaftlich gehassten Band seiner Wahl derart ungeteilte Verachtung entgegen, konnte dieser Angriff nur mit der noch furchtbareren Classik-Rock-Keule adäquat retourniert werden. Man schaue sich all die schönen Einschusslöcher der Häme in den Rezensionen von Gruppen wie Deep Purple oder The Nice an.
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Die Brücke zwischen Folk und Pop war lange Zeit mit Strohballen und Traditionals besetzt. Die eine Seite kam einfach nicht zur anderen rüber. Man konnte zwar nach drüben schauen und wünschte sich einen freundschaftlichen Kontakt, doch jegliche Versuche sich zu nähern scheiterten erbärmlich. Gordon Lightfoot fuhr 1970 mit dem Bagger vor. Er wollte den Weg frei schaufeln. Er hatte genug vom Stempel des Folkfuzzies.
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Ein auftrittsscheues schottisches Trio hatte schon ungefähr zwei Jahre in seinen tiefen Kammern an einem ätherischen Sound geschliffen, bevor es den ersten Vertrag bei 4AD unterschrieb und zu einem jener Acts wurde, die New Wave romantischer Prägung zum charakteristischen Profil dieses Labels machten.
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Das Resteessen am nächsten Nachmittag lässt einen vorhergegangenen Partyabend oft noch schöner erscheinen und wenn Elefanten kämpfen ist der Rasen hinterher zertrampelt. Auch Mark Edwards ist ein Fan von Resteverwertung. Er bückt sich nach jedem nicht zermatschten Halm. Das Album “The Best Defense” ist ein Klassiker voller Leftovers.
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Es gab ihn, diesen singulären Moment, in dem Rock n’ Roll und Elektro aufeinander prallten und unter hoher Temperatur zu etwas völlig neuem hypnotischem synthetisierten. Irgendwann im Jahre 1977 glitten zwei junge Männer in New York weitgehend unbewusst und in fragiler Perfektion auf einer selbst entdeckten Elektro-Trash-Rock-Welle, die atemberaubend war und amorph, wie aus dampfendem Eis. Sie war tiefgründiger, als sie auf den ersten Blick erschien und verschwand ebenso schnell wie sie gekommen war.
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Grunge war in aller Munde. Holzfällerhemden verschönerten die Tanzteeabende im heruntergekommenen Jugendclub. Die neunziger Jahre wurden durch Rock befreit. Die Kids rochen wieder nach Rebellion und Bierduschen. Sub Pop verlor leider immer mehr an Zugpferden, denn rassige Pferde benötigen eine Menge Wasser, je mehr desto besser. Und bei Sub Pop tropfte der Hahn. Auch die Afghan Whigs kehrten dem Indietum den Rücken und schufen so mit “Gentlemen” den Klassiker des Anti-Grunge.
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Tontechniker bevorzugen Steely Dan-Platten, um beim Soundcheck die Halle auszuloten. Klingt die abzumischende Band nur annähernd so clean und höhenlastig, geht der Daumen des Tüftlers in die Luft. Ein zufriedenes Lächeln huscht über sein Gesicht. Steely Dan sind die Mucker, die man als Schüler-Band verabscheut. Alles liegt am richtigen Platz, kein Tönchen verirrt sich auf der Tastatur des Glücks. Jedes Solo birgt klare Antworten und nachvollziehbare Wichsvorlagen.
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Der Wind hatte ihnen ein Lied erzählt, vom Leben in Amerika, und von dessen Vergänglichkeit. Und wie es geht, erwachsene Spielfreude, virtuos dargeboten, in die Form eines einfachen aber individualistischen Trios zu gießen ohne je in jazziges Muckertum abzugleiten. Und wie es funktionieren kann, leidenschaftlichen Ausdruck zu formulieren, und Gefühl ohne Kitsch. Und wie man es macht, sich nicht in panamerikanischer Massenkultur zu verlieren, und über all dem bescheiden zu bleiben und misstrauisch. Denn das Leben geht weiter, in Amerika. Und das ist schon sauer genug.
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Zu allen Zeiten gab es die Charaden und damit verbundenen Legendenbildungen um künstlerische Identität, z.B. bei The Residents oder Klaatu, jüngst bei Burial und einst auch bei Zoviet France. Die Namen der Protagonisten blieben unbekannt, über kurz oder lang. Wenn ich heute Wikipedia zur Diskografie von Zoviet France befrage, werde ich im Rundum-Sorglos-Paket auch mit den Namen sämtlicher Bandmitglieder ihrer Geschichte behelligt – wie uncharmant. Manche Geheimnisse möchte man einfach erhalten wissen.


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