Artikel Archiv für September 2009
Geräusche, MP3 »
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Veranstaltungen »
Jeremy sitzt etwas verloren auf einem zu niedrigen Barhocker in der spärlich bestückten Merchandise-Ecke. Der Laden füllt sich langsam. Mit jedem zahlenden Gast erhöht sich die Erwartungshaltung und die Temperatur im Raum. Es wird Zeit das Sakko abzulegen und das Hemd aus der Hose zu zupfen. Die nun beiläufig hereinschneienden Bandkollegen verirren sich noch kurz auf der Damentoilette. Es ist angerichtet.
2000, 2009, Easy Listening, Elektronik, Musik, Pop, Rezensionen, Soundtrack, Zeitleiste »
Die Weihnachtsglöckchen klingeln. Ob das Christkind auch alles mitgebracht hat? Die Frauen mit Engelshaar knuspern noch in der Küche, da sie den Braten nun zum fünften Mal mit dem Thermometer kontrollieren. Gut Ding will Weile haben. Annie Clark sitzt im Schaukelstuhl und hat ihren Rechner auf dem Schoß. Jeder Chor und jeder Synthiebalsam werden noch mal auf Schönheit getestet, ist alles akkurat gibt es den lang ersehnten Endmix. Dann ist auch das Essen fertig.
Veranstaltungen »
Der Erfolg von DJ-Kultur und HipHop hat spätestens seit den frühen 90er Jahren dem Plattenspieler, zu einem fast mythischen Status im Repertoire der Instrumente des Pop verholfen. Der Variantenreichtum der Einsetzbarkeit einer im besten Sinne begreifbaren und anschaulich erlebbaren Mechanik/Akustik-Schnittstelle hat sich in all den Jahren seither nie abgenutzt. Im Gegenteil; dass es immer noch neue Aspekte an Plattenteller und Direktantrieb zu erforschen gibt, beweist gerade mal wieder das Trio The Durian Brothers.
2000, 2009, Experimentelle Musik, Industrial, Musik, Rezensionen, Rock, Zeitleiste »
Der Wattebausch im Mund verhindert allzu große Lautstärke. Jedes Winseln wird samtiger und luftdurchlässiger. Die Metalmähne wird zurecht gekämmt und der Bart gestutzt. Health kloppen sich durch ihre Version des Rock. Die Stimme von Jake Duzsik schrammelt immer an der My Bloody Valentine-Gartenparty vorbei. Experimentell und durch Techno beeinflusst, kriechen die Songs in deinen Körper. Von innen wirst du mit kleinen Nadeln malträtiert. Und der Beat mit Highspeed-Snare weist dir den Weg aus der Holzklasse.
2000, 2004, Elektronik, Industrial, Musik, Rezensionen, Zeitleiste »
Die Sirenen der Endgültigkeit sägen. Sie sägen sich beharrlich zu dir durch, zu den rückwärtigen Seiten deiner Scheitellappen. Masters of Extrem-Durchdringing. Mit einem Bohrkopf, aus einer noch unbekannten Ewigkeitsformel, alles in allem erdmantelresistent gegossen. Steter Tropfen höhlt nicht nur den Stein sondern auch das geneigte Ohr, das sich in einer unbekannten Situation sehr schnell sehr schutzlos fühlen kann.
2000, 2009, Musik, Pop, Rezensionen, Rock, Zeitleiste »
Was führt Britpop im Schilde? Nach längerer Stagnation bietet dieses Jahr doch wieder Grund zur Hoffnung. Sogar alte Helden entern das stark frequentierte Mutterschiff. Die Insel wird endlich wieder zum Standort Nummer Eins. The Cribs sind lässig und reizten Johnny Marr doch noch mal seine viel gepriesenen Smiths-Gitarrenpickings aus dem Altkleidersack zu fischen.
1980, 1982, Not Available, Zeitleiste »
1982 veröffentlichte Bruce Springsteen mit Nebraska wohl eines seiner besten Alben. Nicht nur des Titels wegen wird dieses Album oft als Vorlage für den Sound von Nebraskas very own Bright Eyes gesehen. Solch intime LoFi Aufnahmen gab es vorher selten zu hören und begründeten im Singer/Songwriter Genre eine neue Untergruppierung. Dabei sollte eigentlich alles anders kommen.
Lautsphären, MP3 »
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2000, 2009, Ambient, Elektronik, Musik, Rezensionen, Zeitleiste »
2000, 2009, Funk, Musik, Rezensionen, Soul, Worldmusic, Zeitleiste »
Das Strickmützchen sitzt wieder eng am Kopf. Auch die Sonnenbrille gehört zum klassischen Afro-Beat, wie der Perkussionsbaum. Alles was Rhythmus schafft, darf geschüttelt werden. Tony Allen, mittlerweile 69, hatte zusammen mit Beatmaster Fela Kuti in den sechziger Jahren die Mixtur aus Jazz, Funk und afrikanischen Einflüssen ins Leben gerufen. Der Ausnahmedrummer und Meister der Polyrhythmik schmeißt nun, nach seinem Ausflug ins Pop-Genre (The Good, The Bad And The Queen), ein neues Afro-Beat-Geschoss auf den Weltmarkt.
1990, 1993, Klassiker, Zeitleiste »
Grunge war in aller Munde. Holzfällerhemden verschönerten die Tanzteeabende im heruntergekommenen Jugendclub. Die neunziger Jahre wurden durch Rock befreit. Die Kids rochen wieder nach Rebellion und Bierduschen. Sub Pop verlor leider immer mehr an Zugpferden, denn rassige Pferde benötigen eine Menge Wasser, je mehr desto besser. Und bei Sub Pop tropfte der Hahn. Auch die Afghan Whigs kehrten dem Indietum den Rücken und schufen so mit “Gentlemen” den Klassiker des Anti-Grunge.
2000, 2009, Chanson, Musik, Rezensionen, Zeitleiste »
Der Chanson wird kosmopolitisch. Auch modern soll er sein. Reif und versponnen zugleich. Verständlich einerseits und kurios andererseits. Klassische Sängerinnen-Grazie entfaltet sich in feinsinnigen semi-elektronischen Arrangements. Behutsam werden hier und da kleine Exzentritäten eingestreut, sehr kleine. Niobe flaniert pfeifend (Lovely Day) die alte Chaussee der Selbstvergessenen rauf und runter. Denn es hängt eine Unentschiedenheit in der Luft, die nicht vom Gesehenwerden flüstert. Niobe singt für sich und ihre mitmusizierenden Freunde, zu denen inzwischen auch David Grubbs zählt.




