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Gajek – Micromanic

11 August 2017 Zloty Vazquez Kein Kommentar

Gajek will uns täuschen. Er nutzt den Nosferatu, der Popol Vuh so manisch machte und zerlegt im nächsten Schritt seinen behutsam aufgebauten Klangkasten mit der Axt.

Ein Wassertropfen hüpft in einen Bergsee, der, wenn du magst, auch Ambient heißt. Der spürbare Wille zum Groove wohnt unter diesem und schält sich mit Schnelligkeit in den Vordergrund und killt jeden Anflug von Beliebigkeit oder verordneter täglicher Einnahme von Schlaftabletten. Die Hi-Hat zischelt und man glaubt einer Snare beim Fliegen zuzuhören.

Gajek verändert sich sekündlich. Wie ein Chamäleon wechselt er Gefühl, Tempo und Arrangement. Seine Zeit ist der Puls. Seine Theorie ist der Knall. Ein Sturm durchbricht den Bergsee. Wild tobt das Chaos und schenkt uns am Ende doch noch Trost und Wärme. Es klart auf.

Matti Gajek holt den Hardcore in die Psychose. Dafür danke ich ihm. Micromanic ist ein Brett auf schönstem 1-sided printed coloured 10″Vinyl. Kann man eigentlich nicht mit Worten beschreiben. Musik für den Rausch nach dem ersten Schluck. Musik für den Kopf auf der Schreibtischplatte. Ich hoffe, der Versuch Worte zu finden, bringt Licht in das Experiment und Gajek taucht nicht mit dem Baseballschläger, sondern mit seiner Krautrock-Sammlung bei mir auf und wir kiffen und diskutieren, warum Caros The Return of Caro ein unbeachteter Meilenstein ist. So wie Micromanic.

Gajek – Micromanic auf infinite greyscale

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Zloty Vazquez Zloty Vazquez lebt in Hamburg und schreibt bei Jahrgangsgeräusche Rezensionen. Er enttarnt außerdem Cover-Art-Kopisten in der Reihe 'Original und Fälschung' und hat die Abstimmung 'Die Wahl ist dein! ins Leben gerufen. Sein neues Blog 'Salzweiß und Rosenrot' birgt Unmusikalisches.

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