Lord Cut-Glass – Lord Cut-Glass
Labelbetreiber sind schon ein komisches Völkchen. Musik ist ihr Leben. Chemikal Underground hat einige Leben gerettet. Alun Woodward sogar mit seiner Band “The Delgados” mehrere Male meins. Doch das ist lange her. Nun schmeißt der Labelboss seine eigene schottische Party. Schrulligkeiten reihen sich mit opulenten Märchen in die Historie ein. Aluns Akzent macht alles noch authentischer. Die Dartpfeile fliegen tief. Lang lebe Schottland! Natürlich dürfen seine alten Mitstreiter nicht fehlen. Auch Samtpfote Emma Pollock kredenzt zweite Stimmen. Ein vorzeigbares Singer-Songwriter-Album ist Woodward geglückt. Oft luschert Paul McCartney rein und vollführt ein Akkordtänzchen mit Lackschuhen. “Lord Cut-Glass” ist als Gegenstück zu Aidan Moffats “How To Get To Heaven From Scotland” zu verstehen.
Folkpop mit Lieblingliedern. Kauzig und dennoch wahnsinnig liebenswert. Oft groß angelegt und angenehm klein umgesetzt. Im nächsten Moment geht die Sonne unter und Alun gurgelt und säuselt seinen schwarzen Humor. Der Rock ist abgewürgt worden. Nun steht der schöne Glanz und die Niedlichkeit im Spotlight. Eine Platte voller Schmachtfetzen und Alun singt sich um Kopf und Kragen.
So bleibt alles beim Alten. Labelbetreiber können nicht singen und geben weiterhin alles, um die Musiklandschaft am Kacken zu halten. “Lord Cut-Glass” ist eine Scheibe für Gebetsschwestern und alkoholisierte Befindlichkeitslyriker. Klein, aber fein. Nicht heiß, denn es wurde auf der Kommode gekocht.
Erschienen bei Chemikal Underground
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Zloty Vazquez lebt in Hamburg und schreibt bei Jahrgangsgeräusche Rezensionen. Er enttarnt außerdem
“Labelbetreiber können nicht singen und geben weiterhin alles, um die Musiklandschaft am Kacken zu halten.” Mhm…
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