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Magazine – No Thyself

7 November 2011 Zloty Vazquez 2 Kommentare

Magazine melden sich nach dreißig Jahren mit einem Album zurück, dass es wirklich in wenigen Minuten schafft, das große Kotzen auszulösen.

Howard Devoto macht den Pathos-Clown. Gut, dass war er irgendwie immer schon, aber hier geht mir sein Humor schon ziemlich auf den Zeiger. Langatmige Stücke schwelgen in Erinnerungen, die über Friedhöfe des Postpunk schlendern und ab und an ein Zitat fallen lassen. Doch Erinnerungen sind nicht immer Träume.

Devoto strotzt nur so vor Geltungsdrang, dass einem die Kinnlade runterklappt. Dieser Art-Rock schmerzt mit affigen Piano-Hooks, zickigen Gitarrenfetzen, die sich mit Effekten in die Länge ziehen und so jeden Anflug von musikalischer Finesse im Keim ersticken. Devoto schwadroniert über Muckersound, der wirklich hätte im Studio bleiben sollen. Magazine-Fans der ersten Stunde werden vielleicht glücklich damit; ich bin nur Fan der zweiten Stunde und bin maßlos enttäuscht. Devoto schafft mit seinem neuen Album einen Abgesang auf Postpunk. Dies muss man ihm vielleicht hoch anrechnen. Er pinkelt das letzte Lodern endgültig aus.

Das vielleicht beste Stück der Platte (Physics) ist ein trauriges Liedchen, das einen Jarvis Cocker am Mikrofon verdient gehabt hätte. Mir bleibt nichts anderes übrig, als zu Real Life oder Secondhand Daylight zu greifen, von den Buzzcocks will ich hier gar nicht reden. Vielleicht hätte Devoto ein Buch schreiben sollen.


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Zloty Vazquez Zloty Vazquez lebt in Hamburg und schreibt bei Jahrgangsgeräusche Rezensionen. Er enttarnt außerdem Cover-Art-Kopisten in der Reihe 'Original und Fälschung' und hat die Abstimmung 'Die Wahl ist dein! ins Leben gerufen. Sein neues Blog 'Salzweiß und Rosenrot' birgt Unmusikalisches.

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