Artikel Archiv für Juni 2009
2000, 2009, Musik, Pop, Rezensionen, Zeitleiste »
Der Hype um Gossip nagt an Beth Dittos Bauch. Clevere Schachzüge, wie die Karl-Lagerfeld-Adelung, eine Rampensauveranlagung und so in jede Kamera Körper und Gesicht zu halten, verdienen marktwirtschaftlichen Respekt. Doch was machen Gossip eigentlich für Musik? Kennt oder besitzt sogar irgend jemand auf diesem Planeten ein Gossip-Album? Bei Straßenumfragen mit Beth Ditto-Fotos erhält man stirnrunzelnd die Antwort: “Das ist doch diese dicke Lesbe!”
Veranstaltungen, Websphären »
Mitbekommen haben es ja viele, die Popkomm fällt dieses Jahr aus. Ich find’s nicht Mal schade. Ich war zweimal dort zu der Zeit, als sich die Musikindustrie noch selbst feiern durfte und man fette Stände hatte an denen niemand stand, weil Kundenkontakt oder überhaupt Kontakt nicht nötig war. Als Kleinstlabelbetreiber konnte ich mir die Ausstellerkosten eh nie leisten.
Veranstaltungen »
Der Tanzbrunnen in Köln bot am Freitag Abend eine perfekte mittsommerliche Kulisse für das Gastspiel des Altmeisters des einfachen Rocksongs mit der ewig jungenhaft spitzen Stimme. Extrem pünktlich und unspektakulär leise betraten Neil Young und seine fünfköpfige Electric Band, zu der auch seine Frau Pegi unter anderem Backing Vocals, Piano- und Vibraphonspiel beisteuert, die Open-Air-Bühne nahe der Rheinpromenade.
“Hey, hey, My, My (Into the Black)” eröffnete krachig melancholisch das Programm. Ein Stück, das nicht nur eine der Kernaussagen Neil Youngs formuliert, sondern ebenso offenbart, wo eine Gruppe wie Dinosaur Jr. ihre …
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Musik vs. Zensursula
War nur eine Frage der Zeit bis es die ersten Songs gibt. Hier zwei Beispiele, ob gelungen oder nicht lassen wir hier mal offen. Okay, unkommentiert kann man das nicht stehen lassen. Ich finde insbesondere den Kirmestechno mit Tralala grausig und ich würde ja gerne sagen: “Der Wille zählt…” aber das könnte man dann ja auch der Ursula sagen. Also nein, sechs, setzen! Das zweite Stück hat zwar den Künstlernamen zum Ersten (Donkel Oktor) ist aber eindeutig besser.
2000, 2009, Musik, Rezensionen, Rock, Zeitleiste »
In der Kirche hallt immer alles so schön. Doch wenn es nach Kirche klingt, wirkt es auch automatisch ein wenig größer als es eigentlich ist. Das ist das Hauptproblem der Maccabees. Sie wollen groß sein. Sie greifen nach den von Arcade Fire verfeuerten Sternen. Manchmal erwischen sie sogar einen, doch des öfteren fahren sie mit leerem Körbchen heim.
1960, 1969, Klassiker, Zeitleiste »
Bevor Deep Purple begannen ihre Sänger zu wechseln wie der Knappe das rostige Kettenhemd und sie infolgedessen in den Untiefen des Hardrock Leck schlugen, experimentierte die Band mit Psychedelic, Pop und Folk. 1968 erschien ihr zweites Album “The Book of Taliesyn“. Da sang noch Rod Evans. Ein Mann, der in eine Liga mit Scott Walker und Tom Jones gehört. Er brachte mit seinem knödeligen Pathos einen der charakteristischen Eckpfeiler des Deep-Purple-Sounds jener Tage ein.
2000, 2009, Folk, Musik, Pop, Rezensionen »
Vorsichtig schiebt Cass McCombs den Vorhang zur Seite. Er schaut kurz mit beherztem Blick in die Runde und schwuppdiwupp ist er wieder verschwunden.
Der zurückhaltene Songpoet hat sich mal wieder in einem Studio eingeschlossen. Ein paar Jungs helfen an diversem Instrumentarium. Perfekt unperfekt kommt alles auf leisen Sohlen dahergetrippelt.
Unaufgeregte Songs mit tollen Texten und kleine Hits lockern zwischendurch das traurige Gesamtkonzept ein wenig auf.
2000, 2001, Not Available, Zeitleiste »
Bevor 50 Cent alias Curtis Jackson zum Mainstream wurde, war er nur ein weiterer Rapper aus Southside Queens. Nun gut, ganz so stimmt das nicht. Immerhin hatte er es schon zu einem Plattenvertrag mit Columbia geschafft, doch von seiner beispiellosen Karriere (oder kann man Eminem als Beispiel heranziehen?!) und von Dr. Dre – nicht zu verwechseln mit dem Autoren dieses Artikels – war er noch weit entfernt.
Lautsphären, MP3 »
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2000, 2009, Chanson, Musik, Pop, Rezensionen »
Mit dem alten Citroën brummt Berry los. Das Kassettendeck schwächelt, so dass sie am besten gleich eigene Liedchen trällert.
Federleicht singt es sich immer noch am schönsten. Nicht zu laut, da die Stimme geschont werden muss für laute Diskussionsabende am Lagerfeuer über den Untergang des Chansons. Der Mainstream hat den Chanson längst geschluckt. So schwappen immer mehr Chanteusen der neuen Schule zu uns frankophilen Baguetteverzichtern herüber.
Film und Fernsehen »
Die Brüder Dardenne quälen uns nach “L’Enfant” erneut mit einer Fiktion aus der Realität. Ihr knallharter, unsentimentaler Blick liebäugelt niemals mit amerikanischer Gefühlsduselei. Ihr Europa gibt uns Zweifel auf. Das gezeigte Leben am Rande der Gesellschaft offenbart uns, dass zwar Grenzen geöffnet, doch Menschlichkeit oft unüberwindbare Schranken kennt.
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Real Life Twitter
Jaja, wir stehen zwar drauf, doch dennoch kann man drüber lachen. Wie würde das aussehen, wenn wir auch im echten Leben twittern würden?!
Phil Spector ohne Toupet
Wie schreibt die Vice zu dem Mugshot: “Unter den Fiffis sieht Phil Spector tatsächlich aus wie das seine Frau schlagende Arschloch, das er ist.” [via vice.typepad.com]
2000, 2009, Elektronik, Musik, Rezensionen »
SND aus Sheffield sind mit ihrem vierten Studioalbum “Atavism” zurück. Der Titel verweist auf ein Prinzip, das für scheinbar überkommene Kompositionstechniken steht. Das Vereinfachung bemüht. Das Monophonie zentralisiert. Dieses Vorgehen als Rückfall in Überholtes zu bezeichnen, könnte man SND als übertriebene Bescheidenheit auslegen. Muss man aber nicht. Denn alles was hier in seiner Konzeption archaisch ist, ist in seinem Wirken – nicht nur auf die elektronischen Musik – höchst modern.





