Elvis Costello – Secret, Profane & Sugarcane
Der Mann mit der Brille lädt erneut zur Bluegrassoffensive. Seine Musikanten bespielen ihre Instrumente etwas steif aber mit Lust.T Bone – Burnett hat in nur drei Tagen ein zorniges, mit klassischen Costelloakkordwechseln und countryinfiziertes Altherrengedeck eingetütet. Natürlich darf er auch ein bißchen mitkomponieren und seine Kay 161 aufs Band spielen.
Costello mimt den trotzigen Lover und singt teilweise so spitz und schrill, daß ihm die Stimmbänder über dem Gitarrenhals hängen. Spaß machen vor allem die Balladen, die wie immer einen trüben Tonfall haben und so um so mehr ans Herz gehen. Emmylou Harris hat auch noch mal ihre Countryboots gewichst und trällert famos einige Zeilen.
Costello schafft es immer wieder zu überraschen. Nach dem lauten “Momofuku” nun also eine Trockenübung in Sachen Romantik, Sehnsucht und Sand in den Latschen.
“King of America” war der erste Streich und Burnett muckt auch Teil 2 in die Radiotauglichkeit. Für Fans ein neuer Zapfenstreich, für Neuankömmlinge vielleicht nicht der beste Einstieg in den Costellokosmos. Die sollten sich lieber an “This Year’s Model” oder “My Aim Is True” halten.
Erschienen bei concord(universal) und hear music
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Zloty Vazquez lebt in Hamburg und schreibt bei Jahrgangsgeräusche Rezensionen. Er enttarnt außerdem
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