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Artikel Archiv für April 2010

Musik, Rezensionen, Rock »

[30 Apr 2010 | Kein Kommentar | ]
Broken Social Scene – Forgiveness Rock Record

Die Gästeliste ist lang. Der Türsteher kontrolliert unbekümmert die Ausweise. Nicht jeder darf ins Studio, obwohl es beim Hören von „Forgiveness Rock Record“ manchmal den Eindruck macht. Das Künstlerkollektiv um Kevin Drew und Brendan Canning hat nach langer schöpferischer Pause zum Tee geladen und jeder, der gerade in der Nähe war oder aus dem Umfeld von Produzent John McEntire stammt, darf zur Veredelung seinen Beitrag leisten. Die Grundstimmung ist fast gleich geblieben. Das Wechselbad der Gefühle steht nach wie vor im Vordergrund.

Musik, Pop, Rezensionen »

[29 Apr 2010 | Ein Kommentar | ]
Rufus Wainwright – All Days Are Nights: Songs For Lulu

Rufus Wainwright hätte sich zurücklehnen können, um in aller Ruhe ein neues pompöses Meisterwerk aufzunehmen oder sich die Fingernägel stutzen zu lassen. Doch der Wunsch sich einfach ans Klavier zu setzen und zu spielen war größer. All der Glam und der Strass der vergangenen Jahre liegen nun auf Eis. Rufus geht zu den Wurzeln zurück, dorthin, wo nur ein Instrument ausreichte, die Stimme des Sängers zu begleiten. Keine Pauken und Trompeten für ein rosa Lebensgefühl.

1960, 1967, Not Available, Zeitleiste »

[28 Apr 2010 | 2 Kommentare | ]
Not Available: The Beach Boys – Smile (1967)

Smile ist der heilige Gral unter den legendären Lost Albums. Ganze Bücher wurden über Smile geschrieben. Auch die Veröffentlichung einer neu aufgenommenen Fassung durch Brian Wilson im Jahre 2004 konnte dem Mythos nichts nehmen. Ganze Bücher wurden über dieses Album geschrieben und so kann ich nur einen kleinen Teil der Historie um dieses Werk umfassen. Dennoch ist die Geschichte zu gut, es geht um Konkurrenz, Scheitern und Wahnsinn. Das kann einfach niemand toppen.

Experimentelle Musik, Musik, Rezensionen »

[27 Apr 2010 | Kein Kommentar | ]
Arandel – In D

Die Geister, die Arandel nominiert, sie sind weder zu hören noch zu sehen. Ihre Transparenzen haben kaum Brechungen, wenn überhaupt. Der Fresnel-Shader in ihren Häuten scheint deaktiviert. Und ihre Stimmbänder sind verwachsen. Kein Laut, kein Röcheln, nicht mal ein Hauch. Das Windrad bewegt sich nicht. Das macht sie so schwer auszumachen. Gibt es sie überhaupt? Where are you, Terry Riley?

Funk, Musik, Rezensionen »

[26 Apr 2010 | Kein Kommentar | ]
Pocahaunted – Make It Real

Setz dich auf deinen Hosenboden! Kämm dir dein Haar ins Gesicht! Lass die Orgeln dröhnen und hol das Funk-Monster unter dem Bett hervor. Pocahaunted krabbeln die ganze Zeit.  Das Aufrechtgehen soll den Anderen gehören. Im gebückten Zustand lässt sich das Chaos viel besser kontrollieren. Jedes Experiment kommt so lässiger durch den Flokati. Jedes Instrument, jede Kuhglocke bekommt einen eigenen Namen und darf ungefragt in das Arrangement geworfen werden. Macht das Abschlagen eines Barbie-Kopfes nicht einen tollen Sound?

Musik, Pop, Rezensionen »

[24 Apr 2010 | Kein Kommentar | ]
Ellie Goulding – Lights

Wenn dich ein Stimmen-Effekt aus den süßesten Träumen holt. Wenn dich der treibende Beat morgens zu den Tennissocken greifen lässt. Wenn du Lust verspürst am Kiosk nach Bluna zu fragen, mit dem Wissen, dass der Verkäufer nur mit den Schultern zucken wird. Wenn du morgens schon die Abendplanung gemacht hast, ohne irgendwen darüber informiert zu haben. Eine SMS wird schon genügen. Die Disco beginnt in deiner Vorstellung. Dein Deo versagt. Die Mädels tragen diese geilen Schweißbänder und tanzen in diesen American Apparel-Schimmerklamotten. Du fühlst dich jung und frei.

Musik, Pop, Rezensionen »

[23 Apr 2010 | 2 Kommentare | ]
Kristof Schreuf – Bourgeois With Guitar

Die Hamburger Schule hat alle Lehrer gefeuert. Die Schüler proben heute in runtergekommenen Proberäumen und suchen nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten, um nicht ständig in der Schublade zu landen, die nur mit dem verrosteten Schlüssel geöffnet werden kann. Pandora. Wer heute noch auf Deutsch textet, gibt sich in die Schlangengrube der Germanisten-Mafia. Die alt gewordenen Oberlehrer der ersten Stunde beackern unbekümmert das von ihnen bestellte Feld.

Musik, Pop, Rezensionen »

[22 Apr 2010 | Kein Kommentar | ]
CocoRosie – Grey Oceans

Die Casady-Schwestern sind zurück. Richtig vermisst hatte man sie ja nicht. Nun geht der große Spuk weiter. Wenn Joanna Newsom dieses Jahr was Neues rausbringt, will man nicht hinten anstehen. Verständlich, denn der Ansatz der drei Künstlerinnen ist ähnlich. Verschrobenheit, Puppengesichtästhetik und die große Harfe sind die Hausmittelchen, die die Szenegrößen täglich inhalieren. Jeder angeklebte Bart und jedes Ballonröckchen sind „instyle“-tauglich. Wenn man nur die Stimmen hören würde, wäre ein Unterschied nicht auszumachen.

1980, 1986, 1990, 1993, Not Available, Zeitleiste »

[21 Apr 2010 | 2 Kommentare | ]
Not Available: Die Tödliche Doris – Die unsichtbare 5. LP (1986 / 1993)

Schon zu Beginn dieser Kolumne wurde nach einem Artikel zur unsichtbaren 5. LP der Tödlichen Doris verlangt. Vollkommen zu Recht, ist hier doch eines der eindruckvollsten Beispiele einer Platte entstanden, dessen Nichtexistenz zum künstlerischen Konzept gehört.

Musik, Rezensionen, Rock »

[20 Apr 2010 | Kein Kommentar | ]
Hole – Nobody’s Daughter

Ob da nun Hole drauf steht oder nicht. Courtney Love meldet sich zurück, als wäre nichts passiert. „Nobody’s Daughter“ wurde immer wieder angekündigt und verschoben, doch nun liegt das Album in meinem Player. Und? Courtney singt immer noch so. Sie jault, flucht, leiert, schreit, frotzelt und miaut. All der Müll der letzten Jahre, jede Schönheits-OP oder Fress-Flash sind vergessen.