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Claro Intelecto – Reform Club

30 April 2012 Zloty Vazquez Kein Kommentar

Mark Stewart arbeitet sehr fein. So gelingt ihm etwas Elegantes, das die 4/4 Bassdrum den Hügel hinaufschiebt. Oben angekommen scheint meistens die Sonne und die Kids sind schon da, um die Hüften freigeistig kreisen zu lassen. Sie haben aber auch ihre berufsjugendlichen Eltern mitgebracht. Stewart macht die Generationen zur Masse.

Filter werden aufgedreht, Hi-Hats zwirbeln den obligatorischen Fingerzeig auf den geraden Achteln. Ist es vor der Party oder ist sie eigentlich seit Stunden vorbei? Stewart ist eher ein sanfter Technoider. Er lässt den Flow in die Großraumstube, hat aber auch die Möglichkeit, Wohnzimmer in Höhlen des Schwelgens zu verwandeln. Sein Mischmasch aus urbaner Ruhezone und Tanzbarkeit wirkt edel. Fast ein wenig zu glatt. Klaviere werden zerteilt, Flächen ausgelegt und wunderbar harmonisiert. Basstupfer kontrollieren die Bindeglieder zwischen den erarbeiteten Polen. Perkussive Elemente fehlen da genauso wenig wie Klanggeräusche aus der Kellerbar.

Wenn man die aufdringlichen Hi-Hats zulässt und sich in Geborgenheit wähnt, kann Reform Club funktionieren. Andere würden zwischendurch mal die Bassdrum den Berg runter kullern lassen, doch Stewart bleibt da konsequent. Dynamik für den Hausgebrauch oder für die Veranda mit Freunden von Freunden. Intimität sieht anders auch, Reform auch, aber auch Flat White-Trinker brauchen etwas Zucker.

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Zloty Vazquez Zloty Vazquez lebt in Hamburg und schreibt bei Jahrgangsgeräusche Rezensionen. Er enttarnt außerdem Cover-Art-Kopisten in der Reihe 'Original und Fälschung' und hat die Abstimmung 'Die Wahl ist dein! ins Leben gerufen. Sein neues Blog 'Salzweiß und Rosenrot' birgt Unmusikalisches.

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