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Gonjasufi ‎– Mandela Effect

7 April 2017 Axel Ganz Kein Kommentar

Erst Trödeln und dann drängeln. Erst verknoten und dann verwirren sind offensichtlich aktuelle Leitmotive des kalifornischen Yoga-Lehrers. Aber was ist schon offensichtlich? Bei Gonjasufi eher wenig.

Nach vierjähriger Schaffenspause veröffentlichte Gonjasufi 2016 sein bemerkenswertes drittes Studioalbum „Callus“, das als dekonstruierendes Skizzenbuch mit Songstrukturen brach und so eine noch psychedelische Weiterentwicklung seines ohnehin schon von Pathos geschwängertem Noise-Schamanismus darstellte. Nun folgt wenige Monate später dazu ein Remix-Album. Und die Verwirrung wächst. Dem Wechselspiel um Originalität, Bearbeitung, Verfälschung, Echtheit, Wahrheit, Erwartung, und Erinnerung wird eine weitere Ebene der Undurchschaubarkeit hinzugefügt. Antizipation ist nicht gewünscht. Wiederholungen einzelner Parts sind sowieso out. Wenn überhaupt werden sie nur zaghaft im Fade-Out angedeut. Da verblasst die Erinnerung schon. So wundert es dann auch nicht mehr, dass auf „Mandela Effect“ zwei Stücke zweimal bzw. dreimal von unterschiedlichen Gastkünstlern bearbeitet werden. Mit bei dieser Charade um Gedächtnis und Erinnerungen sind unter anderem Daddy G, Shabazz Palaces, Anna Wise, Rustin Mann und Beth Gibbons, Ras G, Innsyter, Moor Mutter, Perera Anderswo, und König Britt. Mandela Effect ist eines der wenigen Remix-Alben, bei denen das Entfernen vom Original durchgehalten wird, und das ich mir sicher nicht nur einmal anhören werde. Soviel steht fest.

Mandela Effect erscheint am 07.04.2017 bei Warp Rec.

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Axel Ganz Axel Ganz lebt in Düsseldorf, schreibt bei Jahrgangsgeräusche Rezensionen und sammelt Geräusche sowie Fieldrecordings.

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