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Hip Pocket Records – Die Taschenschallplatten

25 August 2010 Daniel Decker Ein Kommentar

Es gibt Sachen, die einen doch überraschen. Vinyl gibt es in wundersamen Farben, Größen und Formen. Klar, Picturediscs kennt jeder, buntes Vinyl auch. 7inch, 12inch und 10inch natürlich ebenfalls. Aber dann fängt es an. 5inch? Vinyl in der Größe von CDs? Das ist eher ungewöhnlich. Aber es geht noch kleiner.

hip-pocket-trouserDie Hip Pocket Record von Philco sollte 1967 den Markt erobern und hatte nichtmal einen Durchmesser von 4inch. Die Schallplatte für die Hosentasche und das auch noch zu einem unverschämt guten Preis. Für nur 69 Cent hätte man zwei Hits bekommen. Und den passenden Plattenspieler gab es auch noch dafür. So gesehen war die Hip Pocket Record das erste transportable Musikformat. Noch vor der Kassette. Das Vinyl selbst war biegbarer als bei anderen Schallplatten. So glichen die kleinen Scheiben viel mehr dicken Flexis als normalem Vinyl.

Zusammen mit den Majorlabels Atlantic, Mercury und Roulette veröffentlichte Philco die winzigen Dinger. Schon bald tat sich Konkurrenz auf und für nur 50 Cent konnte man die sogenannten Pocket Discs von Americom an Automaten ziehen. Americom hatte dabei einen viel interessanteren Partner. In Zusammenarbeit mit Apple Records konnten sie Songs der Beatles auf den Mini-Scheiben veröffentlichen, die nun gesuchte Sammlerobjekte sind.

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Der Buzz um die Pocket Records weilte aber nicht lange. Sie nutzten sich schnell ab und als dann die Kassetten den Markt eroberten war es um sie geschehen. So bleibt sie ein enorm kurzzeitiges Relikt aus der Vergangenheit. Aber dennoch ein verdammt cooles!

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Daniel Decker

Daniel Decker lebt in Berlin und schreibt bei Jahrgangsgeräusche u.a. über Platten, die es nicht gibt. Sonst bloggt er als Kotzendes Einhorn und macht Musik.



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