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Dirty Projectors – Bitte Orca

6 Juni 2009 Zloty Vazquez 2 Kommentare

Der Taktstock wird in den Himmel gereckt. Die Augen werden geschlossen. Durchatmen. Die Lichter gehen an. Alle auf einmal. Rote, grüne, gelbe, blaue, lieber Herrgott komm und schaue… Und zack! bekommst du die flache Hand durchs Gesicht gewischt. Wohlig warm werden deine Wangen und ein kurzes Glücksgefühl befällt dich. Wie schon beim Vorgänger “Rise Above” hat man ständig ein Grinsen in der Visage. Damals waren es noch Black Flag-Coverversionen basierend auf der Erinnerung des Masterminds David Longstreth.

Zwei Jahre sind vergangen und alles ist nun noch opulenter, oktavenreicher und wahnsinniger. Das Quartett aus Brooklyn haut alles und jeden weg. Eigentlich können alle Stadtteilkollegen ihre Instrumente und Stimmbänder verpfänden. An die Dirty Projectors werden sie nie herankommen!

Kompositionen so komplex und trotzdem unglaublich eingängig. Das Popgütesiegel mitten auf die Stirn tätowiert. Mit dem bloßen Ohr nicht zu beschreiben. Die Stimmen schwingen sich zu Höhen, dort oben hätte sogar Reinhold Messner Schwierigkeiten zu atmen. Voller Emotionen, knackigen Rhythmen, die im Sekundentakt wechseln, so dass jeder Tanzversuch noch nicht mal als Ausdruckstanz durchgehen würde. Jeder Musikrichtung wird kurz die Hand geschüttelt. Kontinente werden ohne Jetlag bereist und flux wieder verlassen. Reisende soll man nicht aufhalten und die Dirty Projectors sind Nomaden ohne Vorsatz.

Hochenergetisch zappeln alle vier, ohne Rücksicht auf Verluste, durch feiste Arrangements. Vollgepackt mit drei Solostimmen, Gitarren, Streichern, Schlagzeugbollern und Pickinggeknalle luschern sie nach Nischen. Sie zwängen sich dazwischen und bauen eine Welt, in der sie sich restlos wohl zu fühlen scheinen.

Folk gegen Anti-Folk! Rock gegen Artrock! R’n'B gegen Beyonce und Prince gegen den King of Pop!

Unverwechselbar und somit einzigartig. Die Dirty Projectors sind die beste Band der Welt. Bitte allen weitersagen!

Erschienen bei Domino

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Zloty Vazquez Zloty Vazquez lebt in Hamburg und schreibt bei Jahrgangsgeräusche Rezensionen. Er enttarnt außerdem Cover-Art-Kopisten in der Reihe 'Original und Fälschung' und hat die Abstimmung 'Die Wahl ist dein! ins Leben gerufen.

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2 Kommentare »

  • Yeasayer – Odd Blood | Jahrgangsgeräusche schrieb:

    [...] keine Kennzeichnungen. Denn was bitte schön soll Chill-Wave sein? Yeasayer suhlen sich in der Dirty Projectors-Ecke ohne Eselsmütze und stellen jedem Kritiker ein Bein. Sogar ich Minensucher habe mich schon [...]

  • Nat Baldwin - People Changes | Jahrgangsgeräusche schrieb:

    [...] Kopfstimme, die immer wieder versucht, neue Wege zu gehen. Als Begleiter wählt der Bassist der Dirty Projectors natürlich seinen Bass. Ihn streicht er mit einem Bogen. Manchmal zupft er auch oder macht beides [...]

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